Kopfläuse – Kein Grund zur Panik!

Lausige Zeiten stehen bevor! Wenn es in den Haaren juckt und kratzt, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und folgende Massnahmen konsequent zu befolgen. Frei nach der Devise: «Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!»

Läuse erscheinen uns heutzutage eklig und sind allen, die davon betroffen sind, äusserst peinlich. Allerdings kommt der Lausbefall in den besten Familien vor und ist kein Grund zur Aufregung, denn die kleinen Krabbeltierchen sind zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie verbreiten in unseren Breitengraden auch keine Krankheiten. Wenn Sie lebende Läuse bei sich oder Ihren Kindern entdecken, schätzen Sie die Sachlage also möglichst nüchtern ein. Dann ist jedoch eine rasche, wirksame Behandlung wichtig.

Wie kommt die Laus ins Haar?

Sauber oder nicht, den kleinen Insekten ist jeder behaarte Kopf willkommen. Der Läusebefall hat also nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch tägliches Haarewaschen verhindert keinen Kopflausbefall. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt und nicht wie früher gedacht durch den Austausch von Bürsten, Kleidungsstücken, Kopfkissen oder Stofftieren. Kopfläuse können weder springen, fliegen noch hüpfen. Diverse Studien belegen, dass eine Übertragung über Mützen, Velohelme, Kleidung etc. sehr unwahrscheinlich ist. Tiere übertragen ebenfalls keine Kopfläuse. Die Kopflaus ist auf die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Blutversorgung angewiesen, welche sie nur auf dem menschlichen Kopf findet. Sobald sie diese Parameter nicht mehr zur Verfügung hat, ist sie sehr schnell nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen. Zudem erschwert ihr die Form ihrer Klauen die Fortbewegung ausserhalb der Haare.

Und wie kommt sie schnellstens wieder raus?

Läuseexpertin Dr. Christina Ruob Fuchs rät zu folgendem Vorgehen: Suchen Sie bei allen Mitgliedern der Familie nach lebenden Läusen und Eiern/Nissen.

Haben Sie lebende Kopfläuse gefunden?

Ja? Dann behandeln Sie mit einem wirksamen Lausmittel genau nach Behandlungshinweisen und informieren Sie alle Kontaktpersonen. Weitere Massnahmen sind nicht notwendig. Kontrollieren Sie jedoch in der nächsten Zeit mindestens einmal pro Woche auf Lausbefall. Nach der Lausbehandlung sind im Haar noch vorhandene Eier/Nissen nur noch kosmetisch störend. Entdecken Sie dabei wiederum lebende Kopfläuse, starten Sie die Behandlung erneut.

Haben Sie nur Eier/Nissen gefunden?

Ja? Dann behandeln Sie nicht mit Antilausmitteln. Kontrollieren Sie während 2 Wochen alle 3 Tage, ob aus den Eiern Kopfläuse schlüpfen.

Haben Sie weder Kopfläuse noch Eier/Nissen gefunden?

Ja? Dann behandeln Sie nicht mit Antilausmitteln.

Gewusst?

Kopfläuse (es gibt sie seit Menschengedenken) sind Hautparasiten des Menschen. Sie ernähren sich nur von seinem Blut. Kopfläuse haben 6 Beine mit starken Klauen, mit denen sie die Haare umfassen. Kopfläuse sind gute Kletterer – springen oder fliegen können sie nicht! Kopfläuse werden etwa 30 Tage alt. Ihr ganzes Leben verbringen sie auf dem Kopf eines Menschen.

Aus einem Lausei schlüpft nach 7 bis 10 Tagen eine junge Laus. Nach weiteren 7 bis 10 Tagen ist die Laus geschlechtsreif. Geschlechtsreife Weibchen legen pro Tag etwa 10 Eier oder 100 während ihres ganzen Lebens. Lauseier werden gewinkelt an die Seite eines Haares geklebt. Sie haben alle dieselbe ovale Form. Nissen nennt man die leeren Eihüllen, nachdem die junge Laus geschlüpft ist. Im Volksmund wird mit «Nisse» jedoch das Lausei allgemein bezeichnet. Nissen können noch monatelang im Haar verbleiben und wachsen mit ihm heraus, auch nach einer erfolgreichen Behandlung. Die Nissen sind nur ein kosmetisches «Problem» und müssen nicht zwingend entfernt werden. Die Eier müssen von einem Lausweibchen an die Haare geklebt werden – man kann nicht einfach «Eier oder Nissen auflesen». Der «Klebstoff» ist so hartnäckig, dass er sich kaum lösen lässt, ohne das Haar zu beschädigen, also nicht mit einer normalen Haarwäsche. 

Kopfläuse …

  • sind flügellose, blutsaugende Insekten.
  • übertragen keine Krankheiten.
  • sind ca. 2,4 bis 3,3 mm lang. Die Weibchen sind etwas grösser als die Männchen.
  • sind im hungrigen Zustand blassgrau. Wenn sie frisch gesaugt haben, erscheinen sie rötlich-bräunlich bis rot.
  • haben einen Stechrüssel. Mit Hilfe kleiner Zähnchen an der Kopfspitze sägen sie die Haut an, um dann mit den Stechborsten am Rüssel zuzustechen. Der Juckreiz erfolgt bei Erstbefallenen ab 4 bis 6 Wochen. Allerdings juckt ein Stich nicht in jedem Fall.
  • vermehren sich gerne und oft.

Und so kontrollieren Sie Haare auf Kopfläuse

  • Arbeiten Sie bei gutem Licht. Am besten in der Nähe eines Fensters oder im Freien.
  • Bürsten Sie das Haar durch, um Knoten zu lösen. Scheiteln Sie dann Schritt für Schritt das ganze Haar mit der Hilfe eines Kammes. Stecken Sie das restliche Haar mit einer Haarklammer weg oder fassen Sie es mit Haargummis zusammen.
  • Achten Sie auf Eier und Nissen (d.h. die leere Eihülle, nachdem das Lausbaby ausgeschlüpft ist). Diese haben etwa die Grösse eines Sandkorns und können von blossem Auge gerade noch erkannt werden.
  • Lebende Läuse leben vor allem im Bereich hinter den Ohren und im Nacken und legen auch ihre Eier hauptsächlich an diesen Stellen.
  • Am einfachsten und schnellsten finden Sie Läuse mit der Hilfe eines speziellen Nissenkamms: Befeuchten Sie die Haare und tragen Sie eine Haarspülung auf, durchkämmen Sie damit systematisch während mindestens fünf Minuten das Haar.
  • Dazwischen kontrollieren Sie den Kamm auf darin hängen gebliebene Läuse. Klopfen Sie dazu den Kamm kräftig auf einem weissen Blatt Papier aus. Lassen Sie sich Zeit, es lohnt sich!

Tipp:

Natürliche Aktiv-Behandlung gegen Läuse Laus-Stop von Rausch wirkt mild und dennoch effizient mit wertvollen Wirkstoffen wie Andiroba-, Raps- und Kokos-Öl – ohne chemische Insektizide. Nach der Anwendung können die Nissen mittels Läusekamm ausgekämmt werden.

Quelle/Linktipp: www.lausinfo.ch: Hier finden Eltern und Schulen das Wichtigste in Kürze.

erstellt von Christina Bösiger