Promotion

Pickel, Stress & Herzschmerz?

Wenn Kinder erwachsen werden, beginnt nicht nur für die Jugendlichen eine "Sturm- und Drangzeit". Auch Eltern und Erziehende sind während der Pubertät ihrer Teenies gefordert.

Die Pubertät beginnt bei den meisten Mädchen etwa ab dem zehnten Lebensjahr, bei den Buben im Durchschnitt ungefähr zwei Jahre später. Dann setzen über den Zeitraum von etwa sechs Jahren alle körperlichen Veränderungen ein, die ein Kind in eine erwachsene Persönlichkeit verwandeln. Doch nicht nur der Körper verändert sich in dieser Periode, sondern auch bezüglich Gefühlen und Verhaltensweisen ist vieles im Umbruch. Bestimmt beobachten Eltern diese Veränderungen an ihrem Kind mit Erstaunen. So können sie oft kaum glauben, dass ihr Kind so schnell so gross - und auch so erwachsen - geworden ist. Je nachdem, welche Erfahrungen sie selbst in ihrer Pubertät gemacht haben, versuchen sie nun, ihrem Heranwachsenden eine entsprechende, hoffentlich möglichst positive Einstellung zu sich selbst, seinem Körper sowie zu seiner zukünftigen Entwicklung zu vermitteln. Das kann einerseits Spass machen, zum Beispiel wenn man seiner Tochter Pflegetipps geben darf oder wenn man ihr anlässlich der ersten Menstruation ein kleines Andenken überreicht. Stolz macht es Eltern auch, wenn der Sohn seine erste Freundin mit nach Hause bringt oder wenn er selbstständig seine Berufswahl in Angriff nimmt. Andererseits stimmt es Eltern eher wehmütig, wenn Kinder keine Lust mehr haben, an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen oder wenn sie sich mehr und mehr aus dem Familienleben zurückziehen und ihre Geheimnisse nur noch mit Gleichaltrigen teilen wollen. Belastend wird die Eltern- / Kind-Beziehung dann, wenn sich die Jugendlichen in der Schule verschlechtern, weil sie «null Bock» haben, ihre Hausaufgaben zu erledigen und alles «voll doof» finden. Auch wenn sie überall in der Wohnung ihr Chaos hinterlassen oder ihre Stimmungsschwankungen ungefiltert an den anderen Familienmitgliedern ausleben, braucht das Nerven. Für Eltern kann dies eine harte Zeit bedeuten. Vielleicht verstehen sie manchmal die Welt nicht mehr und wünschen sich Hilfe und Unterstützung von anderen Betroffenen oder von Fachpersonen. Denn es ist nicht einfach für liebevolle Eltern, die ihr Kind bis anhin bestmöglich erzogen und ihm alles gegeben haben, plötzlich zu erleben, wie ihr Kind sie vor den Kopf stösst oder sich ganz bewusst provokativ verhält. Vorbei sind die Zeiten, als sie ihren Sprössling einfach knuddeln konnten und alles wieder gut war. Für Teenies ist in dieser Phase ihres Lebens Rückzug und Loslösung notwendig, um sich als eigenständige Persönlichkeit begreifen zu lernen. Sie müssen herausfinden, wer sie sind und was sie wollen. Und das wiederum können sie nicht, ohne ihre Eltern und Erziehenden als Autorität in Frage zu stellen.

Gespräche anzetteln
Bruno Dinner, Sekundarlehrer und Buchautor, weiss, dass es keine Patentrezepte für den Umgang mit Pubertierenden gibt. Wichtig aber sei: «Eltern dürfen den Kontakt zu den Kindern nicht abreissen lassen». Eltern sollten Gespräche bewusst «anzetteln». Rebellion gehöre zum Ablösungsprozess und sei sogar notwendig. «Das bedeutet allerdings nicht, dass Eltern ihrem Kind alles durchgehen lassen müssen», ergänzt er. Wichtig sei, dass Eltern die Aufsässigkeit ihres Kindes als normalen Entwicklungsabschnitt annehmen. Den Eltern falle dabei die Aufgabe zu, immer wieder neue Grenzen abzustecken. Leichter gesagt, als getan. Seine Tipps können als Leitplanken dienen:

 

 

  • Setzen Sie klare Grenzen. Regelübertretungen müssen Konsequenzen haben.
  • Lassen Sie Jugendliche Wut, Angst, Trauer ausdrücken und Frustration ertragen.
  • Seien Sie Eltern, nicht Kumpel. Zeigen Sie Interesse an den Themen Ihrer Jugendlichen.
  • Lassen Sie Ihr Kind ruhig einmal stolpern, statt ihm alle Steine aus dem Weg zu räumen.
  • Loben Sie Ihr Kind. Nicht als ständiges Berieselungsprogramm, das merken Kinder sofort, sondern, wenn Sie es ehrlich meinen.
  • Zeigen Sie Ihren Jugendlichen, dass Sie stolz auf sie sind.
  • Geben Sie Jugendlichen nach einem Flop eine neue Chance. Pleiten, Pech und Pannen gehören einfach dazu.
  • Nehmen Sie Anteil, aber lassen Sie auch los.
  • Zeigen Sie Verständnis für das Wechselbad der Gefühle. Fühlen Sie mit, aber bleiben Sie klar.
  • Nehmen Sie ruhig mal die Perspektive des Teenagers ein, vermeiden Sie es aber, mit Ihrer eigenen Jugendzeit zu argumentieren. Die Zeiten haben sich geändert.
  • Seien Sie ein Vorbild und nehmen Sie Ihr Kind ernst.
  • Wenn Ihre Tochter, Ihr Sohn mit dem Kopf durch die Wand will, seien Sie die Wand, die hält.
  • Hält sich das Kind beim Thema Ausgang an die vereinbarten Abmachungen, können die «Auflagen» mit der Zeit gelockert werden.
  • Eignen Sie sich Wissen an.


Und: Seien Sie nicht verunsichert, wenn die Pubertät Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes sanft verläuft. Nicht alle Jugendlichen flippen ständig aus oder missachten alle Grenzen und Regeln. «Normal pubertieren» ist auch normal.

Abendkurse für Eltern und Erziehende
Im Kurs «Pickel, Stress & Herzschmerz – Wenn aus Kindern Jugendliche werden» erhalten Eltern praktische Tipps zu den Themen Stress, Körperpflege und Ernährung bei Pubertierenden. Anmeldung über www.vitagate.ch/kurse

Gewusst?
Auf dem Gesundheitsportal www.vitagate.ch gibt es viel Wissenswertes rund um Gesundheit, Fitness, Schönheit; u.a. in der Rubrik «Gesund leben» finden Eltern auch das Thema «Pubertät» mit vielen nützlichen Tipps, z. B. zu Fragen der Ernährung, Sexualität oder Körperpflege ihrer Heranwachsenden. Zudem steht Eltern ein persönlicher Expertenrat zur Verfügung:  www.vitagate.ch/expertenrat

erstellt von Christina Bösiger