Potenziale sozialer Medien für Heranwachsende fördern

Manche Eltern verbinden Facebook, WhatsApp & Co. vor allem mit Cybermobbing oder der Dauernutzung durch ihre Kinder, aus Angst etwas zu verpassen. Doch können soziale Medien die Kreativität von Kindern und den kompetenten Umgang mit Medien stärken. Wichtig ist, dass Eltern aufmerksam sind, um Risiken für ihre Kinder zu minimieren und Chancen zu nutzen, so „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien.

Mit sozialen Medien werden Heranwachsende vom Konsumenten zum Produzenten eigener Inhalte. So fördern diese dialogisches Schreiben und eine produktive Mediennutzung, wie den Ausdruck eigener Gefühle und Gedanken durch Texte, Bilder oder Fotos. Eine wichtige Rolle bei der schnellen Kommunikation spielen Abkürzungen, Jugend-, Netz- und Bildsprache. Emojis, bildhafte Darstellungen von Emotionen, Gegenständen, Menschen, Pflanzen und Tieren sind mittlerweile so relevant und präsent, dass sie auch breit diskutiert werden. Mittlerweile gibt es sie auch in verschiedenen Hautfarben und als Regenbogenfamilien. Zudem hat Facebook nach Protesten ein Smiley von „fett“ in „vollgestopft“ geändert. „Fragen Eltern nach der Bedeutung dieser Begriffe und Zeichen, zeigen sie Interesse und bekommen zudem einen Einblicke in die Kommunikation ihrer Kinder“, so Kristin Langer, Mediencoach bei SCHAU HIN!.

Soziale Medien stärken Beziehungen
Es gibt viele positive Aspekte, wenn Kinder sich online vernetzen, und Inhalte teilen. So helfen soziale Netzwerke bei der Beziehungspflege, unterstützen das soziale Lernen und bieten die Möglichkeit, sich darzustellen, auszudrücken, sich auszutauschen und zu informieren. „Kinder erwerben in sozialen Medien wichtige Kompetenzen, die gerade für das Berufsleben grundlegend sind: etwa Informationen zu sortieren, kritisch zu analysieren und eine eigene Haltung zu entwickeln. Diese Form von Medienkompetenz können Eltern aktiv begleiten und auf altersgemäße Angebote achten“. Neben Freundschaften können soziale Medien auch die Bindungen innerhalb von Familien stärken. So tauschen sich viele Kinder und Jugendliche darüber mit ihren Eltern aus.

Soziale Medien fördern die Identitätsbildung
Heranwachsende können soziale Netzwerke, Blogs und Messenger auch dazu nutzen, sich selbst darstellen und dabei zu testen, was bei anderen ankommt und was nicht. Diese Rückmeldungen von Gleichaltrigen sind für die Identitätsbildung wichtig. Sie vermitteln das Gefühl, zugehörig zu sein. Auch bei ausgefallenen Interessen oder Hobbys findet man online schnell Anhänger, mit denen man sich austauschen kann. Auf der einen Seite winken Popularität und Anerkennung. Doch kann es auch sein, dass negative oder hämische Kommentare folgen, mit denen man umgehen können muss. Auch dabei können Eltern unterstützen, indem sie ihr Kind begleiten, ein offenes Ohr haben und Sicherheitstipps fürs Chatten geben, etwa genau zu überlegen, mit wem man was teilt.

Soziale Medien ermöglichen Engagement und bieten Hilfe
Über Facebook & Co. können Jugendliche sich schnell über aktuelle Nachrichten informieren und Anteil nehmen, etwa wenn sie bei schweren Unglücken ihr Beileid ausdrücken oder einen bekannten Verstorbenen betrauern. Über soziale Netzwerke kann man sich auch engagieren, indem man sich an Initiativen, Petitionen oder Spendenaufrufen beteiligt und andere darauf aufmerksam machen kann. Aber auch hier sollte man kritisch bleiben und die Quellen genau prüfen. Nicht alles, was aussieht wie Mithilfe verfolgt auch seröse Absichten. Nicht zuletzt gibt es im Netz auch Hilfeforen, in denen Jugendliche sich bei Problemen austauschen und Unterstützung finden können.