Jährlich über 11'000 Medikamentenvergiftungen

38'000 Beratungen zu Vergiftungen hat Tox Info Suisse im vergangenen durchgeführt. Auffallend ist die grosse Zahl an Medikamentenvergiftungen.

Die Zahl der Vergiftungen steigt stetig.

Mit 38'396 Anrufen wurde die Giftberatung gegenüber dem Vorjahr 2.6% häufiger in Anspruch genommen, was einem Allzeithoch und der Fortsetzung eines mehrjährigen Trends entspricht, heisst es in einer Mitteilung von Tox Info Suisse. 92% der Anfragen erfolgten aufgrund eines Giftkontaktes, während 8% vorsorglicher Natur waren. In knapp zwei Dritteln der Fälle wurden die Betroffenen oder ihre Angehörigen direkt beraten. In den übrigen Fällen fragten Fachpersonen nach speziellen Informationen zu Diagnose und Therapie akuter Intoxikationen. Von den Vergiftungen waren vor allem Kinder betroffen (54%), davon 85% im Vorschulalter. Vergiftungen mit Medikamenten, Haushaltprodukten und Pflanzen machten 71% aller Vergiftungsfälle aus. Bei Kindern handelte es sich dabei typischerweise um Unfälle, bei den Erwachsenen stehen die beabsichtigten Selbstvergiftungen im Vordergrund, vor allem Selbstmordversuche (70%) und der Substanzmissbrauch (12%).

Täglich vergiften sich in der Schweiz 30 Menschen mit Medikamenten. 46% davon sind Kinder, die meisten im Vorschulalter. 61% der Vergiftungen mit Medikamenten sind unfallmässig, unbeabsichtigt und versehentlich, verursacht durch unsorgfältigen Gebrauch oder nachlässige Aufbewahrung. 35% sind beabsichtigt, vor allem als Suizidversuche. Da Medikamente hochwirksame Substanzen sind, verlaufen solche Vergiftungen überdurchschnittlich schwer. Sowohl versehentliche als auch beabsichtigte Medikamentenvergiftungen sind vermeidbar (durch sorgfältigen Umgang oder Suizidprävention).

Die telefonische Notfallberatung unter der Nummer 145, neu auch via Tox Info App, steht Laien und Fachpersonen rund um die Uhr zur Verfügung. 

 


Tox Info Suisse feiert Geburtstag

1966, vor 50 Jahren, legte der Schweizerische Apothekerverband – heute PharmaSuisse – den Grundstein für Tox Info Suisse. Die offizielle Beratungsstelle rund um Vergiftungen mit der Notfallnummer 145 ist heute nicht mehr wegzudenken. Mit an Bord waren damals auch die Gerichtsmediziner der Universität Zürich und die Interkantonale Giftkommission, die tatkräftig am Aufbau der Dokumentation mitwirkten.

Träger der privaten Stiftung sind heute PharmaSuisse, scienceindustries, santésuisse, SUVA und FMH. Leistungsverträge bestehen mit den Kantonen, dem Bundesamt für Gesundheit, swissmedic und H+. Tox Info Suisse ist zudem ein rechtlich und finanziell unabhängiges Assoziiertes Institut der Universität Zürich (Medizinische Fakultät).