Vom Koch zum Hotelier

Roland Barmet hat einst eine Kochlehre absolviert und führt heute ein Viersternehaus. Der zweifache Vater und eingefleischte Fasnächtler gehört zu den dienstältesten Hoteldirektoren in der Schweiz – und geht seit 27 Jahren jeden Tag gerne zur Arbeit.

Einen sicheren Arbeitsplatz auf Lebenszeit: Eigentlich hätte Roland Barmet Postbeamter werden sollen. Damals, in den 1970er-Jahren. Und zumindest, wenn es nach den Vorstellungen seiner Eltern gegangen wäre. Doch es kam anders. «Ich war kein typischer Schüler und schaffte es nicht auf die Verkehrsschule», erzählt Barmet. «Also wurde ich Koch. Auch gut, denn gegessen wird immer, hiess es damals.» Heute – gut 40 Jahre später – spricht Roland Barmet, der einst bescheidene Schüler, sechs verschiedene Sprachen. Und er ist nicht nur Koch, sondern auch erfolgreicher Hoteldirektor. Einer der dienstältesten in Luzern.

 «Ich bin Handwerker, kein Stratege»

Bereits während der Kochlehre sei ihm klar gewesen, dass er anschliessend die Hotelfachschule absolvieren möchte. «Ich war gerne Koch. Aber mir fehlte der direkte Kontakt zu den Gästen», sagt der 55-Jährige. Also arbeitete er nach dem Lehrabschluss in Hotels in der ganzen Schweiz, an der Rezeption, im Service. Die Hotelfachschule hat Barmet, der in Aarau aufgewachsen ist, anschliessend in Luzern absolviert. «Weil der Praxisbezug an einer Hotelfachschule besonders gross ist. », sagt er. «Denn ich bin ein Handwerker, kein Stratege.» Nach dem Abschluss und nach zwei Jahren als Direktionsassistent im damaligen Hotel Johanniter in Luzern wurde er 1990 zum Direktor ernannt. Seither hat sich im Hotel vieles getan: «Ein Hotel muss immer à jour bleiben, sich ständig verbessern», sagt der zweifache Vater.

Wein vom eigenen Rebberg

Zweimal hat er sein Hotel umgebaut, dreimal das dazugehörige Restaurant. Das «Johanniter» heisst seit 2001 Cascada, hat vier und nicht mehr drei Sterne, 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 66 Zimmer. Jedes ist nach einem Schweizer Wasserfall benannt. Im dazugehörigen «Bolero Restaurante» gibt es spanische Spezialitäten – vor allem Tapas und Paella. «Es ist wichtig, dass man als Gastgeber immer wieder neue Ideen verwirklicht und Spezielles bietet», sagt Barmet. Daher wird im «Bolero» Wein vom eigenen Rebberg in Spanien kredenzt – die Frau des Hoteldirektors stammt ursprünglich aus Spanien.

Barmet sagt, er gehe seit 27 Jahren jeden einzelnen Tag gerne zur Arbeit. «Von der Kochlehre bis zur Hotelfachschule: Ich würde heute alles wieder genauso machen.» Sowieso sei eine Kochlehre eine extrem gute Basisausbildung für Berufe in der Hotellerie. Und trotz aller Direktorenpflichten steht er auch ab und zu noch hinter den Herd: Gut 70 Mal pro Jahr leitet der eingefleischte Fasnächtler einen Paella-Kochkurs. «Das Schöne am Kochen ist, dass man Leute verzaubern kann.»