Eltern wünschen sich, dass ihr Kind ausgewogen und abwechslungsreich isst – auch in der Kita, im Hort oder in der Schulmensa. Genau dafür setzt sich das Label «Fourchette verte» ein, das in vielen Kantonen der Schweiz etabliert ist und aktiv nachgefragt werden kann.
Lecker und ausgewogen
Die Ernährung von Kindern in der Kinderbetreuung stellt eine besondere Herausforderung dar. Manche Eltern wünschen sich am liebsten einen individuell abgestimmten Menüplan für ihr Kind. Gleichzeitig hat das Thema Ernährung in jeder Familie einen unterschiedlichen Stellenwert: Während sich einige viel Zeit für die Planung und Zubereitung von Mahlzeiten nehmen, muss es für andere vor allem schnell, praktisch oder kostengünstig sein. Unabhängig davon ist es entscheidend, dass Kinder früh lernen, was eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausmacht. Da sie sich im Wachstum befinden, benötigen sie eine Vielzahl an Nährstoffen für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Eine abwechslungsreiche Ernährung, basierend auf Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und weiteren Eiweissquellen wie Tofu, Eiern, Fleisch und gesunden Fetten, stellt sicher, dass Kinder rundum gut versorgt sind.
Frisch und ausgewogen
Zu Hause können Eltern viel zu einer gesunden Ernährung ihrer Kinder beitragen. Sobald diese jedoch regelmässig auswärts essen, spielt die Qualität der Mahlzeiten in Betreuungseinrichtungen eine wichtige Rolle. Genau hier setzt «Fourchette verte» an. Das nationale Label steht für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Verpflegung in der Gemeinschaftsgastronomie. In der Schweiz essen täglich fast eine Million Menschen in entsprechenden Einrichtungen – darunter fallen schulergänzende Betreuungen, Schulkantinen, Kindertagesstätten, Restaurants, Jugendheime sowie Alters- und Pflegeheime. All diese Betriebe übernehmen eine wichtige Vorbildfunktion z. B. gegenüber den Mitarbeitenden, den Kindern und deren Eltern. Mit einem ausgewogenen und nachhaltigen Menüangebot leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung. Das Label unterstützt sie dabei konkret: Bereits 18 Partnerkantone und über 1750 Betriebe machen mit, rund 300 davon tragen zusätzlich das erweiterte Label «Fourchette verte – Ama terra». Dieses legt einen besonderen Fokus auf Umweltaspekte, denn die menschliche Gesundheit ist untrennbar mit der Gesundheit unseres Planeten verknüpft. Bei «Fourchette verte – Ama terra» stehen frische, saisonale und möglichst regionale Lebensmittel im Zentrum. Bevorzugt werden Produkte aus umweltfreundlicher Produktion und fairem Handel. Die Küchen verwenden wenig verarbeitete Produkte. Als Eiweisslieferanten werden vermehrt pflanzliche Lebensmittel wie rote und weisse Bohnen, Linsen, Tofu oder Seitan eingesetzt. Typische Beispiele für gesunde und ausgewogene Mahlzeiten sind – je nach Saison – etwa:
- Vollkornpasta mit einer Gemüsesauce aus Tomaten, Zucchini und Karotten sowie Käsestückchen
- Linsen-/Kartoffeleintopf mit saisonalem Gemüse und Kräutern
- Ofenkartoffeln mit Quarkdip und einem bunten Salat
- Fleischragout mit Lauch, Dörrbohnen und Karotten, begleitet von Reis
- Vegetarisches Curry mit Kichererbsen und Spinat
- Zum Dessert oder als Snack: frisches, saisonales Obst wie Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Mirabellen, Beeren
Zudem wird dank der Anwendung eines praxisnahen Konzepts die Lebensmittelverschwendung bewusst reduziert, beispielsweise durch gezielten Einkauf, korrekte Lagerung und die Verwertung von Resten. Ebenso wichtig ist die aktive Einbindung der Kinder und Gäste: Sie werden falls möglich, altersgerecht in Abläufe und die Zubereitung einbezogen. Dadurch entwickeln sie ein besseres Verständnis für Lebensmittel, deren Herkunft und den Wert einer ausgewogenen Ernährung. Betriebe profitieren mit «Fourchette verte» von einem umfassenden Beratungsprozess. Gemeinsam mit den Fachpersonen wird die Haltung zum Essen besprochen und das bestehende Verpflegungsangebot gezielt verbessert. Im Fokus stehen dabei die Anwendung der offiziellen Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) und des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Die Beratung wird individuell auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten. Je nach Bedarf stehen unterschiedliche Themen im Fokus, etwa die ausgewogene Menüplanung, der Umgang mit begrenztem Budget, Ideen zur Zubereitung von Hülsenfrüchten, der Umgang mit Neophobie (der natürlichen Zurückhaltung oder Ablehnung gegenüber neuen, unbekannten Lebensmitteln bei Kindern), Tischsitten inklusive Rituale, Werte rund ums Essen oder die Vorbildfunktion des Teams. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Betriebe das Label «Fourchette verte» oder «Fourchette verte – Ama terra». Damit steht Betrieben ein bewährtes Konzept zur Verfügung, das Gesundheit, Genuss und Umweltbewusstsein miteinander verbindet. So lernen Kinder früh, vielfältig und ausgewogen zu essen – eine wertvolle Grundlage, die sie ein Leben lang begleitet.
