Wellness auf vier Rädern

Der FamilienSPICK war wieder auf der Strasse unterwegs, um ein Familienauto einem Check zu unterziehen. Nicht PS und andere «innere Werte» standen dabei im Vordergrund, sondern die Frage: Was sagen die Kinder? Dieses Mal im Test: der Renault Espace Initiale Paris.

Das Test-Team mit Nina (8) und Lynn (5) hatte seinen Kaufentscheid etwa drei Sekunden nach dem Einsteigen in unseren Probewagen gefällt. Denn rund um das Bedienungs-Tablet, das beim Renault Espace Initiale Paris in der Mitte der Konsole als eigentliches «Herzstück» des Interieurs prangt, erschien ein violett-pinkes Leuchtband. Das war für die Mädchen ein ausreichend überzeugendes Argument für das Fahrzeug. Aber natürlich konnten wir es dabei nicht belassen. Denn die Frage in unserer Testserie lautet: Ist ein Auto geeignet für Familien?

Rundumsicht

Um es vorwegzunehmen: Der Renault Espace bietet tatsächlich mehr als hübsche Lichtspiele (die sich übrigens farblich sogar anpassen lassen). Er ist, wie man es vom Espace gewöhnt ist, grosszügig bemessen, vorne und hinten geniesst man viel Bewegungsfreiheit, aber man hat doch nicht das Gefühl, eine LKW-Prüfung absolvieren zu müssen, um damit unterwegs zu sein. Eine Fahrhilfe für Leute, die normalerweise mit kleineren Dimensionen unterwegs sind, bilden ohnehin die zahlreichen hilfreichen Extras, mit denen unser Testwagen bestückt war.  Allen voran natürlich die Kamera, die im Display eine Rundumsicht bietet und so das Navigieren auch in enge Parklücken ermöglicht. Diese hatte uns schon beim Autotest in der letzten Ausgabe gute Dienste geleistet.

Die akustischen und visuellen Warnhinweise, sobald der Wagen in die Nähe eines möglichen Hindernisses kommt, waren mir persönlich allerdings schon fast zu viel der Vorsicht – in einer engen Parkgarage löst die moderne Technologie eine Art Disco-Atmosphäre im Wageninnern aus, auch wenn man noch nicht in der Gefahrenzone ist. Aber wenn sich damit teure Kratzer verhindern lassen: umso besser.

Schön und praktisch

Auf der Strasse zeigte sich sehr schnell, dass der Renault alles zu bieten hat, was man sich von einem modernen Familienwagen wünscht. Er fährt sich komfortabel, liegt gut in den Kurven, beschleunigt trotz seiner Dimensionen schön, und die Kinder genossen in der hinteren Sitzreihe den vielen freien Platz und vor allem die Aussicht auf den Himmel durch die Panoramascheibe im Dach. Dazu kommen die zahlreichen Design-Details im Wageninnern in einer sehr wertigen Verarbeitung. Offenbar lassen sich Familienkomfort und ästhetische Ansprüche doch verbinden. Eine gute Entwicklung, denn früher musste man sich meist entscheiden zwischen «schön» und «praktisch» – hier gibt es das in Kombination.

Massage auf der Fahrt

Aber das ist natürlich eine «erwachsene» Sicht. Was die Kinder wirklich interessierte, war ganz etwas anderes:  Nina und Lynn hatten schon vor dem Start auf dem Bedien-Tablet mit scharfem Auge eine Funktion erspäht, die sie interessierte: Massage-Sessel! Tatsächlich können im Menü für Fahrer und Beifahrer eine Reihe verschiedener Massage-Funktionen, von Kräftigung über Lockerung bis zu Entspannung, angewählt werden. Natürlich probierten wir das auf einem Parkplatz aus: Die Kinder übernahmen Steuer und Beifahrerposition und liessen sich von den unsichtbaren «Händen» im Polster bearbeiten. Die Funktion ist sicher kein «must have», aber wenn jemand oft lange Strecken zurücklegt, kann die fahrende Massage wohl gute Dienste leisten.

Die digitale Schaltzentrale hält neben diesem Wellnessprogramm viele weitere nützliche Funktionen bereit. Praktisch klingt die Personalisierung, die möglich ist. Es lassen sich bis zu sechs Profile anlegen, die mit den persönlichen Vorlieben verknüpft sind – von den Fahrzeugeinstellungen über die Klimaanlage bis zu den Sitzpositionen. Mit einem Klick kann man also den Renault Espace Initiale Paris auf sich anpassen, wenn man das Fahrzeug von einem «Vorgänger» für die nächste Fahrt übernimmt.  Das macht durchaus Sinn, denn es gibt sehr viele Einstelloptionen, von der Rückenlehne bis zu den Kopfstützen.

Platz finden in diesem Renault übrigens bis zu sieben Personen. In der zweiten Sitzreihe warten drei komfortabel breite Einzelsitze, zwei finden in der dritten Sitzreihe Platz. Das geht natürlich auf Kosten des Stauraums. Die Bilanz des FamilienSPICK-Testteams: Grössere Familien erhalten hier ein Fahrzeug, das Kindern Raum und Luft gibt, das aber auch Mama und Papa gefallen dürfte. Man muss aber seinem Umfeld auch keine Erklärungen liefern, wenn man «nur» zu viert ist und sich für den Espace entscheidet. Denn es handelt sich nicht um eine «Grossfamilien-Karosse», die nach Vollbesetzung schreit. Es reicht schon, wenn man es ganz gern einfach grosszügig hat. ++

Autos im Familien-Check

In unserer Serie «Autos im Test» fahren wir verschiedene Modelle Probe. Allerdings geht es dabei nicht um PS, Benzinverbrauch und Beschleunigung, sondern um die Frage: Wie familientauglich ist das Auto – und macht es auch aus Kindersicht Freude? In dieser Ausgabe stellen wir den Renault Espace vor, und zwar das Modell «Initiale Paris».

erstellt von Stefan Millius

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