Plötzlich Mutter – wenn die Schwangerschaft unbemerkt bleibt

Die Schwangerschaft, in der Fachsprache auch Gestation genannt, ist für viele Frauen Sinn des Lebens und gehört trotz aller Umstände zu den glücklichsten Momenten der Existenz. Doch das gilt nicht für alle.

So lässt die Psyche mancher Mütter sie bis zur Geburt im Unklaren über ihren Zustand. Dabei sind die Anzeichen einer Schwangerschaft doch so offensichtlich.

Bin ich schwanger? Was ist zu tun?

Folgende körperliche Veränderungen deuten auf eine Schwangerschaft hin:

  • Ausbleiben der Periode
  • Morgendliche Übelkeit und Schwindelgefühle
  • Angeschwollene und empfindliche Brüste
  • Überdurchschnittliche Müdigkeit
  • Verändertes Geruchs- und Geschmacksempfinden
  • Stimmungsschwankungen
  • Heisshungerattacken
  • Blähungen
  • Gewichtsschwankungen und ein harter Bauch

Gewissheit verschafft bei deutlichen Hinweisen, wie dem Ausbleiben der Periode, ein Schwangerschaftstest oder der Gang zum Frauenarzt. Bereits eine Woche nach Ausbleiben der Regel kann eine Gestation festgestellt werden. Nach vier Wochen zeigen dann auch Ultraschallbilder die ersten Anzeichen der Entwicklung eines Fötus. Das frühzeitige Erkennen einer Schwangerschaft kommt dem Kind zugute, denn so lassen sich entsprechende Massnahmen gleich zu Beginn treffen.

Rohmilchprodukte, Koffein, Alkohol, Zigaretten, bestimmte Medikamente, Flugreisen sowie übermässige Belastungen können dem ungeborenen Kind schaden und sollten deshalb vermieden werden. Sport ist, allen Gerüchten zum Trotz, gut für Mutter und Kind. Vor allem sanftes Yoga gehört zu den beliebtesten Sportarten für Schwangere. Diese Entspannungsmöglichkeiten bereiten Kind und Körper optimal auf die Geburt vor. Doch was passiert bei einer erst sehr spät entdeckten Schwangerschaft und wie ist es überhaupt möglich, diese klaren Indikatoren zu übersehen?

Gravitas suppressalis

Bei einer unbemerkten Schwangerschaft geht es weniger um das Übersehen von Anzeichen als vielmehr um das unterbewusste Verdrängen oder Verleugnen ebendieser. Studien zu diesem Thema zeigen, dass das Phänomen sogar häufiger als gedacht auftritt. Auf 500 Schwangerschaften kommt eine, die erst nach der 20. Woche festgestellt wird. Ab diesem Zeitpunkt sprechen Mediziner auch von "Gravitas suppressalis" – einer verdrängten Schwangerschaft. In manchen Fällen wird sie sogar erst bei der Geburt festgestellt. Dabei nehmen Frauen die Anzeichen zwar wahr, doch der Gedanke an eine Schwangerschaft wird unterbewusst unterdrückt, um einem inneren Konflikt aus dem Weg zu gehen. Mit alltäglicheren Antworten wie "ich habe schon immer Gewichtsschwankungen", "der umgehende Magen-Darm-Virus ist an meinem harten Bauch und der Übelkeit schuld" oder "ich treibe viel Sport und habe deshalb eine unregelmässige Blutung", wird die eigentliche Tatsache abgetan.

Doch gerade weil diese Frauen sich nicht einer Schwangerschaft entsprechend verhalten, sind die Indikatoren weniger ausgeprägt. Durch die aufgrund der Gewichtszunahme begonnene Diäten oder Rauchen bleibt der Fötus oft sehr klein, wodurch sich auch der Bauch der Mutter nicht wesentlich verändert. Die Hintergründe für eine verdrängte Schwangerschaft können sehr verschieden sein. Während es bei einigen Frauen das Ende einer langjährigen Beziehung ist, kann es bei anderen um die Angst vor der Abhängigkeit von Partner oder Eltern gehen. Eine professionelle Psychotherapie ist für das Wohl der Mutter und des Kindes unbedingt erforderlich.

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