Der Übertritt aus der regulären Schulzeit in die Berufswelt ist nicht immer einfach. Das Berufswahlangebot ist riesig und es gibt viele Möglichkeiten. Zuerst muss herausgefunden werden, welcher Beruf zu einem passt und was gerne gelernt werden möchte. Sich mit Berufen auseinanderzusetzen, ist ein wichtiger Schritt in der Berufswahl.
Von der Schule in die Arbeitswelt
Tipps zur Berufswahl
In der Berufswahl geht es darum, herauszufinden, was man lernen möchte, was die eigenen Stärken sind und wo das Interesse und die Motivation liegt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Hilfsmittel, sich über die Berufe, Lehrbetriebe und Ausbildungen zu informieren.
Berufsberatung!
Das Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BIZ) ist die Informationsstelle für die Berufswahl. Qualifizierte Personen helfen, Interessen, Stärken und Vorstellungen in Bezug auf eine Berufswahl zu vereinen. Im BIZ gibt es auch Berufsbild-Broschüren, Bücher und Berufswahlmagazine, die als Informationsquelle dienen.
Berufsmessen
An Berufsmessen stellen Firmen oder Berufsverbände Lehrberufe vor. Teilweise kann auch Praktisches oder Spielerisches an den Ständen gemacht werden, um das Handwerk kennenzulernen. Vor Ort sind Lernende und Fachpersonen, die über die Lehrberufe erzählen können. Unterlagen können zu Hause in Ruhe durchgelesen und mit den Eltern/Bezugspersonen besprochen werden.
Schnupperlehren
Die Schnupperlehren sind wichtige Möglichkeiten, um einen praktischen Einblick in ein Unternehmen und vor allem in den Beruf zu erhalten. Man kann beobachten und mitanpacken. Wichtig ist in diesem Fall auch den Kontakt zu anderen Lernenden. Sie können am besten Auskunft über den Beruf und die Lehre im Betrieb geben.
Lehrberufe Live
Auf Lehrberufe Live stellen Lernende von verschiedenen Unternehmen während 45 Minuten ihren Lehrberuf vor. Die Videos können auch nach der Livesendung unabhängig von der Uhrzeit oder Datum angeschaut werden. https://www.lehrberufe-live.ch/
Schule
In der 7. und 8. Klasse wird das Thema «Berufswahl» in der Schule behandelt.
Die Schulnoten und das Niveau der Klasse haben ebenfalls einen Einfluss auf eine berufliche Ausbildung. Wichtig ist die Frage: Wird der passende Beruf zu der schulischen Leistung gewählt?
Tipps zum Bewerbungsprozess
Unternehmen
Informationen über das Unternehmen sind meistens im Internet ersichtlich. Kann man sich mit den Werten und Aufgaben der Firma identifizieren? Je besser man sich über das Unternehmen und dessen Tätigkeiten informiert, desto mehr kann man auch bei einem Vorstellungsgespräch oder einer Videobewerbung überzeugen.
Unterlagen
Auf dem Computer oder im Mobile sollte ein Dokumentordner erstellt werden, um alle Unterlagen, die für eine Bewerbung benötigt werden, abzulegen. Am besten werden die originalen Dokumente eingescannt. So kann man sich effizienter auf eine Lehrstelle bewerben und verliert keine Zeit.
Lebenslauf
Mit dem Lebenslauf wird dem Unternehmen der erste Eindruck vermittelt. Deshalb ist es wichtig, dass er vollständig, übersichtlich und ohne Schreibfehler eingereicht wird. Der Lebenslauf sollte immer von jemanden (Lehrperson, Erziehungsberechtigten) durchgelesen werden.
Das Foto auf dem Lebenslauf soll ein qualitativ gutes Foto sein. Selfies, Fotos mit anderen Personen oder Bilder während den Ferien gehören nicht auf den Lebenslauf.
Zeugnisse der letzten zwei Jahre
Die Schulnoten sowie die Beurteilung der Sozialkompetenzen werden überprüft. Deshalb ist es wichtig, dass das Zeugnis vollständig eingereicht wird. Das Unternehmen kann anhand der Leistungen einschätzen und entscheiden, ob die schulischen Leistungen für eine erfolgreiche Lehre ausreichen.
Eignungstest
Eignungstests sind meist optional. Falls ein Eignungstest wie Stellwerk, Check S2 oder Multicheck vorhanden ist, soll dieser unbedingt der Bewerbung beigelegt werden.
Motivationsschreiben
- Bei einem Motivationsschreiben, soll auf folgende Punkte geachtet werden:
- Bezug zum Unternehmen, weshalb soll die Lehre genau dort gemacht werden
- Wenn man Personen im Unternehmen kennt, dürfen die auch namentlich erwähnt werden. Die persönliche Note darf eingebracht werden: Was macht dich aus? Wer bist du? Der Inhalt soll sich von den anderen Mitbewerbern unterscheiden
- Klarer Bezug zum Beruf, weshalb dieser Beruf gelernt werden will
- Keine Schreibfehler
E-Mail
Während des Bewerbungsverfahrens ist es wichtig, dass E-Mails täglich überprüft werden. Es soll eine Mail-Adresse erstellt werden, welche den Lehrbetrieben vorgewiesen werden kann. Terminliche Vorgaben vom Betrieb müssen dringend eingehalten werden. Die E-Mails sollen genau durchgelesen und offene Fragen bei der Kontaktperson geklärt werden.
