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…wir sind mit dem Velo da!

Eine Tour mit dem Velo ist für Klein und Gross ein schönes Erlebnis. Damit der der Spass nicht auf der Strecke bleibt und der Ausflug mit der Familie gelingt, ist eine gute Ausrüstung und Vorbereitung wichtig.

Bild: © AboutLife/shutterstock.com

Den Fahrtwind spüren. Die Landschaft und das Wetter geniessen. Die Natur riechen und hören. Das ist es, was der Reiz des Velofahrens ausmacht. Und natürlich dieses ganz besondere Freiheits- und Glücksgefühl, das einem überkommt, wenn man an blühenden Wiesen, weiten Feldern oder grünen Wäldern vorbeiradelt. Es gibt viele Mittel, Stress abzubauen, seine innere Ruhe wiederherzustellen und aktiv etwas für die Gesundheit zu tun – dabei hat sich das Fahrradfahren als ganz besonders wirksam erwiesen. Sogar unser Gehirn profitiert vom regelmässigen Treten: Es wird besser mit Sauerstoff und Glukose versorgt, gewinnt an Substanz und kann besser arbeiten. Langfristig führt das zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, der Konzentrationsfähigkeit und des IQs. Viele Gründe sprechen also dafür, bereits so früh wie möglich mit dem Velofahren zu beginnen. Denn wenn Kinder aktiv sind und sich viel bewegen, beispielsweise beim Velofahren, fördert das die Verknüpfungen im Gehirn. Dies wiederum kann sich durch bessere Leistungen in der Schule bemerkbar machen.

Welches Velo für welches Kind?

Bevor es losgehen kann, ist es wichtig, die Ausrüstung zu überprüfen, um mögliche Mängel festzustellen. Passt der Helm vom letzten Jahr noch? Sind die Fahrräder aller Familienmitglieder fahrtauglich und in gutem Zustand? Eine Checkliste, wie Sie das Velo durchchecken und wieder fit machen, finden Sie in Box 1.

Wer ein neues Velo benötigt, ist im Fachhandel gut beraten, wo es eine grosse Auswahl an Fahrrädern, passende Ausrüstung und Zubehör für jedes Bedürfnis gibt. «Beim Kauf eines neuen Kindervelos ist es vor allem wichtig, im Bereich «Grösse» die optimale Lösung für die Kinder zu suchen», ist Kindervelo-Experte Christoph Ruprecht von Veloplus überzeugt. «Velofahren soll Kindern in erster Linie Spass machen – und Spass macht es definitiv nur, wenn man bequem unterwegs sein kann, was bei den Jüngsten nur mit der richtigen Grösse möglich ist.» Veloplus hat deshalb in Zusammenarbeit mit Experten sowie Kindern ein Kindervelo entwickelt, das quasi mit dem Kind «mitwachsen» kann und gleichzeitig ergonomisch, schadstofffrei, sicher und leicht ist. Kurz: ein Kindervelo, mit dem Kinder spielend leicht Velo fahren können: «Bei den unterschiedlichen Komponenten wie Sattel, Pedalen oder Rahmen legten wir ein ganz besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse der Kinder und so wurde mit unserem FLiZZi, so heissen unsere Kindervelos, optimale Velos in den Grössen 16, 20 und 24 Zoll entwickelt.» Besonders gross ist die Freue bei Ruprecht über das 20-Zoll-Model, das im Kindervelo-Test, den Kassensturz und K-Tipp in Zusammenarbeit mit dem Velojournal durchgeführt haben, in der Sparte «Ergonomie» mit der Note 5,7 die klar höchste Punktzahl aller vergebenen Noten erreichte und am Ende Testsieger wurde. Nicht im Test miteinbezogen, jedoch dennoch wichtig: Die Griffe, die wichtigsten Kontaktpunkte mit der Kinderhaut, sind beim FLiZZi aus synthetischem Kraton hergestellt und sind frei von PVC-Weichmachern, PAK, Latex und Naturkautschuk und können somit bedenkenlos verwendet werden. Und die Pedalen sind aus Reishülsen, einem nachwachsenden Rohstoff, gefertigt.

Welches ist die passende Velogrösse?

