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Lebendiges Kinderdorf Pestalozzi

Ein kleines Dorf in der Ostschweiz, zwischen Alpstein und Bodensee, unweit von St. Gallen gelegen: Das Kinderdorf Pestalozzi ist seit 80 Jahren ein Ort der Bildung und der Begegnung. Doch wie sieht der Alltag im Kinderdorf aus? Ein Rundgang durch einen Ort, der Kinder aus aller Welt empfängt und gleichzeitig ein bunter Spielplatz in freier Natur ist.

Hoch über den Hügeln von Trogen liegt das Kinderdorf Pestalozzi. Mia ist zu Besuch und steht auf dem Dorfplatz, umgeben von rund zwei Dutzend traditionellen Appenzeller Häusern. Von hier aus erschliesst sich das Kinderdorf: Die Turnhalle und Dorfküche, die unzähligen Spiel- und Sportplätze, die Cafeteria mit Bistro, das Radiostudio, das Andachtshaus sowie das Besucherzentrum.
Aus einem der Häuser dringt lautes Gelächter. Mia bleibt stehen und schaut näher hin. Eine Gruppe aus dem Ausland sitzt beim gemeinsamen Mittagessen. Während zwei Wochen leben die Jugendlichen im Kinderdorf, um sich zusammen mit einer Schweizer Klasse mit Themen wie Frieden, Demokratie und interkultureller Verständigung auseinanderzusetzen. Über das ganze Jahr hinweg besuchen verschiedene Gruppen das Kinderdorf, mal kleiner, mal grösser. Neben Kindern und Jugendlichen finden auch Vereine, Unternehmen oder private Gruppen ihren Platz im Kinderdorf. Die Häuser bieten Raum für unterschiedliche Anlässe und ermöglichen Aufenthalte, die sich flexibel gestalten lassen. Mia stellt sich vor, wie es wäre, hier einmal selbst Zeit zu verbringen. Vielleicht schlägt sie ihren Eltern vor, ihren nächsten Geburtstag im Kinderdorf zu feiern und hier zu übernachten. Oder ihr Vater könnte als Pfadi-Leiter eine spannende Lagerwoche organisieren.
Durch ein offenes Fenster hört Mia, wie sich die Jugendlichen über einen Workshop, den sie am Vormittag besucht haben, austauschen. Plötzlich ein dumpfes Geräusch: Ein Ball prallt neben ihr gegen die Hauswand. Mitten im Dorf tobt auf dem Fussballfeld ein lebhaftes Spiel. Ein paar Jugendliche jagen dem Ball hinterher, rufen sich zu, lachen. Gleich dahinter reihen sich das Basketballfeld und das Beachvolleyballfeld. «So viele Möglichkeiten», denkt Mia, wirft den Ball zurück ins Spiel und geht weiter. Sie kommt am Baumhaus vorbei, am Kick Loop, an Hängematten zwischen den Bäumen. An einer Grillstelle zieht der Duft von Feuerholz durch die Luft. Bei der grossen Kugelbahn bleibt sie stehen und lässt eine Holzkugel auf die Reise gehen. Meter um Meter rollt sie talwärts. Welchen Weg sie wohl nimmt? Mia überquert den Balancierpfad und erreicht schlussendlich die Spinnerei.
Die Spinnerei ist ein riesiges, buntes Kletternetz, in dem Kinder herumklettern oder einfach in Ruhe entspannen können. «Scheint ein guter Ort zu sein, um ein paar Gedanken zu spinnen», schmunzelt Mia. Gleich daneben, auf der Terrasse des Bistros, sitzen die Eltern der spielenden Kinder und geniessen einen Moment in der Sonne. Als Mia Richtung Schulhaus weitergeht, bemerkt sie die atemberaubende Aussicht vom Kinderdorf. Sie bleibt kurz stehen, um den Moment zu geniessen – ihr Blick schweift bis zum Bodensee. «Wie naturbelassen das Kinderdorf doch ist», stellt Mia fest. Plötzlich wird Mia von der Seite angestupst. «Hey, wir müssen los!» Vor ihr steht ein gleichaltriger Junge. Verdutzt fragt Mia: «Wohin?» «Der Workshop zu den Kinderrechten geht weiter», erklärt er. Da wird Mia klar, dass er sie fälschlicherweise für eine Teilnehmerin der Bildungsprojekte im Kinderdorf hält. Sie klärt ihn auf, dass sie nur zu einem Tagesausflug hier ist. «Wie offen hier alle sind», denkt Mia.
Anschliessend holt sich Mia ein kühles Getränk im Bistro und besucht das hauseigene Museum im Besucherzentrum. Dort erfährt sie, dass das Kinderdorf Pestalozzi vor 80 Jahren gegründet wurde, um Kriegswaisen ein Zuhause zu geben, Bildung zu ermöglichen und neue Perspektiven zu schaffen. «Spannend, wie sich das Dorf über die Jahrzehnte entwickelt hat», findet Mia. Langsam wird es dunkel. Sie beschliesst, nach Hause zu gehen, und steigt zufrieden den Hügel hinunter Richtung Zughaltestelle. Aus der Ferne hört sie noch immer die Stimmen der Kinder. «Ich komme wieder ins Kinderdorf Pestalozzi – es gibt noch so vieles zu entdecken», stellt Mia fest.

Das Kinderdorf Pestalozzi wird 80!

Seit 80 Jahren ist das Kinderdorf Pestalozzi ein Ort der Begegnung, der Bildung und des Miteinanders. Anlässlich dieses Jubiläums begleiten verschiedene Veranstaltungen und besondere Aktionen die Gäste durch das Jahr. Wir freuen uns, dieses besondere Ereignis gemeinsam mit Ihnen zu feiern.

Save the Dates:
5. April 2026: Osterbrunch
11. Juni 2026: Charity-Tavolata
22. August 2026: Sommerfest

Alle Freizeitangebote im Kinderdorf, ausgenommen vom Museum, sind kostenlos. Mit jeder Buchung unterstützen Sie den Stiftungszweck und helfen mit, eine Zukunft für Kinder zu bauen.

Alle Informationen unter:
pestalozzi.ch/dorf