Regelmässig Frühstücken

Kein Frühstück ist Sparen am falschen Platz. Vor Übergewicht schützen, beim Abnehmen helfen und generell ein Indikator für eine gesunde Lebensweise soll es sein - das regelmässige Frühstücken.

Einmal mehr wird bestätigt:
15 Minuten am Morgen für's Essen und Trinken reservieren zahlt sich aus. Gerade bei jungen Menschen liegt das Frühstück nicht im Trend: Eine repräsentative Umfrage der DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse) zeigte, dass ein Grossteil der Deutschen Frühstücksmuffel sind: 53 % der unter 30-Jährigen gehen ohne zu frühstücken ausser Haus. Den meisten fehlt morgens die Zeit, oder der Appetit bzw. Hunger dafür. Dagegen frühstücken 96 % der über 65-Jährigen in Deutschland. Ob es nur eine Frage der Zeit ist oder auch der Esskultur ging aus der Umfrage nicht heraus. In der Schweiz ist die Situation ganz ähnlich.

Ein Zusammenhang zwischen steigendem  Übergewicht bei Jüngeren und dem fehlenden Frühstück wurde jedoch bereits in einigen Studien festgestellt. Ein Übersichtsartikel aus 2008 zeigt zwei wesentliche Lebensstilfaktoren, die mit der steigenden Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) verbunden sind: Bewegung und regelmässiges Frühstücken - beide haben in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen.

Frühstücken hält schlank
Die Annahme, dass der Verzicht einer Morgenmahlzeit insgesamt Kalorien spart, ist unbegründet: Denn die fehlende Nahrungsenergie in der Früh wird im Allgemeinen bei den restlichen Mahlzeiten wieder hereingeholt. Frühstückende Kinder nehmen zwar in Summe mehr Kalorien am Tag auf, haben aber eine grössere Chance, normalgewichtig zu sein. Zudem sind sie mit vielen Nährstoffen besser versorgt. Konkret wurde gezeigt, dass Fünf- bis Zwölfjährige, die kein Frühstück zu sich nehmen, insgesamt eine geringere Versorgung mit Vitamin A, B6, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink aufweisen.

Auch im Rahmen der Langzeitstudie EAT "Eating among Teens" fanden amerikanische Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Frühstücksverhalten von Jugendlichen und ihrem Körpergewicht. 2’216 Teenager wurden über fünf Jahre hinweg u. a. hinsichtlich der Zusammensetzung und Häufigkeit des Frühstücks, ihres Gewichts und ihrer Größe, aber auch ihres Tabak- und Alkoholkonsums sowie körperlicher Aktivität beobachtet. Im Durchschnitt wogen die täglich frühstückenden Jugendlichen um 2,3 kg weniger als die nur unregelmässig (ein bis sechs Mal pro Woche) oder nie frühstückende Vergleichsgruppe - und das unabhängig von den anderen untersuchten Faktoren. Ein weiterer Übersichtsartikel über Langzeitstudien zu den Risikofaktoren für Übergewicht bei Kindern unterstreicht: Der Verzicht auf das Frühstück oder ein kalorienarmes Frühstück erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein ungesund hohes Körpergewicht deutlich.

Energieschub am Morgen hilft beim Abnehmen
An 94 übergewichtigen Frauen wurde untersucht, welchen Effekt das Frühstück auf einen gewünschten Gewichtsverlust hat. Die Hälfte der Frauen erhielt täglich 1085 Kalorien und ein kohlenhydratarmes (fettreiches) Frühstück mit 290 Kalorien. Die andere Hälfte nahm 1240 Kalorien und ein kohlenhydrat- und eiweissreiches Frühstück mit 610 Kalorien auf. Nach acht Monaten zeigte sich: Die Frauen mit dem kleinen Frühstück verloren 4,5 % ihres Körpergewichts. Die Frauen mit dem kalorienreichen Frühstück nahmen dagegen 21 % ihres Körpergewichts ab. Die Wissenschafter erklärten das Ergebnis damit, dass ein kohlenhydrat- und eiweissreiches Frühstück Heisshungerattacken verhindert und den Stoffwechsel anregt. Schließlich benötigt der Körper tatsächlich mehr Energie für die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten und Eiweiss als für Fett.

Simple Leistungssteigerung
Nicht uninteressant: Ein gutes Frühstück verbessert auch die Gedächtnisfunktion, Aufmerksamkeit und Konzentration, so das Fazit zahlreicher Studien. Und das nicht nur bei Kindern. Auch Erwachsene profitieren von der Morgenmahlzeit.


Wesentlich für ein ausgewogenes Frühstück sind folgende Komponenten:

  • Brot, Müsli oder Cerealien (am besten die Vollkornvariante)
  • Milch, Kakao oder ein Milchprodukt (Joghurt, Käse, Quark, ...)
  • Obst oder Gemüse
  • Zu Kaffee oder Tee ein Getränk extra (Mineralwasser, gespritzte Fruchtsäfte, Molkegetränke, Gemüsesaft, ...)

Vorbildfunktion
Das gemeinsame Essen mit den Eltern prägt nicht nur das kindliche Ernährungsverhalten, viele Studien bringen familiäre Essrituale auch in Verbindung mit einer ausgewogeneren und gesünderen Ernährung. Gerade beim Frühstück ist Vorbildfunktion gefragt. Oftmals fehlt jedoch das Wissen über die Bedeutung und die ideale Zusammenstellung des Frühstücks.

Fazit
Die Relevanz eines ausgewogenen Frühstücks kann nicht unterschätzt werden: Denn das tägliche Frühstück leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Personen, die sich morgens satt essen, scheinen leichter ihr Gewicht reduzieren bzw. halten zu können. Jedenfalls sollten Eltern ihre Kinder zu einer ausgewogenen Morgenmahlzeit motivieren.

erstellt von forum.ernährung heute