Sonne mit Schattenseiten

Pro Jahr erkranken in der Schweiz rund 2700 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Hauptursache sind schädliche UV-Strahlen. Gerade im Bereich des Sonnenschutzes gibt es viele Irrtümer – mit teilweise verheerenden Folgen.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – viele von uns blühen in dieser Jahreszeit so richtig auf. Kein Wunder, denn schliesslich sorgt das Sonnenlicht unter anderem für die Bildung von Vitamin D3 und wirkt gegen depressive Verstimmungen. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Die langwelligen UVA-Strahlen sind für eine rasche Bräunung unserer Haut verantwortlich und greifen das elastische Bindegewebe an. Damit verursachen sie eine vorzeitige Hautalterung. Die kurzwelligen UVB-Strahlen hingegen haben Sonnenbrände zur Folge und sind die Hauptursache für Hautkrebs. 2 700 Menschen in der Schweiz erkranken pro Jahr an einem Melanom. Ein Viertel davon sind dabei jünger als 50 Jahre. Das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist die fünfthäufigste Krebsart. Die UV-Strahlung schädigt dabei die Erbsubstanz. Einige Schäden werden zwar repariert, einzelne bleiben jedoch zurück und verwandeln sich in Krebszellen. Die Haut vergisst nichts – viele Hautschädigungen finden bereits in der Kindheit statt. Umso wichtiger ist es also, von klein auf konsequent auf den richtigen Sonnenschutz zu setzen.

Keine «gesunde Bräune»

Die Haut besitzt einen natürlichen Schutz: Mit den sogenannten Lichtschwielen wird durch den intensiven Kontakt mit UV-Strahlen die Zellteilung erhöht, die oberste Hautschicht verdickt sich. Je dicker diese Lichtschwielen sind, desto grösser ist auch der Schutz. Der UV-Einfluss sorgt andererseits auch dafür, dass in den Hautzellen der Farbstoff Melanin gebildet wird. Dieser legt sich über die Zellkerne, um die DNA vor Schäden zu bewahren. Die Bräune ist also eher als Schutzmechanismus der Haut und ein Zeichen von zu viel Sonneneinstrahlung anzusehen – und keinesfalls als «gesunde Bräune».

Viele Irrtümer

Die Eigenschutzzeit der Haut liegt je nach Typ zwischen zehn und dreissig Minuten. Je höher der Lichtschutzfaktor, desto länger ist die Schutzwirkung. Im Hinblick auf Sonnenschutz gibt es jedoch nach wie vor viele Irrtümer. Die Mehrheit trägt schlicht zu wenig Sonnenschutz auf. Für einen Erwachsenen sollten es rund drei gefüllte Esslöffel sein, welche auf dem Körper verteilt werden – am besten eine halbe Stunde, bevor man sich der Sonne aussetzt. Nachcremen erhöht den Schutz nicht, sondern hält ihn lediglich aufrecht. Dennoch sollte auf regelmässiges Nachcremen geachtet werden. Schweiss, Reibung und Wasser können den Schutz herabsetzen.

Schutz auch bei Wolken

Ein weiterer Irrglaube ist, dass nur bei Prachtwetter auf Sonnenschutz geachtet werden muss. Dabei dringen selbst bei bewölktem Himmel die schädlichen UV-Strahlen durch. Auch im Schatten oder Wasser muss konsequenter Sonnenschutz betrieben werden. Zwar gibt es mittlerweile viele wasserfeste Produkte. Diese halten das Versprechen jedoch nur, wenn das Schwimmtraining nicht zu lange und das anschliessende Abtrocknen nicht zu intensiv war. Nicht zu vergessen sind auch die Haare, welche durch Sonneneinstrahlung spröde und trocken werden. Auch hier sollten entsprechende Produkte verwendet werden.

Dunkle Stoffe bevorzugen

Ein besonderes Augenmerk müssen Eltern auf die junge, empfindliche Kinderhaut legen. Babys und Kleinkinder bis einjährig sollten gar nie der direkten Sonne ausgesetzt sein. Und dies aus einem ganz einfachen Grund: Die schützende Oberhautschicht ist bei Kindern viel dünner, die Reparatur- und Eigenschutzmechanismen sind noch nicht voll ausgebildet. Es empfiehlt sich zudem, eine Kopfbedeckung und entsprechende UV-Textilien anzuziehen. Grundsätzlich gilt: Dunkle und dichte Stoffe lassen weniger UV-Strahlen durch, als dies bei hellen der Fall ist. Vorsicht ist bei Sonnenschirmen geboten. Auch durch diese Stoffe dringen die Strahlen und können einen Sonnenbrand verursachen. Viele Eltern hängen als Sonnenschutz ein Tuch oder «Nuscheli» über den Kinderwagen – besser wäre jedoch ein Sonnensegel. Denn dadurch wird die Luft im Kinderwagen nicht gestaut und sie kann dennoch zirkulieren.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Doch was tun, wenn es doch passiert ist und man sich einen Sonnenbrand eingefangen hat? Ein Sonnenbrand ist nichts anderes als eine Verbrennung der Haut, welche entsprechend mit kaltem Wasser und abschwellenden Gelen gekühlt werden sollte. Bei sehr starker Rötung können Erwachsene auch kortisonhaltige Produkte verwenden. Bei einem Sonnenbrand verliert man viel Flüssigkeit – auf eine ausreichende Wasserzufuhr sollte also grosser Wert gelegt werden. Wenn die akute Entzündung abgeklungen ist, können Heilsalben einen guten Dienst erweisen. Auf Quarkwickel sollte aufgrund der Infektionsgefahr der geschädigten Haut verzichtet werden. Gesellen sich zur stark geröteten Haut zudem Symptome wie Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Fieber und Übelkeit, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dies könnte auf einen Sonnenstich hinweisen.

erstellt von Manuela Bruhin