Bewegung macht Babys Spass!

Babys haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und am liebsten turnen sie mit ihren Eltern herum! Viele Mütter schliessen sich daher gerne einer professionell geleiteten Mami-Baby-Fitnessgruppe an. So bringen sie den Nachwuchs richtig in Bewegung und gleichzeitig auch sich selbst nach der Geburt wieder gezielt in Form.

Babys lieben Bewegung. Schon während der Schwangerschaft turnen sie im Mutterbauch herum und drehen sich in alle Richtungen. Auch nach der Geburt sollten Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, den angeborenen Bewegungsdrang ausleben zu können. Wenn Mami oder Papi das Kleine beispielsweise öfter mal in die Seitenlage und wieder zurück rollen, macht das Spass und fördert das Körpergefühl des Kindes. Doch oft sind Eltern unsicher, welches Spiel für welches Alter angemessen ist. Sie machen sich Sorgen, ob sie ihrem Baby weh tun oder ob bestimmte Bewegungen schaden können. Viele Mütter schliessen sich daher gerne einer professionell geleiteten Mami-Baby-Fitnessgruppe an. So bringen sie den Nachwuchs richtig in Bewegung und gleichzeitig auch sich selbst nach der Geburt wieder gezielt in Form.

Ein Gurt hilft das Kind zu halten
In den speziellen "fitdankbaby"-Kursen etwa, die auch von Physiotherapeuten und Hebammen empfohlen werden, sind alle Kinder in der Regel zwischen drei und sieben Monaten alt. Ein eigens entwickelter Trainingsgurt hilft, die kleinen Körper zu stützen und sie kreativ in die Sportübungen der Mutter mit einzubeziehen. Kräftigung für Mamis Rücken, Beckenbodengymnastik und Übungen für die klassischen Problemzonen Bauch-Beine-Po wechseln sich im Kurs ab mit altersgerechten Spielen für die Kleinen. Beispielsweise hält der Gurt die Babys sicher fest, wenn sie in Bauchlage auf Mamis angehobenem Unterschenkel liegen. Für die Mutter ist das eine gute Ausgangsposition für ein Bauchmuskeltraining, das Baby kräftigt spielerisch Nacken und Rumpfmuskulatur. Danach geht es weiter mit einem Kniereiter-Spiel für die Kleinen.

Babyfitness hat übrigens nichts damit zu tun, Kleinkinder gezielt zu sportlichen Höchstleistungen zu animieren. Vielmehr sprechen die Übungen sie altersgerecht in ihrer motorischen, geistigen und emotionalen Entwicklung an. Alle Übungen werden von einer ausgebildeten Trainerin angeleitet und überprüft.

Nicht nur auf dem Rücken liegen
Diese sanfte Art der Babyfitness fördert nicht nur die Bewegung der Kleinen, sondern sie hilft auch, Fehlbildungen des kindlichen Körpers zu vermeiden. "In meine Praxis kommen Kinder, die mit acht Monaten beispielsweise nur auf dem Rücken gelegen haben und von ihren Eltern kaum bewegt wurden", sagt Physiotherapeutin und Seminarleiterin Verena Doennig-Wagener, die seit fünfzehn Jahren in ihrer Praxis in Hagen ausschliesslich Babys und Kinder behandelt. "So hat das Baby gar nicht die Möglichkeit, sich eigenständig gesund zu entwickeln und das oftmals nur aus Unwissenheit der Eltern." Vor allem das Schlafen in Bauchlage wird als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod angesehen.Dass die Bauchlage beim Spielen aber absolut okay und sogar notwendig für die richtige Entwicklung des Kindes ist, wissen viele Eltern gar nicht. So führt die fehlende Bauchlage beispielsweise oft zu einem abgeflachten Hinterkopf. In einer Mutter-Baby-Fitnessgruppe werden diese Zusammenhänge nochmal genau erklärt. Das Üben in der Gruppe in den insgesamt acht Kurseinheiten à 75 Minuten bringt zudem ein besseres Bewusstsein für das richtige Verhalten im Alltag zuhause.

