Neue Chance für Väter

Am 1. Juli wird die gemeinsame elterliche Sorge zum Regelfall. Das bedeutet, dass beide Elternteile für das Schicksal ihres Kindes verantwortlich sind - ob sie nun zusammen leben oder nicht. Mit dem neuen Gesetz können auch jene Väter das gemeinsame Sorgerecht erhalten, die heute von ihren Kindern getrennt leben.

Ab 1. Juli werden Väter bei einer Trennung oder Scheidung nicht mehr ohne weiteres aus dem Leben ihrer Kinder verbannt. Die Neuregelung der gemeinsamen elterlichen Sorge sieht vor, dass auch sogenannte 'Altfälle' in den Genuss der gemeinsamen elterlichen Sorge kommen. Es können also auch jene Väter das gemeinsame Sorgerecht erhalten, die heute nicht mehr mit ihren Kindern zusammen leben. Dabei unterscheidet das Gesetz, ob es sich um unverheiratete oder geschiedene Väter handelt: Unverheiratete Väter können die gemeinsame Sorge ohne rückwirkende Zeitlimite geltend machen, geschiedene Väter hingegen können das gemeinsame Sorgerecht nur beantragen, wenn ihr Scheidungstermin nicht mehr als fünf Jahre vor dem 1. Juli 2014 liegt. Dies hat das Parlament so entschieden.

Um die gemeinsame elterliche Sorge zu erlangen ist es nötig, einen Antrag bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu stellen, der für den Wohnort des Kindes zuständig ist. Da eine Vielzahl von Anträgen erwartet wird und die KESB bereits heute sehr viel zu tun hat, empfiehlt es sich, das eigene Schreiben möglichst rasch abzuschicken, um nicht monate- oder gar jahrelang auf das gemeinsame Sorgerecht warten zu müssen.

Ein Musterschreiben mit Erläuterungen für geschiedene Väter finden Sie hier

Ein Musterschreiben mit Erläuterungen für ledige Väter finden Sie hier

erstellt von MK