Sexualaufklärung soll auf Cyber-Risiken hinweisen

Das Leben von Jugendlichen spielt sich online und offline ab. Doch nur eine Minderheit der Eltern weiss, welche Kontakte ihre Kinder im Internet pflegen. Mit einer Sexualaufklärungskampagne macht "Pro Juventute" deutlich, dass Gespräche über sexuelle Inhalte im Internet und Cyber-Risiken zu einer modernen Sexualaufklärung gehören.

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In der Pubertät erwachen neue Gefühle und der Wunsch, körperliche Erfahrungen zu machen. Das war früher so, und das wird auch so bleiben. Doch Internet, Smartphone und Co. haben den Umgang mit der Sexualität verändert. "Wichtig ist, dass Jugendliche nicht nur über Verhütung, Geschlechtskrankheiten oder Schwangerschaft Bescheid wissen, sondern sich genauso über Gefahren im Internet bewusst sind", betont Daniela Melone, Leiterin der Elternberatung von Pro Juventute. "Oftmals sind Jugendliche bloss einen Klick von sexuellen Inhalten entfernt, mit denen sie alleine nicht umgehen können. Aus Scham, oder weil sie nicht preisgeben möchten, dass sie weitergeklickt haben, verschweigen sie vielfach, worauf sie gestossen sind." Damit die Entdeckung der Sexualität nicht von negativen Erfahrungen überschattet wird, braucht es aufklärende Gespräche über sexuelle Inhalte im Internet und Hinweise auf Cyber-Risiken, lautet deshalb der Appell der Sexualaufklärungskampagne von "Pro Juventute".

Aufklärung hilft, sich zu schützen
In der Anonymität der Online-Welt tummeln sich Leute, die sich an Kinder und Jugendliche heranmachen, um sie sexuell zu missbrauchen. Versteckt hinter falschen Profilen versuchen sie, das Vertrauen von Teenagern zu gewinnen und für ihre Zwecke auszunützen. Laut aktuellen Studien hat auch in der Schweiz jedes vierte Kind im Internet bereits einmal Kontakt mit Unbekannten gehabt, und etwa jeder fünfte Jugendliche hat eine Online-Bekanntschaft im wirklichen Leben getroffen. Zahlen und Fakten, die aufhorchen lassen. Es gilt zu verhindern, dass Jugendliche, ahnungslos und getrieben von Neugier, negative Erfahrungen machen. Denn mit dem Einzug des Internet und der Sozialen Netzwerke hat die Sexualität eine neue Dimension erreicht.

Das Medienverhalten kennen und reflektieren
"Nutzen Sie alltägliche Situationen, wie einen Zeitungsbericht oder einen Film, den sie gemeinsam angeschaut haben, um mit ihrem Sohn, ihrer Tochter ins Gespräch zu kommen. Sprechen sie auch positive Themen an, wie etwa schöne Bilder im Internet oder die Bedeutung der ersten Liebe", rät Daniela Melone. Sie führt weiter aus: "Erkundigen sie sich auch unabhängig vom Thema Sexualität nach dem Medienverhalten ihres Teenagers. Fragen Sie nach, wie ihr Kind reagiert, wenn es etwas sieht, das es eigentlich nicht sehen will, ihm aber spannend erscheint." In einem Merkblatt von "Pro Juventute" oder YouTube-Clip finden sich weitere Informationen.

Eltern, die sich durch die Komplexität der Sexualaufklärung überfordert fühlen, können sich jederzeit an die Elternberatung von Pro Juventute, Tel. 058 261 61 61, wenden.

Link zur Aufklärungskampagne von "Pro Juventute"
www.projuvetute.ch/aufklaerung

erstellt von pd/SaS.