Schadstoffe: Panikmache oder echte Gefahr?

Glasscherben, Schad- oder Giftstoffe kommen immer wieder in Produkten vor, die im Handel verkauft werden. Wird dies öffentlich, so starten die Hersteller in der Regel Rückrufaktionen. Eine Greenpeace-Studie zeigt auf, in wie vielen Produkten diese Schadstoffe vorhanden sind.

Junge Eltern reagieren oft panisch, wenn es um Schadstoffe geht.

Besonders die grossen Discounterartikel sind davon betroffen. Allerdings stellt sich die Frage nach den Auswirkungen. Denn schon früher gab es diese vermeintlich giftigen Zusätze in der Nahrung oder der Kleidung und dennoch haben „unsere Eltern“ ihre Kindheit überlebt. Es gilt also zu untersuchen, ob es sich bei den Rückrufaktionen nicht nur um Panikmache handelt, um übervorsichtige Eltern dazu zu bewegen, die hochwertigeren Produkte zu kaufen. Stellen die Produkte, die von den Rückrufaktionen betroffen sind, also tatsächlich ein Gesundheitsrisiko für unsere Kinder dar? Diese Frage gilt es im Folgenden näher zu untersuchen.

erstellt von pd


Studie: Chemikalien in Discounterkleidung

2014 testete Greenpeace in einer Studie mit Hilfe von 26 Proben Kinderbekleidung sowie Schuhe, die in Supermärkten in der Schweiz, Österreichs und Deutschlands verkauft wurden. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick alarmierend, denn mehr als die Hälfte der untersuchten Kleidungsstücke enthalten Stoffe, die Kinder schaden könnten. Dass diese darin enthalten sind, ist unbestritten. Wichtig ist vielmehr, ob die Grenzwerte, die die Gesundheitsbehörden vorgeben, auch tatsächlich eingehalten werden.

Gemäss der Greenpeace-Studie gibt es unterschiedliche Stoffe, die in einer überhöhten Konzentration Kindern schaden können. Hier ist allerdings erneut zu erwähnen, dass es sich meistens um Stoffe handelt, die ohnehin in Kleidung enthalten sind. Erst wenn Grenzwerte überschritten werden, können sich diese schädlich auswirken. Zu diesen Stoffen zählen:

Nonylphenolethoxylate (NPE)
Besagte Stoffe finden bei der Herstellung von Textilien Anwendung und werden als Emulgatoren eingesetzt. Diese befindet sich in den Reinigungsmitteln der Textilien, weshalb auch Rückstände in der Kleidung zu finden sind. Allerdings ist bisher noch nicht nachgewiesen, dass diese tatsächlich den Trägern schaden. Das geht auf einen Artikel der Zeit zurück. Das grössere Problem dieses Stoffs ist eher der Hormonhaushalt der Tiere, sollten diese Chemikalien in den Wasserkreislauf gelangen. Die Verwendung der Stoffe muss seitens der Hersteller, besonders in Asien, offengelegt werden und darüber hinaus ist eine Meldung bei der örtlichen Umweltbehörde zwingend erforderlich.

Phthalate (Weichmacher)
Diese Stoffe finden sich überall. Als Weichmacher sind sie Bestandteil von Kinderspielzeug, Kleidung oder anderen Artikeln. Die Grenzwerte wurden in den Textilien grundsätzlich eingehalten. Ein Grossteil der Werte kann aber etwas erhöht sein, weil die Verpackungen ebenfalls über die Phthalate verfügen. Doch selbst in diesen Fällen war keine übermässig überhöhte Dosis feststellbar. Probleme mit dem Stoff entstehen allerdings durch die Aufdrucke, die sich etwa auf T-Shirts befinden. Konsumenten können sich jedoch an den Richtwerten für diese Stoffe bereits beim Kauf orientieren.

So sind Schadstoffe zu vermeiden
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Aufkommen der Schadstoffe zu kontrollieren. Vorab gilt es allerdings zu erwähnen, dass diese in nahezu allen Textilien zu finden sind und lediglich bei überhöhten Richtwerten mit einem geringen Risiko zu rechnen ist. Bei einigen Produkten ist bislang ausserdem noch nicht nachgewiesen worden, dass diese tatsächlich schädlich sind. Zu vermeiden sind die Schadstoffe dennoch, indem auf Textilien zurückgegriffen wird, die nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) oder den EU-Richtwerten hergestellt wurden. Nachhaltigleben.ch bietet weitere Hinweise für den Kauf der geeigneten Kleidung. So empfiehlt es sich, bei grossen Ketten zu kaufen, welche ihre Produktionswege offenlegen und dem Verbraucher eine gewisse Transparenz bieten. Zudem geben viele Marken einen „Code of Conduct“ an, der über alle strittigen und unsicheren Themen ausreichend informiert, damit die Verbraucher über die Inhaltstoffe und den Herstellungsprozess informiert werden.