Babygeräte - ja oder nein?
In Babyfachgeschäften gibt es viele Spielgeräte zu kaufen, die das Kind scheinbar zu mehr Aktivität animieren sollen. Doch nicht jedes Produkt ermöglicht tatsächlich, dass sich das Kleine aus eigener Kraft bewegt. Viele Lauflernhilfen beispielsweise sind so konzipiert, dass das Kind darin starr gehalten wird und im Oberkörper keine Bewegungsfreiheit hat. Das Gleiche gilt für viele Babywippen. Langes Sitzen darin kann dem kindlichen Rücken schaden. Generell gilt das Motto: Alle Geräte, die ein aktives Selbstbewegen fördern, sind okay. Vorrichtungen, in die Babys lediglich hineingesetzt werden und in denen sie selbst passiv verharren, sollten im Regal bleiben.

Nach der Rückbildung geht's weiter
Um bei einem Mutter-Baby-Sportkurs mitzumachen, sollte die Mami auf jeden Fall ihren Rückbildungskurs beendet haben. Für diesen werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Die Übungen bei der Rückbildung zielen hauptsächlich darauf ab, die Beckenbodenmuskeln wieder in Form zu bringen, die den unteren Bauchraum abschliessen und bei der Geburt des Kindes stark strapaziert werden. Die fitdankbaby-Kurse bauen auf der Rückbildung auf. Auch hier achtet die Trainerin darauf, dass der Beckenboden mit im Spiel bleibt, jedoch nicht überstrapaziert wird. Mehr Infos, Kursangebote und Anmeldungen über www.fitdankbaby.ch

Lassen Sie Ihrem Kind Zeit!
Jedes Baby entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, deshalb ist es nicht sinnvoll und sogar kontraproduktiv, Entwicklungsprozesse beschleunigen zu wollen. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit - Zeit, die es braucht, um sich zufrieden und selbstbewusst entwickeln zu können.

Im ersten Lebensjahr durchlaufen Babys noch einmal alle uralten Stadien der Evolution. Die Natur hat auch hier ihre weisen Gesetzmässigkeiten, die wir nicht ungestraft durcheinander bringen oder beschleunigen sollten.

Wenn die grosse ungarische Babyentwicklungsexpertin und Kinderärztin Emmi Pikler sagt, wir sollten Babys nicht in Positionen bringen, die sie nicht von sich aus einzunehmen in der Lage sind, lässt uns das sehr nachdenklich werden. Dieser Satz läutet einen neuen Umgang mit unsern Babys ein, der von Geburt an viel respektvoller und achtsamer ist, als wir es gewohnt sind. Wieviele Babys werden gesetzt, bevor sie selber in die Sitzposition kommen können? Wieviele frühzeitig auf die Füsse gestellt und an den Händen gehalten, um "gehen" zu lernen? Jede Entwicklung die "gezogen und gestossen" wurde, löst im Körper des Babys Verkrampfung aus - und was im Körper geschieht, überträgt sich auch auf die Seele.

Die Anregungen von Emmi Pikler sind eine wirkliche Entlastung für Eltern, die heute von der Vorstellung geplagt werden, sie müssten möglichst früh ganz viel "Förderndes" unternehmen, damit die Kinder einmal "mithalten" könnten.
Die Botschaft heisst: das Baby bringt schon alles mit - vor allem einen unglaublichen Willen, sich selbst zu entwickeln und eine ebenso unglaubliche Weisheit, Dinge genau im richtigen Moment zu tun. Es übt und übt, bis es soweit ist, dass es ohne Mühe, in einer fliessenden Bewegung sich selber aufsetzen kann - und genauso mühelos wieder runter kommt!

Eltern dürfen sich also entspannen und sich einfach freuen an dem, was ihr Kind von sich aus tut. Wir müssen seine Entwicklung nicht "machen" - ein gesundes Baby turnt und spielt von selbst mit grösster Freude, wann immer es möglich ist. Dazu braucht es aber einen guten, verlässlichen Freund und das ist - der Boden! Die ganze Bewegungsentwicklung findet am Boden statt und nicht in irgendwelchen Sitzschalen!

Wie dieser Platz am Boden entsprechend den verschiedenen Entwicklungsstufen vorbereitet wird, ist sehr anschaulich mit vielen Bildern dargestellt in dem sehr hilfreichen Buch: "Mein Baby entdeckt sich und die Welt - kindliche Entwicklung achtsam begleiten nach Emmi Pikler" (siehe Buchtipp). Nicht umsonst haben Piklers Bücher auch Titel wie: "Friedliche Babys, zufriedene Mütter" oder "Zufriedene Kinder, gelassene Eltern".

erstellt von Unser Baby 2014, Barbara Zuppiger, www.bewegter-Lebensstart.ch.

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