Sanfte Hilfe für kranke Kinder!

Ob es im Hals kratzt, das Prüfungsfieber steigt oder das Spiel mit einer Schramme endet: gegen viele Unpässlichkeiten von kleinen Patienten ist ein Kraut gewachsen. Die Komplementärmedizin vermag manches Leiden ohne Nebenwirkungen zu lindern.

Sanft heilen

Hildegard Wildermuth lebt mit ihrer Familie im Hinterthurgau, eine idyllische Region, die für ihren Waldreichtum bekannt ist. Die Wildermuths leben nicht nur umgeben von viel Natur, sie spielt auch in ihrem Alltag eine wichtige Rolle. „Wenn eines meiner vier Kinder erkältet ist, lege ich ihm einen Wickel mit Kartoffeln auf die Brust“, erzählt die gelernte Pflegefachfrau . Ist der Hals entzündet, wird mit verdünnten Salbeitropfen gegurgelt. Bei Insektenstichen und Verbrennungen greift sie zum Lavendelspray. Viele Arzneien stellt sie selber her. Hier verrät Sie uns 3 Wickel-Rezepte:

Erkältungswickel:
Je 1 Esslöffel Salbei- und Thymianblätter (frisch oder getrocknet) mit 2,5 dl kochendem Wasser übergiessen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen, dann absieben. Das Innentuch in die Flüssigkeit tauchen, leicht auswinden und auf die Brust legen. Das feuchte Tuch darf nicht zu heiss sein. Anschliessend mit den beiden weiteren Schichten zudecken. Wickel solange angelegt lassen, wie er als wohltuend empfunden wird.

Kartoffelwickel
Kartoffelwickel helfen gegen Bronchitis und hartnächigen Husten. Einige Kartoffeln so lange kochen bis sie weich sind. Anschliessend auf das Innentuch legen und mit einer Gabel zerdrücken. Die Masse so lange abkühlen lassen, bis sie von der Innenseite des Handgelenks nicht mehr als zu heiss empfunden wird. Dann die Seiten des Tuches so einschlagen, dass eine Packung entsteht. Diese nun auf die Brust des Kindes auflegen und mit den beiden anderen Tüchern abdecken. Sie bleibt solange an der betreffenden Stelle, wie sie als angenehm enpfunden wird.

Quarkwickel
Ein Quarkwickel hilft gegen Insektenstiche, Sonnenbrand, Verstauchungen und Hauterkrankungen (z.B. bei Neurodermitis-Beschwerden). Er wirkt aber auch lindernd bei Entzündungen im Hals- und Rachenbereich. Auf das Innentuch wird eine fingerdicke Schicht Quark aufgetragen, angschliessend wird dieses an der betroffenen Stelle angelegt. Die Milchsäure im Quark löst einen lindernden chemischen Prozess aus. Ueber das Innentuch kommen die beiden weiteren Schichten. Der Wickel wird nach zwei bis drei Stunden abgenommen, wenn der Quark hart geworden ist. Eventuell kann er auch über Nacht angelegt bleiben.

Text. Adrian Zeller      

erstellt von Christina Bösiger