Wie reagieren bei Angstträumen?

Unsere dreijährige Tochter hat in der Nacht oft Angstträume und – vorstellungen. Sie kommt dann zu uns ins Bett und will nicht mehr zurück, was mich zunehmend nervt. Wie können wir sie unterstützen, ohne dass wir sie jede Nacht in unseren Betten behalten müssen?Expertentipp von Erziehungsberaterin Marie-Louise Spinnler

Marie-Louise Spinnler, Elternberaterin, www.elternberatung-spinnler.ch

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene leiden unter Ängsten, die nachts noch bedrohlicher sind. Wenn Ängste auch eine wichtige Warn- und Überlebensfunktion haben, ist es doch wichtig, sich nicht von ihnen lähmen zu lassen. Um mit Ängsten konstruktiv umgehen zu können, ist es erst mal wichtig, dass wir jemanden haben, der uns glaubt und ernst nimmt. Fragen Sie also Ihre Tochter, was ihr Angst macht.

Nehmen Sie sie in den Arm und trösten Sie sie. Klopfen Sie mit den Händen Fantasiegestalten im Zimmer durchs geöffnete Fenster hinaus oder vertreiben sie diese mit einem Kristalllicht, das Sie im Zimmer brennen lassen. Wenn Sie sich mit Ihrer Tochter einmal tagsüber in Ruhe unterhalten, was sie bei Nachtängsten und -vorstellungen noch beruhigen könnte, finden Sie Ideen, die Sie beide, Mutter und Tochter, überzeugen und im Voraus beruhigen. Erklären Sie sich auch bereit, die Türen zueinander geöffnet zu lassen, aber bleiben Sie bei Ihrem Entschluss, Ihre Tochter nach einigen Umarmungen und Trostminuten wieder in ihr Bett zu begleiten.

Hilfreich wird auch sein, zu beobachten, wann die Tochter besser schläft. Was war dann tagsüber anders? Hat sie ev. nicht TV geschaut? Vor dem Schlafen ein ruhiges Abendritual mit einem Elternteil zusammen erlebt? Hat sie sich tagsüber genügend bewegen und ausgiebig fantasievoll spielen können? Kinder mit einem guten Körpergefühl leiden oft weniger unter Ängsten, da die Entwicklung und Förderung der basalen Sinne (Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn etc.) das Selbstbewusstsein stärkt.

Oder gibt es andere Beobachtungen? Oft geben uns diese wertvolle Rückschlüsse, was unseren Kindern gut tut und was weniger. Jedes Kind ist anders. Finden Sie heraus, was Ihr Kind stärkt und was es für sein Gleichgewicht braucht. Loben Sie es, wenn es eine Nacht durchschläft. Aber loben Sie es genauso, wenn es Ihre Unterstützung benötigt. „Toll, hast Du selber Licht gemacht und bist leise zu mir gekommen, ohne Papa aufzuwecken.“ Ihre Gelassenheit, dass sich Ängste beruhigen lassen und auch wieder verschwinden, wird sich rasch auf Ihre Tochter übertragen.

erstellt von Christina Bösiger