Wickel, Tees und heisse Dampf-Zelte

Ob Zwiebeln, Holunder oder Kartoffeln - Nahrungsmittel können auch heilen! Nutzen Sie das Wissen der Volksheilkunde, um mit natürlichen Mitteln die Gesundheit der ganzen Familie zu erhalten. Wir haben bewährte Rezepte gesammelt und sagen, wie diese wirken und wo sie angewendet werden.

Was mache ich, wenn mein Kind Husten oder Bauchweh hat? Oder wenn es über Ohren- oder Halsschmerzen klagt? Gebe ich ihm Medikamente oder soll ich es zuerst mit einer sanften Methode behandeln? Solche Fragen müssen sich alle Eltern früher oder später stellen, denn diese Beschwerden gehören zu jedem Kinderalltag - genauso wie bei Erwachsenen auch. In früheren Zeiten, als es noch üblich war, dass mehrere Generationen in Grossfamilien zusammenlebten, gaben die Grossmütter und Mütter ihre Erfahrungen und das Wissen, das sie selbst von ihrer Mutter bekommen hatten, an die Töchter und Söhne weiter. So konnten die Älteren den Jüngeren wichtige Tipps geben und sich in Krisenzeiten liebevoll, routiniert, beruhigend und ermutigend zur Seite stehen. Denn damals war bei vielen Familien noch ein grosses Wissen an natürlichen Hausmitteln vorhanden, das an die nächste Generation weitergegeben wurde und so unzähligen Menschen und auch Tieren beim Gesundwerden geholfen hat. Heute hingegen ist durch die meist übliche Lebensweise in Kleinfamilien nicht nur der wichtige familiäre Rückhalt verloren gegangen, sondern auch das damit verbundene alte Wissen. Das ist schade, denn oft ist eine Selbstmedikation mit bewährten Hausmitteln gut möglich. Mittel aus der Natur haben viele Vorteile: Sie können eine Vielzahl von Krankheiten lindern und haben ein breites Wirkungsspektrum - und dabei wenig Nebenwirkungen. Zudem sind sie günstig und einfach anzuwenden. Kein Wunder, besinnen sich heute wieder mehr und mehr Menschen darauf.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
"Viele Krankheiten im Kindesalter sind anders zu bewerten als Erkrankungen von Erwachsenen", schreiben die Naturheilpraktiker Friedemann Garvelmann und Susanne Alber-Jansohn in ihrem Praxisbuch "Naturheilkunde für Kinder" (siehe Buchtipp). "Denn gemäss der Lehre der Naturheilkunde ist es ein folgenschwerer Fehler, die typischen fieberhaften Erkrankungen, die fast jedes Kind im Laufe seiner Entwicklung durchmachen muss, als lästige oder gar überflüssige Ereignisse anzusehen, deren Symptome so schnell wie möglich wieder zum Verschwinden gebracht werden müssen. Auch die klassischen Kinderkrankheiten sind nicht isoliert voneinander ablaufende Einzelereignisse - sie haben einen Bezug zueinander bzw. zur jeweiligen Entwicklungsphase. Gemäss dieser Philosophie gibt es in einem lebenden Organismus grundsätzlich keine Elemente oder Geschehen, die nichts miteinander zu tun haben. Es stellt sich nur immer wieder die Frage, wie diese Zusammenhänge sind - und ob wir sie erkennen bzw. erklären können. Auch wenn der rote Faden, der sich durch die Gesundheits- und Krankheitsgeschichte eines Kindes zieht, manchmal nicht offensichtlich und leicht erkennbar ist: Sie können davon ausgehen, dass es ihn gibt! So unterliegt die Entwicklung eines Kindes mit den dazugehörenden Krankheiten grundsätzlichen, systematischen Naturgesetzen, die aber bei jedem Kind auf individuelle Art in Erscheinung treten. Diese biologischen Gesetzmässigkeiten sind seit über 2000 Jahren in allen Kulturkreisen der Erde bekannt und dokumentiert. Und es ist auch bekannt, welche gravierenden Folgen sich daraus ergeben, wenn in diese Dynamik auf eine Weise eingegriffen wird, die die Gesetze der Natur missachtet oder sogar korrigieren will." Dies ist für Sie als Eltern sehr wichtig zu wissen, denn viele Dinge und Ereignisse, die Sie bei Ihrem Kind erleben und wahrnehmen (z.B. auch gewisse Krankheiten oder Beschwerden) haben einen tieferen Sinn. Gehen Sie diesen auf den Grund! Machen Sie sich schlau mit entsprechender Lektüre und lernen Sie Schritt für Schritt diese zu verstehen, darauf zu achten, darauf einzugehen und schliesslich entsprechend zu behandeln.

