Mythos 5: «Frauen mit Flach- oder Hohlwarzen können nicht stillen»

Hat die Frau keine «normalen» Brustwarzen, sondern Flach- oder Hohlwarzen, kann das Baby nicht richtig daran saugen, warnen manche selbsternannten Still-Experten. Von solchen Aussagen sollten sich Mütter aber keinesfalls verunsichern lassen. «Flach- und Hohlwarzen können zwar beim Stillen Probleme verursachen, das muss aber nicht zwangsläufig so sein», betont die AFS-Stillberaterin Angela Schickhoff. «Und wenn solche Probleme auftreten, lassen sie sich in den allermeisten Fällen überwinden.» Bei Flach- und Hohlwarzen hebt sich die Brustwarze kaum oder gar nicht vom Warzenvorhof ab. «Flachwarzen lassen sich durch Druck mit Zeigefinger und Daumen auf den Warzenhofaussenrand oder durch Stimulation aber hervorholen, sodass es beim Stillen häufig keine Probleme gibt», erklärt Schickhoff. Man könne die Flachwarzen vor dem Stillen auch stimulieren, damit sie hervortreten. Anders ist der Fall bei Hohlwarzen (Schlupfwarzen): Sie richten sich auch bei Fingerdruck hinter dem Warzenvorhof oder bei Stimulation nicht auf, sondern ziehen sich in den Warzenvorhof zurück, sodass dem Kind das Ansaugen schwer fällt. Der Tipp der Stillberaterin: «Bei echten Hohlwarzen kann es sinnvoll sein, vor dem Stillen die Warze beispielsweise mittels Pumpe herauszuziehen, damit das Baby die Brust besser erfassen kann.»
Zuweilen werden auch Hilfsmittel empfohlen wie Stillhütchen (zum leichteren Anlegen des Kindes) oder spezielle Brustschilde (Brustwarzenformer), die schon in der Schwangerschaft in den BH eingelegt werden können und das Hervortreten der Brustwarzen fördern sollen. «Allerdings kann man auch ohne deren Verwendung in der Regel erfolgreich stillen», sagt Schickhoff. Wer dennoch solche Hilfsmittel für das Stillen anwenden möchten, sollte sich von einer Hebamme sorgfältig über die richtige Anwendung sowie die verschiedenen Vor- und Nachteile informieren. Besonders auf die korrekte Reinigung und Desinfektion muss geachtet werden, um Infektionen bei Mutter und Kind zu vermeiden.

Angela Schickhoff, AFS-Stillberaterin www.stillen-in-potsdam.de

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