Vom Umgang mit Frühgeborenen

Carmen Beck, Kinderkrankenschwester mit jahrelanger Berufserfahrung, erläutert im Interview die Herausforderungen für Kind und Eltern rund um das Thema Entwicklung von Frühgeborenen.

Frau Beck, Sie haben als Kinderkrankenschwester jahrelange Berufserfahrung rund um das Thema Ernährung, Pflege sowie das allgemeine Wohl von Säuglingen und Kleinkindern und unterstützen Eltern schon lange bei allen wichtigen Punkten, die die Entwicklung der Kleinen betreffen. Worin sehen Sie die grössten Herausforderungen im Umgang mit Frühgeborenen für Eltern?

«Für Eltern bedeutet die Zeit mit ihrem Frühgeborenen auf einer Neugeborenen-Intensivstation eine grosse Herausforderung, die durch Ängste geprägt ist. Sie werden zum einen mit viel unbekannter Technik konfrontiert und stehen zum anderen vor einer komplexen medizinischen Pflege. Erschwerend kommt hinzu, dass sie keine Gelegenheit haben ihr Baby nach der Geburt richtig kennenzulernen, da es zunächst auf die Intensivstation verlegt wird, um dort rund um die Uhr beobachtet werden zu können. Diese Ungewissheit über die neue Situation belastet die Eltern und sie müssen sich zuerst innerhalb der ungewohnten Lebenslage einspielen.»

Wie gestaltete sich bisher das Wickeln von Frühgeborenen und was ist das «Besondere» daran?
«Das «Besondere» beim Wickeln von Frühgeborenen ist das sogenannte «minimal handling»: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Das bedeutet, man sollte das Kind in der ersten Zeit nur sehr wenig bewegen. Ausserdem muss beim Wickeln die genaue Menge an Flüssigkeit dokumentiert werden, denn die Differenz der vollen und trockenen Windel dient als Kennzahl für den Entwicklungsprozess der Kleinen.»

Wie können sich Eltern auf die Zeit nach dem Krankenhaus vorbereiten?
«In den meisten Kliniken werden die Eltern schon während des stationären Aufenthaltes sehr gut in die Pflege eingewiesen und integriert. Oft wird auch schon in der Klinik eine gute Vernetzung für die Zeit danach angebahnt: Hauptansprechpartner ist zuerst der niedergelassene Kinderarzt. Alle Frühgeborenen sollten eng entwicklungsneurologisch und -psychologisch nachuntersucht werden, um frühzeitig Hilfen z.B. durch Krankengymnastik, Ergotherapie oder Frühförderung einleiten zu können.»

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