Kinderschuhe

Die Warnung von Greenpeace
Blick.ch berichtet von den Ergebnissen, die Greenpeace bezüglich der Schuhe in billigen Discountern veröffentlicht hat. Grundsätzlich warnt der Verband vor Produkten, die einen zu starken synthetischen Geruch aufweisen, denn in diesen Fällen liegt die Vermutung nahe, dass der Schadstoffwert überhöht sein könnte. Auch hier gibt es erneut einige Substanzen, die in einem gewissen Umfang noch zugelassen sind, in manchen Fällen jedoch überschritten wurden.

Dimethylformamid (DMF)
Dieser Stoff ist häufig in Kinder-Sportschuhen enthalten. Ferner ist er als „Substanz mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften“ in der REACH-Verordnung vermerkt. Allerdings gilt auch hier zu erwähnen, dass bestimmte Werte erst überschritten werden müssen, um überhaupt gefährlich zu sein. Nichtsdestotrotz ist Vorsicht geboten, denn diverse Umweltbehörden haben sich bereits dagegen ausgesprochen.

2-Phenyl-2-propanol (2PP) und Acetophenon
Dieses Mittel ist übermässig oft in Schuhen aus Plastik enthalten. Zwar ist bisher noch keine Schädigung nachgewiesen worden, allerdings wird befürchtet, dass der Stoff für Allergien und Reizungen der Haut verantwortlich sein könnte.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Diese sind, so die Aussage einiger Experten, für die Herstellung von Kleidung oder Spielsachen eigentlich gar nicht notwendig, können daher vollkommen vermieden werden. Nichtsdestotrotz haben die verantwortlichen Behörden einen Grenzwert festgelegt, der ab Ende dieses Jahres für diese Giftstoffe verbindlich ist.

Darauf ist beim Kauf von Kinderschuhen zu achten

Grundsätzlich ist beim Kauf der Schuhe erneut die Philosophie des Unternehmens von Bedeutung. Widerspricht dieses, beispielsweise auf seiner Homepage, den Schadstoffen oder befürwortet den Umweltschutz, so ist davon auszugehen, dass auch die Produkte nach diesen Kriterien hergestellt wurden. Bei Kinderschuhen sind zudem noch andere Kriterien von Bedeutung. Diese erörtert Sportscheck.ch näher:

Zum einen ist die Passform des Schuhs hervorzuheben. Läuft das Kind bequem oder drückt das Exemplar am Fuss? Da der falsche Schuh den Bewegungsapparat einschränken und nachhaltig schädigen kann, ist neben den Inhaltsstoffen also auch auf die Passform zu achten.

Des Weiteren gibt es Qualitätssiegel, die beim Kauf des Schuhs als weitere Hilfestellung dienen können. So etwa das WMS-Siegel, welches als Weiten-Mass-System eine Richtlinie für die Qualität des Schuhs darstellt. Ein anderes Siegel, welches bereits Erwähnung fand, ist der Global Organic Textile Standard. Beide Richtlinien befassen sich unter anderem mit der Messung der Schadstoffe sowie dem Einsatz von atmungsaktiven Materialien.


Rückrufaktionen von Lebensmitteln

Anders als bei der Kleidung reichen bei den Lebensmitteln wenige Keime bereits aus, um für Magenprobleme oder Durchfall zu sorgen. Entsprechend stellt dies zwar nicht immer ein lebensgefährliches Risiko für das Kind dar, wohl aber ein akutes Ärgernis für Erziehungsberechtige. Eltern sollten daher die Rückrufaktionen durchaus ernst nehmen.

Wesentlich riskanter sind hingegen Hinweise der Unternehmen, wenn im Verlauf der Fabrikation ein Fehler unterlaufen ist. So geschehen im Jahre 2013 als Alnatura seinen Babybrei zurücknahm, da Glasscherben darin gefunden wurden. Das geschieht versehentlich, wenn ein Glas im Verlauf der Herstellung zu Bruch geht. Anhand der Chargennummer sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum konnten die Verbraucher dann die betroffenen Produkte wieder zurückgeben. Diese Art des Rückrufs ist erheblich akuter, da die Glasscherben durchaus zu inneren Verletzungen führen können. Warnungen aufgrund von Schadstoffen sind im Gegensatz dazu zwar ebenfalls ernst zu nehmen, allerdings ist es sinnvoll, sich bei dem Hersteller oder anderen Personen über Erfahrungswerte zu erkundigen. Schliesslich sind viele der Produkte etabliert und haben bereits mehrere Generationen verpflegt.

