Welcher Vater-Typ sind Sie?

Für Väter ist es oft genauso schwierig wie für Frauen, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm, für die 300 Familien befragt wurden. Gemäss dieser Studie wenden Väter pro Woche über 88 Stunden für Familie und Beruf auf. Bei den Vollzeitbeschäftigten unterscheidet Stamm drei verschiedene Vater-Typen.

Typ 1: “traditionell und ambintioniert”

Vater-Typ-1 lehnt eine gleichberechtigte Aufgabenteilung ab, spielt, liest und kuschelt aber trotzdem viel mit seinen Kindern. Ihm ist wichtig, dass die Kinder gute Noten schreiben. Diese Väter sind 35 bis 45 Jahre alt und vor allem in Leistungspositionen tätig. Es sind Selbständige, Ärzte, Juristen oder Hochschuldozenten. Trotz anstrengendem Berufsleben vernachlässigt er seine Kinder nicht. Zu diesem Vater-Typ zählen sich rund 30 Prozent der Befragten.

Typ 2: “egalitär und begeistert”

Vater-Typ 2 hat ein modernes Rollenverständnis und ist über 50 Jahre alt. Er will nicht, dass seine Frau beruflich zurücksteckt. Seinen Kindern ist er sehr nahe und die Zeit, die er mit ihnen verbringt, empfindet er als wahre Freude und Bereicherung. Die Gründe für dieses Verhalten könnten sein, dass sich ältere Väter im Beruf nicht mehr so stark profilieren müssen oder sie haben ein zweites Mal geheiratet, nochmals Kinder bekommen und wollen nun nichts mehr verpassen. Mit 38 Prozent ist die grösste Gruppe der befragten Väter in diesem Typ vertreten.

Typ 3: “distanziert und orientierungslos”

Vater-Typ 3 lehnt zwar die traditionelle Rolle des Ernährers ab, er hat aber keine alternative Vorstellung. Sein Engagement für die Kinder ist bescheiden: Er kuschelt, spielt oder liest kaum mit ihnen und hilft auch nicht bei den Hausaufgaben. Der “Distanzierte” ist eher jung und repräsentiert gut 32 Prozent der Befragten. Gemäss der Studie ist es aber nicht die alleinige Schuld dieses Vater-Typs, dass er sich kaum für seine Kinder interessiert. Oft werden diese Typen von ihren Frauen eingeschränkt, weil sie glauben, sie seien kompetenter. Der Vater wird lediglich als Juniorpartner oder Praktikant betrachtet. Mann nennt dies “Gatekeeper-Verhalten”.

Die Studie kommt zum Schluss, dass es den “neuen Vater” nicht gibt. Wie gut die Beziehung eines Vaters zu seinem Kind ist, hänge nicht alleine von der Zeit ab, die er mit ihm verbringe.

erstellt von Patrick Stämpfli