Mythos 6: «Muttermilch ist nach dem 6. Monat nicht mehr nahrhaft»

Ab dem sechsten Lebensmonat sei Muttermilch nicht mehr das, was der heranwachsende Säugling braucht, befürchten viele Mütter. Eine völlig unbegründete Sorge, beruhigt die «La Leche Liga Deutschland e.V.». Die gemeinnützige Organisation berät Frauen zu allen wichtigen Fragen rund um das Thema Stillen. Sie weiss: Für den heranwachsenden Säugling bleibt auch im zweiten Lebenshalbjahr die Muttermilch neben der Beikost die wertvollste Nahrung. Denn sie hat einen höheren Kalorien- und Nährstoffgehalt als viele andere Lebensmittel. «Lassen Sie sich von der flüssigen Konsistenz nicht täuschen», so die La Leche Liga. «Die Muttermilch verfügt über einen Energiegehalt von etwa 68 Kilokalorien pro 100 Milliliter und sättigt auch nach dem sechsten Lebensmonat gut.» Zum Vergleich: Gekochter Karottenbrei kommt nur auf etwa 27 Kilokalorien pro 100 Milliliter, 100 Gramm Apfel auf rund 52 Kilokalorien.  Besonders wichtig: Der Anteil der Immunstoffe in der Muttermilch nimmt jeweils nach sechs und nach zwölf Monaten Stillzeit sogar wieder zu. Ein wichtiger Schutz für den Säugling. «Keine Sorge also, wenn ein Kind auch mit der Beikost weiterhin häufig gestillt werden möchte», sagen die Stillexpertinnen der La Leche Liga. Auch wenn übliche Beikostpläne dies vielleicht suggerierten: Der Säugling gebe von sich aus mit dem Kennenlernen neuer Kost seine wertvolle Muttermilch nicht auf. Diese helfe ihm sogar bei der Verdauung der ungewohnten Nahrung.

Susanne Wittmair, Buchautorin und Stillberaterin, La Leche Liga Deutschland e.V. www.lalecheliga.de

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