Pragmatische Lösung bei Kinderbetreuung gefordert

Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist ungebrochen gross. Der Ausbau von Krippenplätzen wird gemäss aktuellen Medienberichten indes verlangsamt. Doch Mütter und Väter müssen heute verschiedensten Familienformen und Anforderungen der Arbeitswelt genügen.

Pro Juventute fordert daher tragfähige wirtschaftliche wie politische Rahmenbedingungen für alle Eltern in der Schweiz. (Bild: afitz)

Kinderbetreuung in der Schweiz ist teuer, mancherorts sogar prohibitiv, wie die NZZ heute schreibt. Und gemäss Tages-Anzeiger spart die Stadt Zürich auf Kosten von Elternbeiträgen und Ausbildungsprämien und verlangsamt den Ausbau von Kinderkrippen. Die Stiftung Pro Juventute fordert in dieser Debatte einen pragmatischeren Zugang und eine verstärkte Beachtung der Bedürfnisse der heutigen Familien. "Heute müssen Mütter und Väter den verschiedensten Ansprüchen bezüglich Familienformen und Arbeitsteilungen genügen. Familien sind daher auf förderliche Rahmenbedingungen in Arbeitswelt und im öffentlichen Leben angewiesen", sagt Stiftungsdirektor Stephan Oetiker. "In Zeiten von steigenden beruflichen Anforderungen müssen die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass das Angebot von Kinderbetreuungsstätten nicht verlangsamt, sondern beschleunigt werden kann", sagt Oetiker.

Dazu gehört auch ein bezahlbares und faires Preis- und Leistungsverhältnis bei Betreuungsangeboten in der Schweiz. Dieser Meinung ist auch der Preisüberwacher Stefan Meierhans der in seiner aktuellen Studie transparentere Kosten bei den Tarifen der Kindertagsstätten fordert. Demnach bezahlen in Schwyz Eltern für die Betreuung eines Kleinkinds gemäss der NZZ von heute bis zu dreimal so viel wie in Bellinzona. Für Pro Juventute-Direktor Stephan Oetiker ist klar: "Alle Mütter und Väter in der Schweiz habe das Recht auf die gleichen Rahmenbedingungen bei der Kinderbetreuungen".

Überdies ist zur Stärkung von Müttern und Vätern zum Wohl des Kindes neben der Schaffung angemessener politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auch Information und Begleitung entscheidend. So zeigt die von Pro Juventute durchgeführte Umfrage "Was brauchen Eltern heute", dass sich über die Hälfte der befragten Eltern mehr Beratung oder Hilfe bei Erziehungsfragen wünscht. Pro Juventute bietet mit den Pro Juventute Elternbriefen deshalb seit 40 Jahren ein wichtiges Angebot für Eltern in der Schweiz. Die Elternbriefe bieten Eltern im Zusammenleben mit ihrem ersten Kind Informationen über Themen aus Bildung, Erziehung und Gesundheit und können von Gemeinden oder Fachstellen zugestell.

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