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Erkennen, handeln und helfen

Zu Hause kann es schnell zu kleinen Verletzungen wie Schnitten, Verbrennungen oder Prellungen kommen. Wer die typischen Verletzungsarten kennt und weiss, wie man richtig reagiert, kann Beschwerden lindern und Komplikationen vermeiden.

Shutterstock / Tatiana Diuvbanova

Schnitt- und Stichverletzungen
Schnitt- und Stichverletzungen passieren im Haushalt schnell, zum Beispiel beim Kochen oder an scharfen Gegenständen. Meist sind sie oberflächlich, können aber stark bluten. Wichtig ist, die Wunde zunächst mit sauberem Wasser zu spülen, um Schmutz zu entfernen. Anschliessend sollte die Blutung durch leichten Druck gestillt und die Stelle mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden. Bei tieferen oder stark blutenden Wunden sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Leichte Verbrennungen oder Verbrühungen
Verbrennungen entstehen häufig durch heisse Flüssigkeiten oder Oberflächen in der Küche. Die betroffene Haut ist gerötet und schmerzhaft, manchmal bilden sich kleine Blasen. In solchen Fällen sollte die Stelle sofort für mehrere Minuten mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser gekühlt werden. Danach kann man sie locker abdecken. Hausmittel wie Butter sollten vermieden werden. Bei grösseren oder stärkeren Verbrennungen ist ein Arztbesuch notwendig.

Prellungen (blaue Flecken)
Prellungen entstehen meist durch Stösse gegen harte Gegenstände oder kleine Stürze. Die Haut verfärbt sich blau oder violett und kann anschwellen. Um die Beschwerden zu lindern, hilft es, die betroffene Stelle möglichst schnell zu kühlen und ruhigzustellen. Bei Bedarf kann man sie hochlagern. In der Regel heilen Prellungen von selbst innerhalb weniger Tage ab.

Schürfwunden
Schürfwunden entstehen, wenn die oberste Hautschicht durch Reibung verletzt wird, etwa bei einem Sturz. Sie brennen oft und können leicht verschmutzt sein. Daher sollte man sie gründlich mit Wasser reinigen und eventuell desinfizieren. Anschliessend schützt ein Pflaster oder Verband die Wunde, bis sie verheilt ist.

Verstauchungen/Zerrungen
Diese Verletzungen entstehen durch falsche Bewegungen oder Umknicken, häufig im Fuss- oder Handgelenk. Typisch sind Schmerzen, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit. Hier hilft die sogenannte PECH-Regel: Pause, Eis (kühlen), Compression (Verband) und Hochlagern. Wenn die Schmerzen stark sind oder die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist, sollte man ärztlichen Rat einholen.

Hautreizungen oder kleine Allergien
Hautreizungen können durch Reinigungsmittel, bestimmte Stoffe oder Pflanzen ausgelöst werden. Die Haut wird rot, juckt oder brennt. Wichtig ist, den Auslöser zu vermeiden und die betroffene Stelle mit klarem Wasser zu reinigen. Beruhigende Cremes oder kühlende Umschläge können helfen. Bei anhaltenden oder starken Reaktionen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Insektenstiche
Insektenstiche führen meist zu kleinen Schwellungen, Rötungen und Juckreiz. Um die Beschwerden zu lindern, kann man die Stelle kühlen und nicht kratzen, um Infektionen zu vermeiden. Bei Bedarf helfen spezielle Gels oder Cremes gegen Juckreiz. Bei ungewöhnlich starken Reaktionen oder Anzeichen einer Allergie sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden.

Vergiftungen (z.B. durch Reinigungsmittel)
Vergiftungen im Haushalt können entstehen, wenn Reinigungsmittel, Chemikalien oder andere giftige Substanzen verschluckt, eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden. Besonders Kinder sind gefährdet, da viele Produkte bunt aussehen oder interessant riechen. Symptome können Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Atemprobleme sein. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und keinesfalls eigenständig Erbrechen auszulösen. Stattdessen sollte man – wenn möglich – den Mund ausspülen und umgehend eine Giftnotrufzentrale oder einen Arzt kontaktieren. Dabei ist es hilfreich, das Produkt bereitzuhalten, um genaue Angaben machen zu können. In akuten Fällen sollte sofort der Notruf gewählt werden.

