Kinderbücher für jedes Alter

Türli & Flidari erobern die Schweiz. Am Anfang standen kleine Kindergeschichten, die eine Gotte erzählte. 45 Jahre später ist daraus eine erfolgreiche Kinderbuchserie entstanden - längst nicht nur für Kinder.

Manchmal ist ein bisschen Geduld nötig. Die Geschichte von „Türli & Flidari“ beweist das eindrücklich. Alles begann, als eine Handarbeitslehrerin und Mutter von fünf Kindern vor fast einem halben Jahrhundert aus dem Stegreif die Figur des Türli erfand, eines neugierigen Spitzbuben. Der Name war abgeleitet von einer Region im rheintalischen Montlingen, wo die Familie wohnte. Unter den gespannten Zuhörern der Geschichten war auch Jürg Loser, der Göttibube der Lehrerin.  Als er viele Jahre später beschloss, selbst ein Kinderbuch zu kreieren und herauszugeben, war der Name wieder präsent. Und als Kompagnon für Türli entstand der „Flidari“, das rheintalische Wort für einen etwas nachlässig gekleideten, aber liebenswerten Schussel. Kinderbuchfreunde in der ganzen Schweiz kennen dieses Duo mittlerweile; soeben ist der dritte Band der Serie erschienen, „Türli & Flidari beim Schlitteln im Bergün“. Die Vorläufer mit den Abenteuern der beiden in einem Rheintaler Naturschutzgebiet sowie auf dem Bahnerlebnisweg Albula sind seit ihrer Erscheinung erfolgreich auf dem Markt.

Idee lag Jahre auf Eis
Doch zwischen den Gotti-Geschichten und dem Start der Kinderbuchserie verging viel Zeit. Vor rund 15 Jahren lernten sich Jürg Loser und der Künstler Patrick Steiger kennen. „Als ich erste Zeichnungen von ihm sah, war ich sofort begeistert von seinem Stil“, erinnert sich Jürg Loser. Angeregt davon, kam die Idee auf, ein Kinderbuch zu kreieren, und auch die Protagonisten waren schnell erfunden; erste Skizzen der Figuren folgten, und schon damals wurde klar, dass beide, Autor und Zeichner, dieselben Vorstellungen teilten. Danach herrschte dennoch erst einmal jahrelange Funkstille rund um das geplante Projekt. Loser: „Wir hatten beide schlicht keine Zeit, die Idee wurde auf Eis gelegt.“ Ins Rollen kam das Ganze, als Jürg Loser viele Jahre später beschloss, sich beruflich zu verändern...

erstellt von Stefan Millius