Gesundheitsgefährdende Keime in Säuglingsmilch
Immer wieder gab es Rückrufaktionen, die in Europa durch die Presse kursierten. SRF.ch berichtet von einem Fall, der zwar in Neuseeland und Süd-Ost-Asien für Konsequenzen sorgte, aber auch hier von der Presse behandelt wurde. Der Molkereiriese Fonterra hat mit Keimen verunreinigte Molke verwendet, welche schliesslich in Säuglingsmilch verarbeitet wurde und in den Handel gelangte. Ähnliches passierte im Jahre 2009. So berichtete die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dass unter anderem der Hersteller HiPP Säuglingsmilch aufgrund von Keimen zurückrufen musste. Da Fertigmilch keine Immunstoffe enthält, kann dies zusätzlich problematisch werden. Am besten ist es also für das Kind und auch für die Bindung, wenn der Sprössling gestillt wird. Dann ist schliesslich zweifelsfrei ausgeschlossen, dass das Kind über die Nahrung mit Giftstoffen in Kontakt kommt.

Giftstoffe im Babybrei
Die Babynahrung spielt eine grosse Rolle, besonders wenn das Kind nicht gestillt wird. Durch Ergänzungsmittel ist es möglich, das Nährstoffdefizit aufzuholen. Allerdings gibt es auch hier Rückrufaktionen oder zumindest Warnungen. Viele der Produkte enthalten Benzol, ein Produkt, das krebserregend wirkt. Häufig bilden sich diese Stoffe bei der Zubereitung der Nahrung. Darauf verweisen auch die Hersteller. Einige dieser Produzenten rufen dann ihre Produkte zurück. Dies kommt beispielsweise bei Nahrung vor, die aus Hirse besteht, da die Pflanze über ein Gift verfügt, das sie vor den natürlichen Fressfeinden schützen soll. Schwerwiegende Belastungen werden in der Regel über die Medien kommuniziert, denn es gibt sehr viele Rückrufaktionen oder Warnungen im Internet, die gerade junge Eltern verängstigen, aber eigentlich keine grösseren Auswirkungen haben. Hier sei gesagt: Jede Warnung sollte kritisch hinterfragt werden. Ziehen Eltern jedoch alle Ratschläge in Betracht, ist die Auswahl an Nahrungsmitteln stark eingeschränkt. Ferner ist sich immer vor Augen zu halten, dass auch ältere Generationen, trotz Giftstoffen und ohne Richtwerte, ein normales Alter erreichten oder heute noch am Leben sind.


Gefahrenstoffe im Kinderspielzeug

Sicherlich sind die Produkte zum Teil belastet. Wenn dies aber der Indikator wäre, dann dürften Kinder das Haus gar nicht mehr verlassen, schliesslich befinden sich auch Giftstoffe in der Luft. Darüber hinaus bestehen erheblich grössere, akutere Risiken, die die Gesundheit eines Kindes beeinträchtigen können, wie etwa Zigarettenrauch oder Abgase. Deswegen ist abzuwägen, ob es sich um eine akute Gefahr durch scharfe Kanten oder ein vermutlich geringes Risiko durch die Produktions- oder Inhaltsstoffe handelt.

Das Schweizer Radio und Fernsehen erläutert in einem Beitrag die Forderung seitens vieler Konsumenten, Spielzeug strenger zu kontrollieren. Weichmacher, die verboten sind, oder scharfe Kanten, die zu Verletzungen von den Kindern führen können, müssen gekennzeichnet oder bei schwerwiegenden Auswirkungen komplett aus dem Sortiment genommen werden. Andere Stoffe, die in geringen Dosen keinen Schaden anrichten, sollten hingegen nicht dramatisiert werden. Sicher gehen können Eltern, wenn sie Spielsachen kaufen, die in Europa produziert wurden oder auf denen eindeutig die Inhaltsstoffe vermerkt sind.

