Ich werde Vater

.. und möchte präsent sein in der Familie

Nach der Geburt eines Kindes ist für das Paar (fast) nichts mehr wie vorher. Das Leben erhält eine neue Richtung, einen neuen Sinn, es gibt neue Aufgaben.

Davon sind die persönliche Freiheit, die Partnerschaft, die Haus- und die Erwerbsarbeit betroffen. Es stellen sich neue Fragen wie: Wie wollen wir die Kinderbetreuung organisieren oder wer von uns beiden muss seine Erwerbstätigkeit um wie viel Prozent reduzieren?

Vor noch nicht allzu langer Zeit war es selbstverständlich, dass sich die Frau nach der Geburt auf ein ganz neues Leben einstellte. Diese klare Rollenteilung hat an Bedeutung verloren. Nach der Geburt eines Kindes möchten viele Frauen wei-terhin den Beruf ausüben, den sie gelernt haben. Gleichzeitig möchten immer mehr Väter nicht mehr nur am Abend oder Wochenende Vater sein.

Die Familie ist ein Lebensprojekt, das verschiedene Phasen durchläuft: Die Lebensumstände und die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder ändern sich ständig. Die Arbeitsteilung ist nicht in Stein gemeisselt. Sie können Sie ändern und anpassen. Weil die Aufgabe komplex ist, lohnt es sich, sie gemeinsam zu besprechen, sich zu informieren und sich dafür Zeit zu nehmen.

Die Rolle des Betriebs ist wichtig
Immer mehr Betriebe in der Schweiz haben erkannt, dass es für ihre Geschäfte wichtig ist, den Zielen und Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden Rechnung zu tragen. Sie bieten ihren Mitarbeitenden eine Auswahl von Massnahmen, die ihnen ermöglichen, Familie und Erwerbsarbeit zu vereinbaren. Wenn es diese Ange-bote gibt, ist dies auf folgende zwei Tatsachen zurückzuführen:

  • Studien haben bewiesen und berechnet, wie hoch der Gewinn einer Personalpolitik ist, die eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ermöglicht. «Betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse familienfreundlicher Unternehmenspolitik», Prognos AG, 2005. Diese Studie wurde vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement mitfinanziert und von vier grossen Schweizer Unternehmen mitgetragen (Zur Studie).
  • Die Anfragen der Mitarbeitenden werden immer zahlreicher, was zeigt, dass die Berücksichtigung der Bedürfnisse nach einer besseren Vereinbarkeit ein wichtiges Thema ist.

Sie haben also ein Interesse daran, sich über die Massnahmen zugunsten der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie innerhalb Ihres Betriebs zu informieren. Wenn diesbezüglich noch keine Überlegungen angestellt worden sind und wenn kein Angebot für die Väter vorhanden ist, werden Ihre Fragen dazu beitragen, den Prozess anzustossen. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen über das Thema: Mit Schweigen hat man die Dinge noch nie verändert.

Mit Verhandeln kann eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie erreicht werden

a) Vaterschaftsurlaub
Der Vaterschaftsurlaub ist eine Massnahme, die die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie begünstigt. Die sich daraus ergebenden Gewinne sind berechnet worden: Ein «Return on Investment» von mindestens 8 Prozent ist, gemäss der weiter oben zitierten Prognos-Studie, davon zu erwarten. Diese Zahl ist eine vorsichtige Schätzung, da sie weitere, nicht quantifizierbare, aber offenkundige Effekte wie die gesteigerte Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, die erhöhte Effizienz und Produktivität, die Reduktion des Stresses, die geringeren Absenzen und die tiefere Krankheitsquote oder die Verbesserung des Images des Betriebs und des Produkteverkaufs nicht berücksichtigt. Wenn die bezifferbaren Argumente Ihren Arbeitgeber nicht zu überzeugen vermögen und er nicht auf Ihre Bedürfnisse eingeht, bleibt Ihnen die Möglichkeit, auf noch nicht bezogene Ferientage oder noch nicht kompensierte Überstunden zurückzugreifen.

b) befristete Teilzeitarbeit
Die grösste Herausforderung für einen Mann besteht darin, Teilzeit arbeiten zu können. Sehr wenige wagen, ein solches Arbeitsmodell einzufordern, besonders wenn sie einen Posten mit Verantwortung haben. Mit einer guten Arbeitsorganisation verbunden mit einer gut geführten Vertretung ist Teilzeitarbeit aber in allen Berufen möglich. Die grossen Manager, die in mehreren Verwaltungsräten sitzen, erfüllen ihre Mandate de facto ja auch im Teilzeitpensum. Der Einkommensrückgang ist sicher nicht zu vernachlässigen, insbesondere wenn Ihr Haushalt nur über das Existenzminimum verfügt. Wägen Sie die Vorteile einer höheren Präsenzzeit beider Elternteile und eines höheren Lebensstandards ab: Welcher der beiden Faktoren ist für Ihre Familie und Ihre Kinder wertvoller? Mehr Zeit für Ihre Angehörigen bedeutet weniger Stress und Sorgen, weniger Spannungen und Konflikte, mehr Lebensqualität. Die Lebensumstände und die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder verändern sich: Die ersten Lebensjahre der Kinder, die von den Eltern am meisten Zeit verlangen, sind in Anbetracht eines gesamten Berufslebens nicht sehr zahlreich. Sie oder Ihre Partnerin können Ihre Arbeitszeit danach wieder erhöhen.

Weitere Infos:
Ganze Männer machen Teilzeitkarriere: www.teilzeitkarriere.ch

Website rund um Job-sharing mit Testimonials und praktischem Ratgeber: www.go-for-jobsharing.ch

www.mamagenda.ch, das kostenlose Tool um die Schwangerschaft am Arbeitsplatz zu organisieren. 

erstellt von www.mamagenda.ch

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