Hals- und Beinbruch - Die Schweiz Mekka für Wintersport

Auch in diesem Jahr wird die neue Saison Alt und Jung auf die Pisten locken. Eine gute Ausrüstung ist wichtig. Was ist beim Kauf und der Pflege zu beachten?

Das gute Zusammenspiel von Skischuhen, Bindung und Skiern ist das Erfolgsrezept für ungetrübten Fahrspass. Was ist beim Kauf von Skischuhen zu beachten?
Wichtig ist, dass die Grösse stimmt. Faustregel: Der Kunde muss gerade in dem Schuh stehen, dann sollte er leichten Kontakt mit den Zehen spüren. Sobald er in die Knie geht (Skiposition), sollte der Kontakt zur Schuhspitze weg sein.


Nun, ich erinnere mich an meine ewig kalten Füsse und Hände beim Skifahren. Gibt es nicht inzwischen eine Heizung für beide?
Dieses Problem ist auch heute noch nicht endgültig gelöst, aber es gibt inzwischen diverse Heizsysteme für Skischuhe. Verschiedene Marken bieten diese inklusive Skischuh an. Anderseits gibt es externe Heizgeräte beziehungsweise Einlagesohlen, die mit einem Akku verbunden und direkt am Skischuh befestigt werden. Wichtig: Kauft man den Schuh zu klein, ist die Gefahr von kalten Füssen gross. Für alle Leute mit kalten Händen gibt es günstige Handwärmebeutel.

Früher waren die Skier immer grösser als die Fahrer und Fahrerinnen. Heute
ist es anders. Die Skier sind kleiner und wendiger geworden. Gibt es eine Faustregel für die richtige Grösse?
Heute ist die Grösse der Skier sehr individuell. Der typische Kurzschwungfahrer kauft den Ski sehr kurz, damit er mit wenig Kraft seine kurzen Schwünge optimal ausfahren kann. Der Riesenslalomfahrer hingegen will mit viel Tempo seine langen Schwünge ausfahren. Damit er das kann, braucht er
einen längeren Ski, auch um genügend Stabilität zu bekommen.

Ich kenne einen Kollegen, der früher die Bindung immer selbst einstellte.
In nehme an, das ist nicht sehr empfehlenswert?

Empfehlenswert ist diese Variante natürlich nicht. Der Ski wird in den Geschäften maschinell geprüft und eingestellt. Dies ist auch dringend notwendig. Ist der Ski so eingestellt, hat der Kunde automatisch eine Versicherung abgeschlossen, wenn etwas passiert (Sturz und Verletzung wegen Bindungsversagens).

Neben Carving-Skiern haben vor allem die Snowboards die Pisten erobert. Was gilt es beim Kauf eines Snowboards zu beachten?
Beim Kauf eines Snowboards ist vor allem der eigene Fahrstil entscheidend. Ist man der Freestyler (Tricks auf der Piste, Halfpipe railen usw.), bewegt man sich gerne rasant auf der Piste fort. Der Freerider dagegen fährt auch gerne mal im Tiefschnee. Für beide Stile gibt es das richtige Board.

Beim Wintersport sollten Jung und Alt sich schützen. Empfehlen Sie das Tragen eines Helms?
Ja, definitiv, und unsere Erfahrungen zeigen, dass immer mehr Wintersportler dieser Empfehlung folgen.

Kinder verwachsen die Skiausrüstung von einer Saison zur anderen. Als Alternative zum Kauf bietet sich hier die Miete an. Ist dies immer die günstigere Variante?
Da gibt es verschiedene Ansichten. Kann ein Kind die Ausrüstung wirklich nur
ein Jahr tragen? Meistens sind es im Minimum zwei Jahre. Hat es noch kleinere Geschwister? Braucht das Kind die Skiausrüstung nur eine Woche im Jahr oder die ganze Saison? Ein optimaler Zeitpunkt für die Miete ist, wenn das Kind mit dem Skifahren oder Snowboarden beginnt, weil man dann noch nicht weiss, ob es ihm wirklich Spass macht.

Wie pflegt man die Ski-Ausrüstung nach einem langen Tag auf der Piste und wie lagert man Skier und Schuhe am Ende der Saison?
Es genügt, die Skier nach dem Fahren trocken zu reiben. Im Skischuhbereich gibt es mittlerweile verschiedene Skischuhtrockner, die man am Strom anschliesst. Vor Lagerung der Skier am Saisonende empfehle ich einen Sommerservice. Die aufgetragene Wachsschicht verhindert, dass die Kanten rosten. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Pflege und Lagerung der Snowboardausrüstung.

 


Zur Person:
Olaf Wernas, Jahrgang 1967, ist Leiter Marketing & Kommunikation bei Athleticum in Hochdorf. Davor war er in verschiedenen Positionen bei Salomon in Frankreich und in der Schweiz tätig.

erstellt von Claudia Kuhn