Die Vorgehensweise in der Schweiz – Stichproben und Selbstkontrolle
Die Kritik über die Kontrollen in der Schweiz gibt es schon seit einigen Jahren. Denn anders als in der EU, wo ein übergreifendes Schnellwarnsystem eingeführt wurde, basieren die Leitlinien hier auf Stichproben und Selbstkontrolle. Die Garantie für die Sicherheit des Spielzeugs obliegt, so Michael Beer vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit, beim Importeur. Er muss sicherstellen, dass Grenzwerte nicht überschritten werden und Produkte keine Eigenschaften haben, die den Menschen verletzen könnten. Ferner gibt es Kontrollen, die seitens der Kantone stichprobenartig durchgeführt werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat im Jahre 2012 das Gesetz novelliert und einige Neuerungen bezüglich der gestatteten Inhaltstoffe und Materialien, aber auch der Warnhinweise und des Gebrauchs verabschiedet. So sind die sogenannten CRM-Stoffe verboten. Darüber hinaus wurden Grenzwerte für Schwermetalle, Nitrosamine und weitere Chemikalien sowie Schadstoffe neu festgelegt. Das bedeutet, dass sich die Regierung und die Verantwortlichen durchaus über die Belastung dieser Produkte im Klaren sind. Durch die Regelungen wird der Import erschwert und auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass dieses Spielzeug erst gar nicht in die Schweiz geliefert wird. Die Kontrolle dieser Produkte obliegt dann jedoch dem Händler selbst.

Das Rapex-Warnsystem – eine alternative Kontrollmöglichkeit?
 „Unsere Forderung ist uralt, aber die EU möchte nicht, dass die Schweiz Rosinen pickt. Rapex wäre so eine Rosine“, sagt Sara Stadler, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Denn das Rapex-Warnsystem (Rapid Alert System for Dangerous Non-Food Consumer Products) ist eine Institution der Europäischen Union, die Schweiz steht hier demnach nur am Rand. Geprüft werden nicht nur Spielsachen, sondern grundsätzlich alle Produkte, die für den Verbraucher von Bedeutung sind. Am häufigsten sind dabei Gegenstände aus China betroffen. Allein 2014 wurden über 2400 Warnungen veröffentlicht, wovon ein erheblicher Teil aus asiatischen Ländern stammt. Die Europäische Kommission veröffentlicht regelmässig diese Listen, um den Verbrauchern und den Händlern die wichtigsten Informationen zukommen zu lassen. Die Schweiz profitiert indirekt ebenfalls davon, schliesslich sind durch Rapex auch hierzulande bereits Produkte zurückgerufen worden. Allerdings ist es schleierhaft, warum bei einer so wichtigen Einrichtung, Landes- und Bürokratiegrenzen nicht überschritten werden können. Fakt ist, durch den Einfluss dieses Kontrollsystems könnten alle Produkte, die in irgendeiner Form gegen die Richtwerte verstossen, rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden, damit sie den Verbrauchern nicht schaden. All diejenigen Artikel, die lediglich über geringe Dosen der Stoffe verfügen und daher kein Risiko für die Nutzer darstellen, können weiterhin ungehindert verkauft werden.

Diese Spielsachen sind besonders gefährdet
Wie bereits angedeutet, sind Importe aus Asien erheblich belastet. Da ein grosser Teil der Produkte aus diesen Ländern stammt, ist hier Vorsicht geboten. Grundsätzlich sind Gegenstände aus Asien nicht empfehlenswert, da diese regelmässig durch die Tests fallen. Allerdings ist auch hier zu erwähnen, dass oftmals unbegründete Angst dominiert. Nichtsdestotrotz gilt es, auf ein paar Aspekte zu achten. Spielsachen, die aus Dritte Welt Ländern stammen, sind grundsätzlich mit Vorsicht zu geniessen. Gleiches gilt für billige Produkte aus Discountern. Hier raten Verbraucherschützer, lieber auf die teureren Spielsachen zurückzugreifen. Diese sind zwar nicht zwingend frei von Schadstoffen, aber die Dokumentation und die Bewertungen sind besser nachvollziehbar. Am sichersten gehen Eltern jedoch weiterhin mit Spielsachen, die in der Schweiz, in Deutschland oder in anderen Staaten Europas produziert wurden.


Der Nuggi-Test

Gerade bei Nuggis haben viele Eltern Panik. Dabei gibt es ein paar einfachere Tricks, die helfen, den Schadstoffanteil zu reduzieren oder schlicht das richtige Produkt zu kaufen.

Zunächst ist bei Latex-Nuggis Vorsicht geboten, denn diese entwickeln durch das Vulkanisieren sogenannte Nitrosamine. Gleiches gilt für den Schadstoff Bisphenol A, welcher im Folgenden noch näher zu erläutern ist. Allerdings gibt es bereits auf der Verpackung Anmerkungen, ob der Nuggi diese enthält oder nicht.

