Mythos 4: «Stillen führt zu Übergewicht bei Babys»

Bloss nicht stillen, dabei kann man das Baby leicht überfüttern und es wird zu dick, fürchten manche Mütter. Die Hebamme Jana Friedrich gibt Entwarnung: «Nein, Stillen führt bei Babys nicht zu Übergewicht.» Das belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen. «Im Jahr 1999 gab es die bislang grösste Studie zu still- und frühkindlichen Ernährungsgewohnheiten in Zusammenhang mit Übergewicht», berichtet Friedrich. «Das Ergebnis: Kinder, die gestillt wurden, waren mit fünf bis sechs Jahren seltener übergewichtig. Und: Je länger die Stilldauer, desto seltener das Übergewicht.» Wenn es um das Thema Babys und Übergewicht geht, muss man sich zudem die Frage stellen: Wann ist ein Kind zu dick? «Die Wachstumskurven (Perzentilenkurven), die wir heute immer noch grösstenteils benutzen, beruhen auf Daten von Kindern, die mehrheitlich nicht gestillt wurden», sagt Friedrich. «Ausserdem sind die Kinder heute von Geburt an schwerer als noch vor 50 Jahren.» Das führe bisweilen zu Irritationen. Noch ein weiterer Punkt ist der Hebamme in diesem Zusammenhang wichtig: «Babys sind Babys – und keine Models!» Das Wort Babyspeck komme nicht von ungefähr. «Babys dürfen, nein, sie sollen diese zusätzlichen Reserven haben. Diese sind eine Vorsorgemassnahme für schlechte Zeiten.» In der Steinzeit waren dies tatsächliche Mangelzeiten. «Heute dient der Babyspeck als Reserve für Krankheits- oder Zahnungszeiten oder einfach für Zeiten besonders starken Wachstums oder grossen Bewegungsdrangs», so die Hebammen. Das gelte übrigens sowohl für gestillte, als auch für flaschenernährte Kinder.

Jana Friedrich, Hebamme und Bloggerin www.hebammenblog.de

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