Für den maximalen Fahrspass der Kinder ist die richtige Velogrösse entscheidend. Christoph Ruprecht: «Bei einem zu kleinen Velo besteht die Gefahr, dass sich das Kind unwohl fühlt, da es zu gedrungen sitzt. Ein zu grosses Velo erschwert das Lenken und macht das Fahren unsicherer, was wiederum zu Unwohlsein führt. Ausserdem besteht bei Anfängern ein Sicherheitsrisiko, wenn der Fuss beim Halten nicht gänzlich auf den Boden kommt. Es lohnt sich also, die passende Velogrösse für das Kind zu finden.»

Welches ist der passende Helm?

Auch wenn die Verkehrskommission des Nationalrates die vom Bundesrat vorgeschlagene Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre deutlich abgelehnt hat, gehört heutzutage für Velofahrende der Helm einfach zur Grundausstattung. Helmmodelle gibt es in unterschiedlichen Grössen, deshalb ist es wichtig, erst den Kopf auszumessen. «Dazu wird ein Massband etwa einen Zentimeter oberhalb von Augenbrauen und Ohren über die Stirn und waagrecht um den Kopf gelegt», erklärt Helm-Experte Fredy Ruhstaller von Veloplus. «Das Band sollte eng anliegen, jedoch nicht einschneiden. Bei der Anprobe darf der Helm nicht drücken. Trotzdem sollte er so eng am Kopf liegen, dass er bei geöffnetem Kinnriemen nicht übermässig wackelt. Kann seitlich zwischen Kopf und Helm mehr als ein Finger eingeschoben werden, ist eine kleinere Grösse oder ein schmaleres Modell zu wählen.» Bei einem Velohelm ist die Passform noch wichtiger als bei vielen anderen Produkten, da es auch um die Sicherheit geht. Lassen Sie sich deshalb im Fachhandel beraten und probieren Sie den Helm vor dem Kauf an. Ein Velohelm kann seine Schutzfunktion nur erfüllen, wenn er korrekt angepasst und richtig getragen wird.

Bereit für die Velotour

Wenn die Ausrüstung passt, steht der geplanten Velotour nichts mehr im Wege. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Route darauf, dass sie möglichst wenig Gefahrenstellen hat. In der Schweiz gibt es viele wunderbare Routen, die praktisch nur auf Velowegen verlaufen. Für den Einstieg empfiehlt es sich, ein flaches Terrain zu wählen, wo Kinder nicht viel schalten müssen und sich ohne Stress darin üben können. Flache Routen gibt es insbesondere rund um Seen oder entlang von Flüssen. Damit das Strampeln allen Familienmitgliedern Freude macht, gehört zu einer gelungenen Velotour auch ein cooles Ziel – sei dies ein Erlebnispark, ein Aussichtspunkt, ein Museum, ein Spiel- oder ein Grillplatz oder eine Badi. Wichtig ist es auch, regelmässig Spiel- und Verpflegungspausen einzuplanen. Wählen Sie die Route so, dass die Kinder auf keinen Fall überfordert werden und überlegen Sie sich, wie viele Kilometer Sie Ihrem Kind zumuten können. Dabei gilt: langsam starten – und allenfalls im Voraus bereits Abkürzungen oder den Umstieg auf den ÖV einplanen. Und nicht vergessen: genügend Essen und Trinken für zwischendurch, eine Sonnencreme und eine Pumpe mitnehmen. Viele spannende Velorouten finden Sie beispielsweise auf www.schweizmobil.ch/de/veloland.html.

Frühlingscheck fürs Fahrrad

1. Reinigen: Für die Reinigung nehmen Sie idealerweise einen speziellen Fahrradreiniger. Einfach aufsprühen und einwirken lassen. Danach mit einem Schwamm oder einem Lappen abwischen. Für die verwinkelten Teile verwenden Sie z. B. eine alte Zahnbürste.

2. Felgen und Reifen kontrollieren und allenfalls wieder zentrieren.

3. Reifen aufpumpen.

4. Bremsen checken und gegebenenfalls nachfetten oder erneuern.

5. Kette prüfen, gegebenenfalls putzen, ölen und justieren.

6. Licht kontrollieren, evtl. die Lampe austauschen.

7. Fahrradlenker richtig einstellen.

8. Überprüfen, ob Sattelhöhe und Sattelneigung optimal auf die Körpergrösse eingestellt sind.

9. Zum Schluss: kontrollieren, ob alle Schrauben festgezogen sind, und bei Bedarf nachjustieren.