Vergiftungen durch Zimmerpflanzen
Einige Zimmerpflanzen (siehe Kasten) können giftige Stoffe enthalten, die beim Verschlucken von Blättern, Blüten oder Pflanzensaft zu Beschwerden führen können. Besonders kleine Kinder und Haustiere sind gefährdet, da sie Pflanzen leicht in den Mund nehmen. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Reizungen im Mund- und Rachenraum. In solchen Fällen sollte man Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und etwas Wasser trinken lassen. Wichtig ist, schnell eine Giftnotrufzentrale oder einen Arzt zu kontaktieren und – wenn möglich – die Pflanze zu identifizieren. Bei starken Symptomen oder Unsicherheit sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. ++

Erste Hilfe immer dabei

Um bei kleineren Verletzungen schnell richtig handeln zu können, ist eine gut ausgestattete Hausapotheke empfehlenswert. Zu einer Grundausstattung gehören Pflaster (verschiedene Grössen), sterile Kompressen und Mullbinden, Fixierpflaster/Tapes, Desinfektionsmittel für Haut und Wunden, eine Schere und eine Pinzette (z.B. für Splitter oder Zecken), Einmalhandschuhe und Kühlkompressen. Auch Medikamente gegen Schmerzen und Fieber – für Erwachsene und kindgerechte Varianten – sowie eine Salbe gegen Insektenstiche oder eine Wund- und Heilsalbe können sinnvoll sein. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, was für Ihre Bedürfnisse notwendig ist, und kontrollieren Sie den Inhalt regelmäs-sig auf Vollständigkeit und Haltbarkeitsdatum.
Ersetzen Sie abgelaufene Arzneimittel oder verbrauchte Materialien sofort!

Wichtige Notfall-Nummern
144 Rettungsdienst, Sanitätsnotruf
1414 REGA Schweizerische Rettungsflugwacht
145 Toxinfo Vergiftungen und Gift-Informationen
117 Polizei
118 Feuerwehr

Giftige Zimmerpflanzen

Diese Zimmerpflanzen sind besonders giftig und können schon in kleinen Mengen Beschwerden auslösen – vor allem bei Kindern und Haustieren.

Dieffenbachie (Dieffenbachia):
Sehr verbreitet und gleichzeitig eine der gefährlichsten Zimmerpflanzen. Der Pflanzensaft kann starke Reizungen im Mund verursachen, mit Schwellungen, Schmerzen und Schluckbeschwerden.

Efeutute (Epipremnum aureum):
Beliebt wegen ihrer Pflegeleichtigkeit, aber giftig bei Verzehr. Kann zu Reizungen im Mund, Übelkeit und Erbrechen führen.

Einblatt (Spathiphyllum):
Auch Friedenslilie genannt. Enthält reizende Stoffe, die Schleimhäute angreifen und Beschwerden im Mund- und Rachenraum verursachen.

Oleander (Nerium oleander):
Sehr stark giftig – alle Pflanzenteile! Schon kleine Mengen können Herzprobleme, Übelkeit und im Extremfall lebensbedrohliche Symptome auslösen.

Alpenveilchen (Cyclamen):
Vor allem die Knolle ist giftig. Kann zu Erbrechen, Durchfall und Kreislaufproblemen führen.

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima):
Leicht bis mässig giftig. Der Milchsaft kann Haut und Schleimhäute reizen und bei Verzehr Magenbeschwerden verursachen.

Gummibaum (Ficus elastica):
Der Pflanzensaft ist reizend und kann bei Kontakt Hautreaktionen oder bei Aufnahme Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Wichtig: Die Wirkung hängt stark von der aufgenommenen Menge ab. Kinder und Haustiere reagieren oft empfindlicher. Nicht jede Vergiftung verläuft schwer – aber Vorsicht ist wichtig. Wer unsicher ist, welche Pflanzen zu Hause stehen, sollte sie bestimmen und ggf. ausser Reichweite von Kindern und Haustieren platzieren.