Buchtipp: Tatort Alltag

Häusliche Gewalt hat viele Gesichter - und die Dunkelziffer ist hoch. Umso wichtiger ist es, nicht wegzuschauen, wenn einem in der Nachbarswohnung etwas auffällt.

Jede fünfte Frau in der Schweiz erfährt Gewalt.

Gewalt in Partnerschaft und Familie hat es schon immer gegeben. Doch die öffentliche Wahrnehmung hat sich verändert. Fan man früher, das Geschrei von nebenan gehe einen nichts an, schaut man heute eher hin und ergreift vielleicht sogar die Initiative. Das ist gut so, denn der Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht, das auch zu Hause gilt.

Nicht jede Auseinandersetzung in einer Beziehung ist häusliche Gewalt. Unter häuslicher Gewalt versteht man einen Streit, bei dem ein asymmetrisches Machtverhältnis vorliegt. Sie kann sich auf unterschiedliche Weise äussern, nämlich als psychische, körperliche, sexualle und ökonomische Gewalt. Unter diese Begriffe fallen auch böswillige Handlungen, die auf den allerersten Blick nicht mit Gewalt assoziiert werden, wie ernachlässigung, das Vorenthalten von Geld, Schikanieren, unverhältnismässige Kontrolle oder Isolation.

Frauen und Kinder machen über drei Viertel der von häuslicher Gewalt Betroffenen aus. Auch bei den Kindern überwiegen die weiblichen Opfer. Gemäss der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) erfährt jede fünfte Frau in der Schweiz mindestens einmal im Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner!

Tipps für Opfer:

Schweigen Sie nicht! Überwinden Sie die Scham und die Angst und reden Sie mit einem vertrauten Menschen oder einer Fachperson über das, was Sie erleben. Holen Sie professionelle Hilfe und lassen Sie sich auch rechtlich beraten.

Rufen Sie die Polizei, wenn Sie sich bedroht fühlen oder Gewalt erleben. Es gibt keinen Grund, der Gewalt rechtfertigt.

Erstatten Sie eine Strafanzeige.

Schützen Sie sich und Ihre Kinder und gehen Sie an einen sichern Ort, zum Beispiel in ein Frauenhaus. Gewalt muss nicht sein, ein Leben ohne Gewalt ist möglich und auch für die Kinder wichtig.

Wollen Sie die gemeinsame Wohnung verlassen, bereiten Sie diesen Schritt gut vor. Packen Sie eine Tasche mit allem, was Sie brauchen, Klären Sie schon vorher ab, wohin Sie gehen können.

Sie selber entscheiden. Lassen Sie sich zu nichts drängen, bedenken Sie jedoch, dass Gewaltanwendungen in den allerwenigsten Fällen einmalige "Ausrutscher" sind.

Quelle/Buchtipp: "Tatort Alltag", so schützen Sie sich vor Übergriffen, Trickbetrug, Gewalt und Kriminalität, von Susanne Loacker, Beobachter edition, Fr. 39.90, ISBN - 3-85569-818-X, direkt bestellen über www.swissfamily.ch/buchshop

erstellt von Christina Bösiger

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