Ein eigenes Eltern-Kind-Café eröffnen - das müssen Gründer beachten

Sich mit Freunden zum gemütlichen Käfele treffen, ist für viele Mamis nach der Geburt des Kindes undenkbar. Ein ganz auf die Bedürfnisse von Familien zugeschnittenes Café, in dem man die Kinder stillen und wickeln kann und in dem sie krabbeln, spielen und toben können, ist der Wunsch vieler Eltern. Wie wäre es eigentlich, sein eigenes Eltern-Kind-Café zu eröffnen?

In vielen Restaurants und Cafés werden Eltern mit Kindern eher geduldet als willkommen geheissen. Stillende Mütter und ihr quengelnder, mit Essen um sich werfender Nachwuchs im öffentlichen Raum werden häufig zu Streitobjekten medialer Diskussionen. So resultiert der Besuch eines Cafés oft eher in Stress als in der ersehnten Entspannung. Doch gerade in der Babypause wollen Mütter und Väter auch mal rauskommen, sich mit anderen Eltern treffen und dabei ihre Kinder Spass haben lassen. Denn auch für die Kleinen gibt es Schöneres, als geduldig auf das Ende der Zusammenkunft der Erwachsenen warten zu müssen.

Was gehört in ein Eltern-Kind-Café?

Kinderfreundliche Cafés zeichnen sich zuvorderst durch ihre ungezwungene Atmosphäre aus. Hier muss niemand stillsitzen, die Kinder können laut sein und die Eltern sich auch mal zurücklehnen. Die folgenden Dinge sollten vorhanden sein:

  • Genügend Platz: Erstens für die Kinder zum Spielen und zweitens zum Abstellen der Kinderwagen. Für die sperrigen Gefährte sollte ein Platz im Eingangsbereich eingeplant werden.
  • Eine Speisekarte für die Kleinen: Sie beinhaltet Getränke wie Wasser, Kindersäfte, Kakao, Milch und Babycchino. Lieblingsspeisen und -Snacks der Kleinen, wie belegte Vollkornbrötchen, Nudeln mit Tomatensauce, Obst-, und Gemüsestückli, Waffeln und natürlich verschiedene Gläschen stillen den Hunger der kleinen Gäste. Zukünftige Café-Betreiber können ihre Speisekarten bei Anbietern wie print24 als Broschüren drucken lassen. Der Verweis auf vegetarische und vegane Speisen und eine Übersicht der Allergene sollten dabei nicht fehlen, ebenso wie die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen und Konservierungsmitteln.
  • Spielecke: Idealerweise bildet sie den Mittelpunkt des Cafés und ist mit genügend Spielsachen ausgestattet. Spielzeug, das Kleinteile enthält, die Kleinkinder verschlucken können, sollte allerdings nicht zur Ausstattung gehören. Spielküchen, Bällebäder und Kletterhäuser bringen Kinderaugen zum Strahlen. Perfekt ist ferner ein Aussenbereich mit vielen Spielmöglichkeiten, wie Sandkasten, Rutsche, Bobby Cars usw. Die Kinder spielen auf den Spielplatz, während die Eltern ihren Kuchen geniessen.
  • Aktivitäten für Kinder: Das Café kann nicht nur zum Treffpunkt für den Kaffeeplausch und zum Spielen werden. Die Besitzer können ausserdem verschiedene Kurse anbieten, beispielsweise zur Förderung von kleinen Musik- und Tanztalenten, und zu Themen rund um Schwangerschaft und Erziehung.
  • Vorsicht vor scharfen Ecken und Kanten, ungesicherten Steckdosen, Treppen: Überall lauern Gefahrenquelle, die vor der Eröffnung des Cafés beseitigt werden müssen. Gefährliche Gegenstände müssen ausser Reichweite von Kindern gebracht, Herd und Ofen gesichert werden.
  • Essenziell ist ein Möbelstück, das in den meisten Cafés fehlt, nämlich ein Wickeltisch. Auch kindgerechtes Mobiliar wie Hochstühle oder kleine Kinderstühle und Tische sind ein Muss.
  • Bei der Gestaltung der Wände sollte man auf kunterbunte Farben und fröhliche Bildmotive setzen.

Gründung will gut überlegt sein

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Familiencafé zu eröffnen, braucht ein wohlüberlegtes Konzept und einen wasserdichten Businessplan. Die Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Nachfrage vorhanden ist, also junge Familien in der Nähe wohnen. Natürlich ist die Gründung eines Eltern-Kind-Cafés prinzipiell mit Kosten verbunden. Wer keine Erfahrung mit Existenzgründung im Gastronomiebereich hat, sollte sich professionell beraten lassen, beispielsweise vom offiziellen schweizerischen Berufsberatungsportal berufsberatung.ch. Ausserdem kann es sinnvoll sein, sich einen erfahrenen (und kinderfreundlichen) Geschäftspartner zu suchen, der das Lokal mitführt. 

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erstellt von Michael Weis