SOS – mein Baby ist krank ...

Eine gute Nachricht zu Beginn: Jedes Kind hat einen Nestschutz gegen Krankheiten, da es während der Schwangerschaft und Stillzeit Abwehrstoffe von der Mutter erhält. Die erste Lebensphase eines Babys ist daher grundsätzlich eine gesundheitlich stabile Phase. Trotzdem kann sich Ihr Baby einmal unwohl fühlen oder gar krank sein. Beim Gesundwerden kann es von homöopathischen Mitteln unterstützt werden.

Wehe, wenn es weh tut! Für Eltern ist es immer schlimm, zusehen zu müssen, wie ihre Kinder leiden. Dabei ist Kranksein bei Kindern etwas ganz Normales, denn es gibt eine Menge kleinerer und grösserer Übel, mit denen sich der kindliche Körper auseinander set zen muss. Viele Eltern suchen nach Wegen, ihr Baby auf sanfte Weise zu unterstützen und entdecken dabei die Homöopathie für sich: Sie stellt das harmonische Gleichgewicht im Patientenwieder her und hilft so, die unterschiedlichsten Beschwerden - akute wie chroni sche - zu lindern und zu heilen.

Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie ist eine über 200 Jahre alte, alterna tive Heilmethode. Sie wurde vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann etabliert, der die Grundsätze definiert hat. Der wichtigste Grundsatz lautet «Similia similibus curentur», auf Deutsch «Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden». Das heisst,eine Krankheit wird mit einem homöopathischen Heilmittel behandelt, welches, dem gesunden Menschen verabreicht, ähnliche Symptome hervorruft wie diese Krankheit. Zur Erklärung dieser Regel ein Beispiel: Will man die Folgen eines Insektenstichs behandeln, so macht man das in der Homöopathie mit Äpis (Bienengift).

Arzneimittelbild
Das wichtigste bei der Behandlung ist, das passende Heilmittel zu finden. Hierzu dient die Anamnese. Die Anamnese ist die Befunderhebung durch den Arzt, den Heilpraktiker oder Sie selbst. Auf der Suche nach dem Mittel, das am besten zu den Beschwerden passt, legt der Homöopath bei seiner Befragung und Untersuchung grossen Wert auf die Details. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild von dem Menschen und seiner Krankheit zu bekommen, und auch Informationen zu erfassen, die schulmedizinisch unbedeutend sind. Denn nur wenn die Symptome genau beschrie ben werden, können sie dem richtigen Arzneimittel bild zugeordnet werden. In der klassischen Homöopathie ermittelt man für den Patienten ein einziges Arzneimittel, dessen Arzneimit telbild möglichst genau die Gesamtheit aller seiner Symptome beinhaltet. Komplexmittel sind hingegen Mischungen aus verschiedenen homöopathischen Einzelmitteln, die häufig eine gute Wirkung bei der betreffenden Erkrankung haben. Diese werden also nicht individuell nach dem Ähnlichkeitsprinzip ver schrieben.

Homöopathische Arzneimittel
Die Homöopathie verwendet Ärzneimittel pflanzlichen, tierischen, metallischen, mineralischen und pathologischen Ursprungs, z.B. Arnika, Schlangen gift, Platin, Kalk oder Blut. Diese Ausgangssubstanzen werden nach strengen Vorschriften zu Urtinkturen) und weiter zu homöopathischen Mitteln in Form von Globuli (Kügelchen), Tropfen, Tabletten und Pulver verarbeitet.

Potenzierung
Potenzierung nennt man das typische Herstellvorge hen bei homöopathischen Arzneimitteln. Die Tinktur wird in einem bestimmten Verhältnis verdünnt, und dann kräftig und rhythmisch geschüttelt. Dieses hat zum Ziel, unerwünschte Effekte von Wirkstoffen zu vermindern und die heilende Wirkung derer zu fördern.

Die Verdünnung wird in Buchstaben angegeben (D-Potenz = 1:10, C-Potenz = 1:100, LM-/Q-Potenz = 1:50'000), die Anzahl Wiederholschritte dieser Verdünnung durch die hinter dem Buchstaben stehende Zahl. Eine D2-Potenz kann also hergestellt werden, indem 1Tropfen Urtinktur (TM) mit 9 Tropfen Alkohol verdünnt und verschüttelt wird (= D1). Davon wird wiederum 1Tropfen mit 9 Tropfen Alkohol ver dünnt und verschüttelt (= D2).

Die unterschiedlichen Potenzen haben unterschiedli chen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass Potenzen bis zur C6 (Tief potenzen) mehr auf der körperlichen Ebene wirken, mittlere Potenzen bis zu C24 sowohl auf der körperlichen als auch auf der energetischen Ebene, und Potenzen über C30 (Hochpotenzen) überwiegend auf der energetischen Ebene.

Heilung
Wenn die Behandlung mit dem homöopathischen Mittel erst einmal begonnen hat, steigert sich nach und nach das Wohl befinden, wobei das Arzneimit tel bei akuten und heftigen Krankheiten schneller wirkt als bei chronischen. Die Heilung verläuft nach einem bestimmten Muster: von innen nach aussen, von den wichtigen zu den weniger wichtigen Organen, von oben nach unten und in umgekehrter chronologischer Reihenfolge. In diesem Prozess kann es auch zur sogenannten Erstverschlimmerung (Verstärkung bereits bestehender Symptome) kommen. Diese ist ein Signal, dass der Organismus den Input verstanden und der Heilungsprozess eingesetzt hat. Meistverschwinden diese Symptome so schnell, wie sie gekommen sind.

Die genaue Anwendung ist abhängig vomspezifischen Mittel. Als Grundregel zur Einnahme gilt jedoch: Die Dosierung bleibt immer die gleiche, aber je stärker die Beschwerden, desto häufiger sollte man das Mittel einnehmen. Bei der oralen Einnahme von homöopathischen Mitteln wird dieses von der Mundschleimhaut vom Körper aufgenommen. Deshalb ist es empfehlenswert, die Globuli oder Tropfen für eine Minute im Mund zu behalten. Ausserdem sollten homöopathische Heilmittel nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen, Trinken, Rauchen oder Zähneputzen eingenommen werden. Die Mundschleimhaut sollte frei von fremdem Geschmack sein.

Homöopathische Mittel sind Fremdeinflüssen gegenüber empfindlich. Sie sollten luftdicht, geschützt vor Sonne, Feuchtigkeit, elektromagnetischen Strahlen, Mikrowellen und starken Gerüchen aufbewahrt werden. Diese können die Wirksamkeit herabsetzen.

Für wen eignet sich die Homöopathie?
Die Homöopathie ist für jeden (Mensch und Tier) geeignet, sei es für das zahnende Baby, Kinder, die sich beim Spielen verletzen oder die gestressten Eltern, die nach einem effektiven Weg suchen, ihre überreizten Nerven zu beruhigen. Die Wirkung ist auch keine Glaubenssache. Der beste Beweis dafür ist, dass auch Babys und Tiere hervorragend auf homöopathische Arzneimittel ansprechen. Die Homöopathie ist daher eine faszinierende Alternative zur Schulmedizin, deren Wirkung nicht unterschätzt werden sollte. Die Grenzen der Homöopathie liegen dort, wo die Lebenskraft - oder die Selbstheilungskraft - nicht mehr aktiviert werden kann.

erstellt von Christina Bösiger

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