Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln

Lebensmittelinfektionen, welche durch Salmonellen oder Campylobacter ausgelöst werden, treten vor allem an heissen Sommertagen auf. Sommerzeit ist Reisezeit. Deshalb kann immer wieder festgestellt werden, dass sich viele Betroffene die Lebensmittelinfektionen während ihres Urlaubs im Ausland zugezogen haben.

Durch Einhaltung der wichtigsten Hygieneregeln können Lebensmittelinfektionen weitgehend umgangen werden .(Bild: Neeila)

Fast immer werden Zwischenfälle durch mangelnde Kenntnisse der wichtigsten Hygieneregeln bzw. durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Sie wären also grösstenteils vermeidbar.

 

Massnahmen zum Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen im Privathaushalt:


Persönliche Hygiene:

  • Hände mit Seife gründlich waschen und mit einem sauberen Tuch abtrocknen, Fingernägel kurz und sauber halten.
  • Saubere (Arbeits- und Küchen-) Kleider tragen.
  • Haare zusammenbinden oder bedecken, damit sie nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  • Wunden und Ausschläge wasserdicht abdecken.
  • Nicht auf Lebensmittel und Speisen husten oder niesen - sich abwenden, Armbeuge oder Taschentuch vor den Mund halten.
  • Hände anschliessend gründlich waschen. Bei ansteckenden Krankheiten nach Möglichkeit nicht in der Küche arbeiten, eventuell Mundschutz tragen.


Lebensmittelhygiene:

  • Beim Einkauf Haltbarkeits- und Verbrauchsdatum von Lebensmitteln beachten, Lebensmittelvorräte in Schränken, Kühlschränken und Tiefkühlgeräten periodisch überprüfen.
  • Rohe Lebensmittel rasch und kühl transportieren und bis zur Verarbeitung im Kühlschrank aufbewahren, damit die so genannte "Kühlkette" nicht unterbrochen wird. Heikle Lebensmittel umgehend verbrauchen.
  • Kühlschranktemperaturen (max. 5°C) und Tiefkühltemperaturen (mind. -18°C) periodisch mit dem Thermometer überprüfen. Vereiste Geräte abtauen. Geräte nicht überfüllen.
  • Einmal aufgetaute Lebensmittel nicht mehr einfrieren. Tiefkühlprodukte im Kühlschrank oder Mikrowellenherd in einem Gefäss auftauen - so gelangt keine Abtauflüssigkeit und Mikroorganismen auf andere Speisen, Tablare, Arbeitsflächen oder Geräte.
  • Verdorbene Lebensmittel wegwerfen. Schimmel nicht einfach wegschneiden - die giftigen Stoffwechselprodukte (z.B. Mykotoxine) können sich im Lebensmittel ausbreiten.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. rohes Fleisch, Milchprodukte) in geschlossenen Behältern aufbewahren; rohe und gekochte Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten. Nach der Verarbeitung heikler Lebensmittel Arbeitsflächen und Geräte umgehend reinigen. Hände jedes Mal waschen.
  • Rohe Lebensmittel beim Kochen auch im Kern auf mind. 70°C erhitzen. Tiefkühlprodukte vor dem Kochen vollständig auftauen, damit sie auch im Inneren genügend erhitzt werden. Auch Speisereste beim Verbrauch wieder auf 70°C erhitzen. Eventuell Spezialthermometer benützen.
  • Zubereitete Speisen möglichst rasch konsumieren. Kalte Gerichte bis zum Verzehr bei max. 5°C im Kühlschrank aufbewahren. Reste umgehend in flachen Gefässen abkühlen lassen und im Kühlschrank in geeigneten geschlossenen Gefässen auf max. 5°C abkühlen und möglichst bald verbrauchen.


Geräte- und Küchenhygiene

  • Hilfsmittel wie Küchentücher, Lappen trocken halten; nach Gebrauch gut auswaschen, häufig wechseln und bei mindestens 60°C waschen - ansonsten wenn möglich Haushaltspapier einsetzen.
  • Arbeitsflächen, Küchengeräte und -apparate nach jeder Benützung gründlich reinigen, am besten mit heissem Wasser und einem geeigneten Reinigungsmittel.
  • Küche und Vorratsräume sauber halten, Abfälle trennen (Glas, kompostierbare Abfälle, Metall etc.) und rasch beseitigen. Bei starkem oder häufigem Schädlingsbefall Spezialisten anfragen.
  • Haustiere, gehören nicht in Küche und Vorratsräume.


In anderen Ländern herrschen andere Hygienevorschriften und andere Ernährungsgewohnheiten. Ein Magen, der an "Schweizer Küche" gewöhnt ist, kann mit Beschwerden auf exotische Gerichte und Gewürze reagieren, die hingegen nichts mit einer Lebensmittelinfektion zu tun haben. Wer in fremde Länder reist, sollte stets die Faustregel im Kopf behalten: Koch' es, schäl' es oder vergiss' es. Dadurch wird das Risiko für eine Lebensmittelinfektion verringert.

  • Vor der Abreise abklären, ob das Leitungswasser als Trinkwasser geeignet ist. Ist es nicht geeignet oder besteht Unsicherheit, sollte zum Trinken und Zähne putzen immer sauberes Trink- oder Mineralwasser aus ungeöffneten Flaschen verwendet werden.
  • Erfrischungsgetränke aus Flaschen sollten nach Möglichkeit mit einem Trinkhalm und ohne Eiswürfel getrunken werden, da diese meist aus Leitungswasser hergestellt wurden.
  • Das Obst vor dem Verzehr gründlich mit sauberem Trink- oder Mineralwasser aus ungeöffneten Flaschen waschen oder schälen.
  • Beim Verzehr von Fleisch, Fisch und Eiern darauf achten, dass sie ganz durchgegart sind.
  • Auf Speisen mit rohen Eiern wie beispielsweise selbstgemachte Mayonnaise, Parfait-Glace oder Sauce Carbonara sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.
  • Die Lebensmittel sollten vor Fliegen geschützt aufbewahrt werden.
  • Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln immer gründlich die Hände mit Seife waschen und mit einem Einmalhandtuch gut trocknen.
  • Der Kontakt zu Haus- und Wildtieren sollte gemieden werden.


Nach aktuellem Wissensstand können die oben aufgeführten Empfehlungen nicht direkt auf die Vorbeugung von EHEC-Infektionen übertragen werden. Aktuelle Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite vom BAG: www.bag.admin.ch

erstellt von Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE