Handball vereint die olympischen Grunddisziplinen Springen, Laufen und Werfen

In der Schweiz gibt es rund 25 000 Handballer/-innen. Die Sportart fördert die individuelle Entwicklung sowie das Spiel in der Mannschaft. Und bei den vielen Goals wird auch den Zuschauern nie langweilig.

«Handball ist schnell und dynamisch, hart, aber sehr fair, kurzweilig und torreich», schwärmt Marco Ellenberger, ehemaliger Sportjournalist und Leiter Kommunikation beim Schweizerischen Handball-Verband. «Ein langweiliges 0:0 wie im Fussball kommt nie vor.» Beim Handball besteht das Spielfeld aus einem Rechteck mit einem Goal an beiden Enden. Zwei Mannschaften à sieben Spieler treten gegeneinander an: Im Wechsel versucht das eine Team, den Ball in das gegnerische Goal zu bekommen, derweil sich das andere Team in den Weg stellt. Dabei dürfen die Angreifer keine Zeit schinden, sonst verlieren sie ihren Zug an die Verteidiger. Die Spieler dribbeln, passen und schiessen ausschliesslich mit ihren Händen. Um bessere Kontrolle über den Ball zu behalten, verwenden sie eine klebrige Paste, genannt «Harz».

In der Schweiz spielen rund 25 000 Menschen Handball. «Damit handelt es sich um eine mittelgrosse Teamsportart, vergleichbar mit Unihockey oder Volleyball», weiss Marco Ellenberger. Im internationalen Vergleich befinden sich die Schweizer Nationalmannschaften etwa um Rang 20. Die Männer erarbeiten sich derzeit wieder den Anschluss an die internationale Spitze. «Die Aufgabe ist insofern schwierig, als dass gerade in Europa sehr viele Nationen über professionelle Strukturen und starke Nationalmannschaften verfügen», sagt Ellenberger. Die Dichte sei ähnlich wie im Fussball. Und doch stammt einer der besten Handballer der Welt aus der Schweiz: Andy Schmid spielt in der deutschen Bundesliga für die Rhein-Neckar Löwen. Der 33-Jährige wurde vergangenes Jahr zum dritten Mal in Folge zum «Spieler der Saison» gewählt. Zu den weiblichen Handballidolen, die den Sprung ins Ausland geschafft haben, gehören etwa Karin Weigelt oder Manuela Brütsch.

Verein finden und durchstarten

«Handball vereint die olympischen Grunddisziplinen Springen, Laufen und Werfen», sagt Ellenberger. Die ganzheitliche Sportart fördert die individuelle Entwicklung gleichermassen wie auch das Spiel in der Mannschaft. Deshalb eignet sie sich auch hervorragend für Kinder. Anfangen können sie bereits mit sechs bis sieben Jahren. Ein weicher Ball, kleinere Goals und vereinfachte Regeln garantieren ein altersgerechtes Training. Übrigens: Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre können in gemischten Teams spielen. «Danach werden die Mannschaften getrennt, weil die körperlichen Unterschiede zwischen den Mädchen und Jungen zu gross sind», erklärt Ellenberger. «Es gibt aber auch Spielformen für Erwachsene, bei denen der Spass im Vordergrund steht und somit auch gemischt gespielt wird.»

Handball muss weder viel Zeit in Anspruch nehmen noch viel Geld kosten. «Es hängt sehr von der Stufe ab, auf der man spielt», so Ellenberger. Vollprofis auf höchstem Niveau würden bis zu zwölfmal pro Woche trainieren. Allerdings könnten Breitensportler bereits mit zwei Trainings pro Woche schon tolle Erlebnisse und Erfolg haben. Und das wenige Equipment, das ein Handballer braucht, ist vergleichsweise günstig: Sportbekleidung und Hallenschuhe gibt es in fast allen Sportgeschäften zu kaufen, auch zum Discountpreis. Die Bälle stellen normalerweise die Handballvereine zur Verfügung. Davon gibt es in der Schweiz im Übrigen rund 240 Stück. Auf der Homepage des Schweizerischen Handball-Verbands finden Interessierte ein Angebot in ihrer Nähe. Noch einfacher ist es, dem Verband eine E-Mail zu schreiben. «Wir stellen dann gerne den Kontakt zur richtigen Person her», versichert Ellenberger. Dann nichts wie los!

Mit dem Programm «Handball macht Schule» (HmS) bewegt der Schweizerische Handball-Verband jährlich rund 60’000 Dritt- bis Siebtklässler. Ziel ist, dass die Sportart zu einem festen Bestandteil des Turnunterrichts wird. Demolektionen, Fortbildungskurse und ein spezielles HmS-Lehrmittel garantieren, dass die Lehrkräfte über das notwendige Know-how verfügen. Mehr Informationen unter

www.handball.ch/hf/HmS.

Über Marco Ellenberger

Marco Ellenberger (1984) ist seit 2008 als Leiter Kommunikation beim Schweizerischen Handball-Verband tätig. Damit hat der ehemalige Sportjournalist seinen Traumjob gefunden. Ellenberger hat früher auf regionaler Stufe Handball gespielt, seit 15 Jahren gibt er sein Wissen als Trainer für Junior(inn)en und Erwachsene weiter.

Mehr Informationen zum Schweizerischen Handball-Verband unter www.handball.ch.

Anfragen zu Vereinen an shv-fshhandball.REMOVE-THIS.ch.