Vorstellungsgespräch
Wird ein Vorstellungsgespräch durchgeführt, kann dies online oder vor Ort sein. Dabei wird auf Folgendes geachtet:
- Pünktlichkeit
- Gute Umgangsformen
- Ehrlichkeit
- Zum Beruf und zur Firma passende Bekleidung
- Kenntnisse zum Beruf und der Unternehmung
- Interesse/Fragen stellen
Schnupperlehre
Wenn ein Schnuppertermin vereinbart wurde, sind in der Bestätigungsnachricht des Unternehmens alle notwendigen Informationen enthalten. Wenn etwas nicht klar ist, unbedingt bei der Kontaktperson nachfragen.
Der Schnuppertermin soll im Kalender eingetragen werden, damit er sicher nicht vergessen geht.
Viele Firmen haben Bekleidungsvorschriften, welche zwingend eingehalten werden müssen. Der Austausch mit den Mitarbeitenden, Vorgesetzten und Lernenden soll aktiv gesucht werden. Fragen zum Beruf oder zur Unternehmung sind sehr wichtig und zeigen Interesse.
Nach der Schnupperlehre wird eine Beurteilung gemacht. Das Feedback ist für weitere Schnupperlehren sehr wichtig und die angesprochenen Punkte müssen beachtet werden.
Auch wenn die Lehrestelle direkt angeboten wird, dürfen sich die Jugendlichen noch Bedenkzeit herausnehmen. So kann die Situation mit den Eltern oder Lehrpersonen besprochen werden und in Ruhe die Entscheidung getroffen werden.
Coop und die Berufsbildung
Begeisterung – Individualisierung – Handlungsorientierung – Vorbildfunktion: Auf diesen Werten baut Coop die gesamte Ausbildung der rund 3000 Lernenden auf.
Im Detailhandel, Grosshandel und auch in der Produktion geben über 90 000 Mitarbeitende täglich ihr Bestes für die Kundschaft. Damit diese Begeisterung weiterhin gewährleistet wird, bildet Coop die Lernenden individualisiert aus und setzt auf ihre Stärken. Schon während der Lehrzeit werden Talente erkannt und entsprechend gefördert.
Clevere Ausbildung
Bei der Umsetzung der Handlungskompetenzen stehen den Lernenden professionelle Berufsbildende zur Seite. Alle drei Monate wird die Umsetzung dieser Kompetenzen besprochen. So erhalten die Lernenden von Coop laufend Feedbacks über ihren Lernfortschritt und lernen, ihre eigene Leistung einzuschätzen. Dabei setzt Coop auf selbstgesteuertes und kooperatives Lernen sowie moderne und digitale Lernmedien.
Spannende Karriere
Coop setzt sich das Ziel, mindestens 70 % der Lehrabgänger:innen in der Unternehmung weiter zu beschäftigen. Um Karriere zu machen, stehen den Mitarbeitenden von Coop viele Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen von Coop-Campus zur Verfügung.
Grosse Auswahl
Die Coop-Gruppe bietet eine breite Palette von Lehrberufen an. Die Lernenden sind im Supermarkt, in zahlreichen Fachmärkten, im Grosshandel oder in der Produktion und der Logistik tätig. Die Lehrstellen dazu befinden sich nebst Coop auch bei Coop City, Jumbo, Christ, Interdiscount, Import Parfumerie, Livique oder zum Beispiel bei Transgourmet, Halba und der Bell Food Group.
Der Weg zu einer Lehrstelle bei Coop
Coop bietet in vielen Berufen eine zweitägige Schnupperlehre für die Berufswahl an. Hier sind vor allem Schüler:innen der 8. Klasse angesprochen.
Wie für die Lehrstellen kann man sich über WhatsApp, Instagram oder über das Stellenportal bewerben.
Für die Lehrstellenbewerbung verlangt Coop einen Lebenslauf und die Schulzeugnisse der letzten zwei Jahre. Alles andere ist optional.
Anstelle eines Vorstellungsgespräches wird bei Coop ein kurzes Video verlangt, in dem sich die Schüler:innen vorstellen und ihren Berufswunsch bekräftigen. Das soll maximal drei Minuten dauern und innert zwei (Arbeits-)Tagen eingereicht werden.
Je nach Beruf ist die Dauer der Schnupperlehre zwischen zwei und fünf Tage lang. Wichtig ist, dass die Realität der Lehre abgebildet wird. Das bedeutet, Lernende im Detailhandel schnuppern auch an einem Samstag, in der Bäckerei wird zur selben Zeit wie während der Lehre angefangen etc.
Nach der Schnupperwoche will Coop möglichst rasch ein Feedback geben. Falls weitere Schnupperkandidat:in-nen auf die gleiche Stelle schnuppern, dauert die Zu- oder Absage etwas länger.
www.berufsberatung.ch ist die offizielle Webseite der Schweiz, auf der alle Lehr-berufe oder Schnupperlehren veröffentlicht werden.
Weitere Informationen unter: www.coop.ch/future