Eltern, die ihr Kind in eine gelabelte Kita oder einen gelabelten Mittagstisch schicken möchten, finden auf der Website von «Fourchette verte» eine Übersicht der entsprechenden Angebote im jeweiligen Kanton – siehe Kasten «Weiterführende Informationen». Ist ein Betrieb nicht zertifiziert, lohnt es sich, direkt nachzufragen, ob eine Teilnahme geplant ist. Interessierte Eltern oder Betriebe können sich zudem unverbindlich an die kantonale Sektion wenden, um mehr über den Labelprozess zu erfahren.
Tischkultur pflegen
- Essen Sie möglichst häufig gemeinsam.
- Nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten.
- Seien Sie sich als Eltern über Ihre Vorbildfunktion bewusst. Vorlieben, Abneigungen und Einstellungen prägen das Essverhalten des Kindes stark.
- Leben Sie Ihrem Kind vor, was Sie von ihm erwarten.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, noch unbekannte Lebensmittel zu probieren. Auch wenn Ihr Kind das Lebensmittel nicht mag, bieten Sie es an einem anderen Tag wieder an. Oft braucht es mehrmaliges Probieren (mindestens acht Mal), bis ein neues Lebensmittel mundet.
- Als Eltern bestimmen Sie, was auf den Tisch kommt. Achten Sie auf eine gesunde Abwechslung und greifen Sie vorzugsweise zu wenig verarbeiteten Produkten.
- Ihr Kind darf selbst entscheiden, was und wie viel es vom Angebot essen mag. Kinder haben nämlich ein gutes Gefühl für Hunger und Sättigung. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum (Auf-)Essen.
- Essen hat nichts mit Leistung zu tun. Loben oder tadeln Sie Ihr Kind nicht für seine Essensmenge. Loben Sie es lieber für seine Versuche, selbstständig zu essen.
- Lassen Sie sich nicht auf einen Kampf am Tisch ein. Wenn Kinder merken, dass sie durch Quengeln oder das Verweigern von Essen besonders viel Aufmerksamkeit erhalten oder sogar etwas Neues gekocht bekommen, werden sie sich bei der nächsten Mahlzeit wieder so verhalten.
- Setzen Sie Essen nicht als Trost, Belohnung oder zur Bestrafung ein.
- Achten Sie auf eine angenehme Atmosphäre bei den Mahlzeiten. Begegnen Sie Ihrem Kind mit Wertschätzung und Humor.
- Beziehen Sie Ihr Kind beim Einkaufen, bei der Zubereitung und beim Tischdecken mit ein. Kinder haben meist grosse Freude daran.
- Quelle: Fachstelle PEP (Prävention Essstörungen Praxisnah) am Inselspital Bern: https://www.gf.gsi.be.ch/de/start/info/angebote/pep-gemeinsam-essen.html

Fourchette verte Schweiz wird von Gesundheitsförderung Schweiz und den Kantonen unterstützt.
Weiterführende Informationen
- Fourchette verte, www.fourchetteverte.ch/de
- Rezepte für die Zubereitung von pflanzlichen Eiweisslieferanten
- Eiweissquellen – klug kombiniert
- Betriebe in ihrem Kanton: www.fourchetteverte.ch/de/in-ihrem-kanton
- BLV-Link zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern: www.kinderandentisch.ch
- Unterlagen zum Essen mit Kindern von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE: www.sge-ssn.ch/de/lebensphasen/kindheit/ernaehrungsscheibe