Babyschwimmen - Spass im Wasser

Wasser ist ein Element, wo sich die meisten Babys wohl fühlen. Babyschwimmen ist deshalb für Gross und Klein ein Vergnügen und fördert spielerisch die Eltern-und Kindbeziehung. Im Interview erklärt Monica Odermatt, warum.

Seit mehr als 14 Jahren gibt es «Babys im Wasser»: Ein Team von motivierten Kursleiterinnen bietet in zahlreichen Städten der Schweiz neben Kursen in Wassergymnastik für Schwangere auch verschiedene Wassergewöhnungskurse für Babys und Kleinkinder an. Im Vordergrund stehen dabei Spass und das spielerische Heranführen der Kleinen an das Element Wasser. Zudem verfolgt jeder Kurs seine ganz individuellen Ziele, welche genau auf die entsprechende Altersgruppe zugeschnitten sind und die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder entscheidend beeinflussen.

Monica Odermatt, Ab welchem Monat können Babys an einem Babyschwimmkurs teilnehmen?
Wir empfehlen, mit den Babys ab etwa vier Monaten ins Nass zu gehen. Dann haben sich Mami und Papi bereits gut aneinander gewöhnt. Meist braucht die junge Familie eine gewisse Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Bei den Kleinen hat sich ein Schlaf-Still-Rhythmus eingependelt und die Wundheilung nach der Geburt ist bei der Mutter abgeschlossen. Zudem ist der Wärmeschutz der Haut des Babys bereits voll entwickelt, genauso wie auch der Greifreflex. «Begreifen», im wahrsten Sinne des Wortes, ist ab diesem Zeitpunkt bereits sehr stark. Dies ist auch für den optimalen Aufbau der Lektion, das heisst, für das «Arbeiten mit dem Baby im Wasser» sehr wichtig.

Wer kann das Baby im Wasser begleiten?
In unseren Kursen können entweder das Mami oder der Papi ihr Kind begleiten. Es gibt spezielle Kurse, wo beide Elternteile mit dem Baby im Wasser sind und es werden auch Kurse angeboten, wo die ganze Familie teilnehmen kann (Eltern, Baby und Geschwister). Interessierte sollten sich sich auf jeden Fall erkundigen, ob eine Probe-Lektion durchgeführt wird. So können sie entscheiden, welche Kursart für sie stimmt.

Wie soll man sich einen Babyschwimmkurs vorstellen?
Ein Babyschwimmkurs ist eine Spielstunde im Wasser. Unter fachkundiger Kursleitung und mit sicheren Griffen werden die Babys ohne zu tauchen durchs Wasser begleitet. Spielerisch gewöhnen sie sich ans Wasser, indem es beispielsweise von Mami oder Papi mit Fingerspielen, Kinderliedern und reimen motiviert wird, sich im Wasser zu bewegen. Dazu setzen wir Spielzeuge wie Brettli, Poolnudel, Bälle, Schwimmfischli, Moostierli oder auch handgemachte, wassertaugliche Artikel ein. Da sind der Fantasie der Leiterin keine Grenzen gesetzt.

Welche Ziele sind Ihnen und den Kursleiterinnen wichtig?
Unsere Ziele sind erreicht, wenn sich innige und zärtliche, verspielte, fröhliche und intensive Momente für Eltern und Kind ergeben, während denen die Kinder sich ans Wasser gewöhnen und Sicherheit gewinnen. Sie sollen lernen, sich im Wasser zu bewegen und je grösser sie sind, auch hinein zu springen. Natürlich immer mit dem Vertrauen, dass Mama oder Papa helfen und halten. Die Nähe und das Vertrauen zwischen Eltern und Kind stehen im gleichen Masse im Vordergrund wie das Ziel der Wassergewöhnung.  Bei den grösseren Kindern (ca. 3-jährig) ist das Ziel erreicht, wenn sie eine gute Wassergewöhnung als Grundlage fürs Kleinkinderschwimmen mitbringen können: z.B. sich getrauen, auch mal kurz abzutauchen, ohne Zwang und Druck.

Auf was sollen Eltern bei der Auswahl eines Kurses achten?
Die Eltern dürfen sich beim Kursanbieter erkundigen, wie das Wasser in den Bädern gereinigt wird, gechlort usw. Wenn ein Bad zu heftig nach Chlor riecht, ist es nicht wirklich sauber! Wichtig finden wir auch, dass darauf geachtet wird, dass die Kurse für Babys und auch Kleinkinder bis ca. zwei Jahren in genügend warmen Wasser (min. 30 °) statt finden. Wie bereits erwähnt, empfehle ich immer, nach einer Probe-Lektion zu fragen.

Warum sind Babyschwimmkurse sinnvoll?
Ich durfte die Erfahrung machen, dass die Kinder, vor allem auch behinderte, im Wasser Bewegungen erleben und selber machen können. Sie können auch angeregt werden, Bewegungen durch das Wasser hindurch auszuführen, die sie an Land noch nicht oder weil sie behindert sind, nicht machen können. Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit im Wasser, die Kinder durch Baby- und Kinderschwimmkurse erhalten. Noch eine Generation früher konnten viele Kinder und Erwachsene gar nicht oder kaum schwimmen. Die Todesfälle durch Ertrinken waren leider viel höher als heute. Durch die Wassergewöhnung kommt meist die Lust zum Schwimmen lernen dazu - ein positiver Effekt. Die Bewegung im Wasser ist auch sinnlich. Das Erlebnis bereichert das Kind mit Eindrücken und Erfahrungen, die es an Land nicht gewinnen kann. Die Entwicklung der Motorik wird stark gefördert. Aber wie schon erwähnt, die Momente mit den Eltern oder vielleicht sogar Grosseltern, sind sehr wertvoll und persönlich. Der Aufenthalt im Wasser stärkt das Immunsystem und regt den Kreislauf an. Kinder, die sich wohl fühlen, sind entspannt und es ist schön zu sehen, wie sie sich dieser Entspannung mit der Geborgenheit der Eltern hingeben.

Sie nennen als Ziel unter anderem die Förderung der Motorik und der Koordination. Wie können diese bei solch jungen Babys bereits trainiert werden?
Die Motorik fördern heisst, seine Körperteile richtig einzusetzen. Und bei der Koordination trainiert man mehrere Sachen gleichzeitig zu machen. Für kleine Kinder ist das gar nicht so einfach und es gibt viele Beispiele, wie wir im Unterricht die Kinder fördern. Wenn Babys mit Hilfe der Mutter durchs Wasser gleiten und einem Ball nachschwimmen, halten sie die Arme oft seitwärts, als ob sie fliegen wollten. Erst durch Übung und Motivation greifen sie nach dem Ball, aber meist auch nur mit einer Hand und vor allem mit der Hilfe des Mundes. Später realisieren sie, dass es mit gestreckten Armen und dem Zugreifen mit beiden Händen viel einfacher ist. Auch können Babys anfänglich noch nicht mit ihren Händen oder Füssen spritzen. Erst durch Einander-Abschauen und Üben merken sie, dass Spritzen sehr lustig ist.