Mythos 3: «Wunde Brustwarzen sind normal und nicht zu vermeiden»

Wenn ein Baby alle paar Stunden an den mütterlichen Brustwarzen saugt, ist es doch kein Wunder, dass die empfindliche Haut bald wund wird, oder? «Nein, das stimmt nicht», widerspricht die Hebamme Regine Gresens. «Wunde Brustwarzen kommen zum Beginn der Stillzeit zwar häufig vor, aber deshalb sind sie noch lange nicht normal.» Nur weil heutzutage so viele neue Mütter davon betroffen sind, würden beim Stillen Schmerzen und wunde Brustwarzen erwartet und als unvermeidlich angesehen.In den allermeisten Fällen sei die Ursache wunder Brustwarzen eine ungünstige Stillposition und Anlegetechnik. «Salben, Cremes und andere Mittel helfen hier oft nur unzureichend, da sie nur das Symptom, aber nicht die Ursache behandeln. Meistens hat das Baby mit seinem Mund nicht genug Brust erfasst, sodass die Brustwarze nicht tief im hinteren Mundraum liegt», erklärt Gresens.
Voraussetzung, damit wunde Brustwarzen wirklich abheilen beziehungsweise gar nicht erst entstehen, ist also das richtige Anlegen des Kindes beim Stillen: Ob Ihr Kind richtig an Ihrer Brust saugt, erkennen Sie etwa daran, dass sein Mund weit geöffnet ist («Mund voll Brust»), die Lippen nach aussen gestülpt sind und sein Kinn die Brust berührt. Ausserdem befindet sich die Nase des Babys dann nahe der Brust und die Wangen sind beim Saugen nicht eingezogen, sondern rund – es sind also keine Grübchen sichtbar.
Werden Babys auf diese Weise richtig angelegt, sind wunde Brustwarzen meist kein Thema. Wenn doch, sollten Frauen schnellstens qualifizierte Hilfe suchen. «Je früher Sie das tun, desto schneller lässt sich das ursächliche Problem lösen und desto eher können Sie anfangen, das Stillen zu geniessen», sagt Gresens.

Regine Gresens, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG) www.stillkinder.de

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