10 Dinge, die Sie über die Sonne wissen müssen!

Sonnenschein tut uns gut, und wir lassen uns den Sommer nicht madig machen. Aber es ist nun einmal eine Tatsache: Zu viel Sonne schadet der Haut. Wer die kommenden Monate ohne Reue geniessen will, sollte deshalb Vorkehrungen treffen und sich schlau verhalten. Wir haben Fakten und Mythen rund um den Schutz vor der Sonne zusammengetragen.

1. Je kleiner, desto mehr Schutz

Kinder hören das nicht gerne, weil sie am liebsten dauernd halbnackt in der Sonne herumtollen würden, aber es ist die Wahrheit: Bei ihnen ist der natürliche Schutzmechanismus der Haut noch nicht vollständig ausgebildet. Deshalb müssen sie stärker vor dem Einfluss der Sonne geschützt werden. Dass Kleinkinder generell nicht in die pralle Sonne gesetzt werden sollen, dürfte jedem bekannt und klar sein. Aber auch Jugendliche müssen besondere Vorkehrungen treffen, denn der Eigenschutz der Haut ist erst ab dem 15. Lebensjahr voll im Saft.

2. Kleider machen Leute

Es gibt keinen besseren Schutz vor der Sonne als die (richtige) Bekleidung. Die Krebsliga führt sogar ein eigenes Label, dessen angegebene Werte mit denen von Sonnencremen-Schutzfaktoren vergleichbar sind. Hersteller können, wenn sie die Auflagen erfüllen, ihre Produkte mit diesem Label versehen. Der Standard «UPF 50+» bedeutet, dass bei diesem Kleidungsstück weniger als zwei ­Prozent der schädlichen UV-Strahlung durch den Stoff hindurchgelangt.

3. Braun ist nie «gesund»

Manche Sonnenanbeter sprechen gerne von ihrer «gesunden Bräune», da sie sich mit gewissen Vorsichtsmassnahmen wie Sonnencreme in die Sonne legen. Nur: Haut bräunt sich dann, wenn sie angegriffen wird, und die Verfärbung der Pigmente ist im Grunde ein Signal an uns, dass etwas falsch läuft. Je nach Hauttyp ist die Schädigung schneller und kompletter. Auch ein Solariumbesuch als «Vorbereitung» auf die Badesaison ist kein taugliches Mittel. UV-Strahlen schaden, egal, ob sie von der Natur oder ­einem künstlichen Licht kommen.

4. Nicht in falscher Sicherheit wiegen

Den UV-Strahlen sind wir auch im Schatten ausgesetzt, vor allem «dank» indirekter Strahlung durch reflektierende Flächen wie Schnee, Beton, Sand und so weiter. Dasselbe gilt bei leicht bewölktem Himmel, die Strahlung ist dann nur geringfügig reduziert, auch wenn es sich natürlich dann nicht nach Sonne «anfühlt» für uns. Erst eine dicke Wolkendecke in mittlerer Höhe sorgt für eine klare Abnahme der UV-Strahlen. Daher: Wer im Sommer ­draussen ist, sollte Vorkehrungen treffen mit Bekleidung und Sonnencreme.

5. Eincremen ist eine Wissenschaft

Wir machen es uns gerne einfach: Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor ­kaufen, in der Badi kurz eincremen, fertig. Dabei gehen die Angaben auf diesen Produkten jeweils von idealen Bedingungen aus und erfüllen auch nur dann ihre Versprechen. Um den Sonnenschutzfaktor wirklich zu erreichen, müssten wir uns früher und mit grösseren Mengen eincremen, und das besser gleich zwei Mal. Auch ein Mythos: Die Sonnencreme möglichst stark einmassieren sorgt keineswegs für einen besseren Schutz, im Gegenteil, sie sollte sanft auf­getragen werden. Stark in die Haut eingerubbelt, verliert Sonnencreme einen grossen Teil ihrer Wirkung.

6. Wasserfest heisst nicht «wasserfest»

Damit eine Sonnencreme als «wasserfest» bezeichnet werden darf, muss sie ­gewisse Auflagen erfüllen. Konkret: Sie muss nach zwei Mal 20 Minuten Aufenthalt im Wasser den Sonnenschutz immer noch zur Hälfte gewährleisten. Wer nach drei Stunden planschen und danach sorgfältigem Abtrocknen des ganzen Körpers glaubt, er müsse nun keine neue Creme auftragen, der irrt sich definitiv.

7. Nicht alles wörtlich nehmen

Produktemarketing-Fachleute verstehen ihr Geschäft. Wenn eine ­Sonnencreme «Daylong» heisst, glaubt so mancher, er sei mit einem Mal Auftragen den ganzen Tag geschützt. Und ein Begriff wie «Sunblock» suggeriert, dass da kein Sonnenstrahl mehr an die Haut kann. Beides ist nicht richtig, der Schutz ist begrenzt. Mit laufendem Nachcremen wird die Schutzzeit zudem nicht einfach laufend verlängert, auch dann ist es nicht ­ratsam, sich den ganzen Tag an der Sonne aufzuhalten.

8. Auch die Augen schützen

Dass wir blinzeln, wenn wir in die Sonne schauen, hat seinen guten Grund. Genau wie die Haut können auch die Augen, konkret die Horn- und die Bindehaut, bei hoher Lichtintensität Schaden nehmen. Sonnenbrillen mit mangelhaftem Schutzfaktor nützen nicht nur nichts, sie gefährden uns sogar zusätzlich. Denn unsere Pupillen verengen sich bei starkem Lichteinfall automatisch, um die Strahlung zu vermindern. Eine Sonnenbrille ohne UV-Filter sorgt dafür, dass wir nicht geblendet werden – und Lider und Pupille werden so quasi ausgetrickst und bleiben schutzlos offen. Also lieber gar keine als eine Sonnenbrille ohne UV-Schutz.

9. Der Sonnenbrand heisst aus gutem Grund so

Niemand mag einen Sonnenbrand, aber dennoch wird diese Begleiterscheinung des (falschen) Sonnenbads oft verharmlost. Ein Sonnenbrand ist nichts anderes als eine Verbrennung ersten Grades, der die obersten Hautschichten betrifft. Und wer verbrennt sich schon freiwillig?

10. Die Sonne kennt keine Geschlechter

Viele Männer müssen auch im Jahr 2016 noch den harten Hund ­markieren. Laut der Umfrage eines ­Meinungsforschungsinstituts sind 40 Prozent der Männer der Ansicht, sich zum Schutz vor der Sonne einzu­cremen sei nur etwas für Frauen. Das Ergebnis ist an so manchem Strand zu besichtigen, es leuchtet rot …

erstellt von Marcel Baumgartner