Besondere Vorsicht: Bisphenol A
In diesem Artikel wird das Risiko des Stoffes Bisphenol A näher dargelegt. Dieser beruft sich auf eine Studie der ETH Zürich, die zu dem Ergebnis kam, dass besonders Neugeborene damit in Berührung kommen. Ausgerechnet bei Nuggis oder Plastikflaschen zum Füttern ist dieser häufig enthalten. Allerdings ist die Meinung über die tatsächliche Schädlichkeit des Produktes umstritten. So sind zum Beispiel keine genaueren Kenntnisse über die Aufnahmewege vorhanden und andere Wissenschaftlicher sehen schlicht gar keine Gefährdung durch die Stoffe. Dies geht aus der Studie der ETH Zürich hervor. In der gleichen Studie wird jedoch Natalie von Götz, eine Wissenschaftlerin am Institut für Chemie und Bioingenieurwissenschaften zitiert. Diese behauptet, dass die Stoffe durchaus Schaden bewirken können, jedoch erneut die Grenzwerte ausschlaggebend sind. Eltern sollten sich, wie im Vorfeld bereits erläutert, an den Bestimmungen auf der Verpackung orientieren. Inzwischen gibt es diverse Produkte, die ohne diese Schadstoffe produziert werden können.


Kinderwagen und Kinderbett

Anders als in den USA, wo chinesische Betten verkauft wurden, die zu schweren Verletzungen bei Kindern geführt haben, gibt es in Deutschland unterschiedliche Prüf- und Kontrollinstanzen, die die Betten auf etwaige Gesundheitsrisiken testen. Dazu zählen unter anderem die DIN EN 716 oder das GS-Siegel. Eltern sollten ausschliesslich Betten kaufen, die über diese Qualitätskriterien verfügen, denn der Markt für Babybetten ist überschwemmt von billigen, asiatischen Produkten.

Kinderwagen müssen einiges aushalten. Besonders bei Aktivurlauben sollten diese also positiv geprüft sein, denn eine Panne könnte einen Ausflug schnell zu einem Albtraum machen. Allerding sind die meisten Wagen negativ getestet. Zwar wird ihnen eine gewisse Stabilität attestiert, allerdings sind sie auch häufig mit Schadstoffen belastet. Das geht auf eine Stichprobe der deutschen Zeitschrift Öko Test zurück. Das Ergebnis bescheinigt zwar häufig eine gute Handhabung und Praxis, jedoch eine mangelhafte Note im Hinblick auf die Inhaltsstoffe. Weichmacher, welche im Vorfeld bereits erläutert wurden, sind meistens der Grund für diese Benotung. Solche Bewertungen führen immer wieder dazu, dass Produkte als gefährlich eingestuft werden, wie etwa ein polnischer Kinderwagen, dessen Klappmechanismus zu Verletzungen führen kann. Hier hilft die Norm EN 1888, welche europaweit als Indikator für sichere und gute Kinderwagen dient. Nichtsdestotrotz schnitten die Buggys eher negativ ab. Grund waren zum einen Schadstoffe, deren Anteil sich in den letzten Jahren jedoch verbessert hat, sowie die Konstruktionen, die Verletzungen bei der Bedienung hervorrufen könnten.


Schadstoffe in Kinderprodukten – Fazit

Die Greenpeace-Studie hat mehrere Aspekte verdeutlicht. Zum einen wurde offengelegt, dass viele Spielsachen, Nahrung oder auch Transportmittel von Schadstoffen betroffen sind. Allerdings wurde ebenfalls aufgezeigt, dass genau aus diesem Grund diverse Normen, Regelungen und Grenzwerte verabschiedet wurden, die dies vermeiden.

Ja, in den meisten Produkten sind zu geringen Teilen diese Stoffe enthalten. Diese Dosen wirken sich jedoch nicht schädlich auf die Entwicklung der Kinder aus. Allerdings gibt es immer wieder Produkthersteller, die diese vorgegebenen Richtwerte nicht einhalten. Ist das der Fall, so sollte auf den Kauf solcher Gegenstände verzichtet werden.

Tatsache ist jedoch, dass Medien und Internet vielen jungen Eltern Panik machen. Grundsätzlich sollte bei Gegenständen aus dem asiatischen Ausland oder aus Dritte Welt Ländern eine gewisse Vorsicht geboten sein. Eltern sollten sich dennoch immer vor Augen halten, dass auch ihre eigene Generation das Kindes- und Jugendalter unbeschadet überstanden hat und den gleichen Schad- und Giftstoffen ausgesetzt war. Häufig handelt es sich also tatsächlich nur um Panikmache. Durch die richtige Recherche ist schliesslich feststellbar, ob die Inhaltstoffe tatsächlich eine Bedrohung darstellen oder nicht.