Ja zum Vaterschaftsurlaub

Über 80 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten wollen einen gesetzlich festgelegten und bezahlten Vaterschaftsurlaub. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Gewerkschaft Travail.Suisse. Die Zustimmung ist über alle Bevölkerungsschichten, Altersgruppen und beide Geschlechter hoch.

In der Schweiz soll der bezahlte Vaterschaftsurlaub gesetzlich verankert werden.

Die Resultate der Umfrage bestätigen gemäss Travail.Suisse eine bereits früher festgestellte Tendenz, wonach der Vaterschaftsurlaub in der Schweiz einem starken Bedürfnis entspricht. 81 Prozent der aktuell Befragten sprechen sich für oder eher für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub aus. Für Matthias Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse ist darum klar: „Es braucht den Vaterschaftsurlaub jetzt!“. Gemäss der Umfrage wird das Anliegen besonders von den 30 bis 44-jährigen Müttern und Vätern unterstützt (fast 90 Prozent Zustimmung). Das Anliegen ist in allen Bevölkerungsgruppen breit abgestützt, keine Gruppe weist eine Zustimmung unter 70 Prozent aus. Auch Väter, die selber noch keinen Vaterschaftsurlaub hatten, befürworten einen solchen deutlich.

Das Gros will zwei bis vier Wochen

Etwas über 40 Prozent derjenigen, welche sich grundsätzlich für einen Vaterschaftsurlaub aussprechen, tendieren zu einer Auszeit von 4 Wochen oder mehr. Weitere gut 40 Prozent sprechen sich für zwei Wochen aus. Der Rest erachtet eine kürzere Dauer als genügend. Die Väter selber möchten tendenziell einen etwas längeren Urlaub als die Gesamtbevölkerung. Es sei nun an der ständerätlichen Sozialkommission „die Zeichen der Zeit zu erkennen und den konkreten Auftrag für ein entsprechendes Gesetz zu erteilen“, schreibt Travail.Suisse in einer Mitteilung. Um seinem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, organisiert der Verband zusammen mit anderen Organisationen am 30. August auf dem Waisenhausplatz in Bern eine Kinderwagendemo.

AR: Mehr Papizeit für Kantonsangestellte

Bereits einen kleinen Schritt weiter ist man diesbezüglich im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Die Regierung will den Kantonsangestellten künftig zehn statt wie bisher zwei Tage Vaterschaftsurlaub gewähren. Dies sieht die Teilrevision des Personalgesetztes vor, das sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet. Bei Vertretern von Industrie und Gewerbe stösst das Anliegen allerdings auf wenig Gegenliebe. Sie befürchten, dass sie nachziehen müssen und somit mit zusätzlichen Kosten belastet werden.

Alle Resultate der Umfrage mit Grafiken finden Sie hier.

erstellt von Patrick Stämpfli