Beobachten und entscheiden
"Diagnosen bei Kindern sind für Eltern nicht immer einfach", weiss auch Ruth Jahn, Autorin des bewährten Beobachter-Ratgebers "Rezeptfrei gesund mit Schweizer Hausmitteln". Sie ist selbst Mutter einer Tochter und verfügt über eine grosse Erfahrung in Gesundheitsfragen. Hat das Kind "nur" eine Erkältung oder weist das Halsweh oder der Husten auf eine schwerwiegendere Krankheit hin? Auch sie empfiehlt: "Beobachten Sie Ihr Kind und vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Wichtig zu wissen: Die Selbstmedikation kann bei manchen Krankheiten an ihre Grenzen stossen. Die Entscheidung, wann Sie Ihr krankes Kind dem Arzt oder der Ärztin zeigen oder ob Sie gar den Notarzt (Tel. 144) rufen sollen, müssen Sie selber treffen, denn Sie kennen Ihr Kind am besten. Im Zweifelsfall gilt: lieber einmal mehr zum Arzt als einmal zu wenig!"

7 bewährte Tipps von Ruth Jahn

  1. Nehmen Sie sich viel Zeit für Ihr krankes Kind, verschieben Sie andere Verpflichtungen.
  2. Schalten Sie einen Gang zurück und achten Sie darauf, dass sich das  Kind schonen kann. Das fördert die Heilung.
  3. Achten Sie auf eine sanfte Therapie und beziehen Sie die Wünsche Ihres Kindes mit ein, respektieren Sie auch seinen allfälligen Widerwillen.
  4. Hausmittel sollen Spass machen: Wenn beispielsweise auch der Lieblingsteddy einen Zwiebelwickel verpasst bekommt, ist das geteilte Leid gleich nur noch halb so gross.
  5. Trinken ist wichtig! Besonders gilt dies für Kinder, die fiebern, erbrechen oder Durchfall haben. Am besten geeignet ist ungesüsster Tee.
  6. In den ersten 12 Lebensmonaten sollten Sie hartnäckigen Husten, eine angestrengte Atmung, Fieber, Erbrechen und Durchfall bei Ihrem Baby immer bei der Kinderärztin abklären lassen.
  7. Bei Babys und Kleinkindern keine ätherischen Öle verwenden.


Quelle: "Rezeptfrei gesund mit Schweizer Hausmitteln" (siehe Buchtipp)

 

Buchtipps - direkt bestellen

"Kinder sanft und natürlich heilen  mit Schweizer Hausmitteln",  von Ruth Jahn, Beobachter Ratgeber, ISBN 978-3-85569-661-1, Fr. 47.90
Dieses Nachschlagewerk ist ein Fundus: mehr als 500 sanfte Heilmethoden  und ihre sichere Anwendung werden systematisch dargestellt.

"Rezeptfrei gesund mit Schweizer Hausmitteln", von Ruth Jahn, Beobachter Ratgeber,  ISBN 978-3-85569-545-4, Fr. 49.90
In diesem Handbuch finden Sie für über 100 Beschwerden schnell die passenden Hausmittel, seien dies pflanzliche Therapien, Wickel, Tees, Tinkturen, ätherische Öle, Homöopathie, spagyrische Essenzen, Schüssler Salze und vieles mehr.

"Naturheilkunde für Kinder",  von Friedemann Garvelmann und  Susanne Alber-Jansohn, AT-Verlag,  ISBN 978-3-03800-479-0, Fr. 38.90.

erstellt von Christina Bösiger