Sanft heilen und vorbeugen

Was können wir tun, um vorzubeugen, damit Erkältungen und Grippe uns und unsere Kinder weniger erreichen? Oder um mit den Erkältungsbeschwerden besser umzugehen? Welche Behandlung ist angesagt? Wie können wir den Körper stärken, dass er in Zukunft nicht mehr so oft krank werden muss?

Bevor man diskutiert, was es alles an Vorbeugungstipps und Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist es wichtig zu wissen, warum wir überhaupt krank werden. Sehr oft hören wir, dass uns Viren und Bakterien krank machen. Warum werden dann aber nicht alle, die Kontakt mit den Erregern haben, krank?

In der klassischen Homöopathie wird davon ausgegangen, dass die Ursache, warum wir krank werden in uns selber liegt. Gab es Streit in der Schule? Bin ich beleidigt worden? Herrscht Eifersucht auf das neue Geschwisterchen? Habe ich Mühe in der neuen Klasse? All diese Situationen und noch viele mehr können meine „Lebenskraft“ meine „Lebensenergie“ schwächen, sodass dann Erreger eine Chance bekommen, mir zu zeigen, dass ich nicht fit bin, mich nicht in meinem Gleichgewicht befinde.

Was ist klassische Homöopathie?
Homöopathie ist eine Wissenschaft, die Krankheiten gemäss den Gesetzen der Natur heilt und vor ca. 200 Jahren von Dr. C.F.S. Hahnemann begründet wurde. Sie wird eingesetzt bei körperlichen und psychischen Beschwerden (akut und chronisch). Verwendet werden Heilmittel in minimalen Dosierungen und unterschiedlichen Potenzen (= Stärkegrad), jeweils zugeschnitten auf den Einzelnen und seine Beschwerden. Die homöopathischen Mittel haben in ihrer verabreichten Potenz keine Nebenwirkungen. Sie stammen meist aus dem Pflanzen- und Mineralreich.

Wie wird homöopathisch behandelt?
In der Homöopathie gilt der Grundsatz, dass primär der Mensch behandelt wird und nicht seine Krankheit. Die homöopathischen Arzneien helfen dem Menschen, sein Gleichgewicht wieder zu finden. Für die Verschreibung ist nicht die Krankheitsdiagnose massgebend, sondern wie der Patient seine Krankheit als Individuum ausdrückt. Drei Kinder leiden beispielsweise unter stechenden Halsschmerzen. Das erste ist apathisch und spürt eine Linderung, wenn es etwas Kaltes trinkt, das zweite ist gereizt und verlangt etwas Heisses. Das Dritte ist nervös und die Halsschmerzen sind besser wenn es trockenes Brot schluckt. Die drei Kinder werden jedes ein anderes homöopathische Mittel erhalten, welches die Besonderheit des Einzelnen am besten berücksichtigt.

Wie können Sie Erkältungskrankheiten und Grippe vorbeugen?
Um den besten Schutz vor Erkältungskrankheiten zu haben, ist eine gesunde, ausgewogene Lebensweise nötig. Das heisst, Sie achten bei Ihrem Kind auf gesunde Ernährung (viele Früchte/ Gemüse, viel Wasser/ Tee), ausreichend Bewegung, sorgen für genügend frische Luft, guten Schlaf und meiden Überbelastungen (terminlich, körperlich, psychisch).

Was können Sie tun, wenn Ihr Kind wiederholt erkältet ist?
Wenn ihr Kind die Neigung hat, sich ständig zu erkälten (z.B. es ist krank nach jedem Badibesuch, jeden Winter dauer-erkältet, jede Erkältung schlägt auf die Lunge und die Ohren), ist es angebracht, die Lebenskraft bzw. die Immunabwehr mit einer homöopathischen „Konstitutions“-Therapie zu stärken. Dabei wird der Ursache der ständigen Erkältungskrankheiten auf den Grund gegangen. Mögliche Auslöser dafür können eine neue Lebenssituation, die Geburt eines Geschwisterchens, Streitigkeiten in der Familie und noch vieles mehr sein. Im Gespräch mit dem klassisch arbeitenden Homöopathen wird auch das Wesen der Person, seine Vorlieben und Abneigungen, seine Ängste und vieles mehr was die Person ausmacht, erfasst. Aufgrund der Beschwerden und der Persönlichkeit wird ein homöopathisches Arzneimittel gegeben, welches die ganze Person stärken wird, nicht nur das Immunsystem.

Was kann ich im akuten Krankheitsfall tun?
Bei einer Erkältungskrankheit oder auch bei einer Grippe (auch „Schweinegrippe“) wird aus homöopathischer Sicht gleich vorgegangen. Das Kind wird entsprechend seiner individuellen Beschwerden behandelt. Somit spielt es keine Rolle, ob die Symptome des Patienten von einer „xy“- oder „qz“-Grippe kommen, oder von einer banalen Erkältung. Im Zentrum steht der Mensch. Auch bei diversen Epidemien (Spanische Grippe, Cholera, Dengue-Fieber) hat sich die Homöopathie als sehr gute Behandlungsmöglichkeit bewiesen.

Nach einer genauen Befragung kann der klassisch arbeitende Homöopath ein homöopathisches Arzneimittel bestimmen, welches Ihrem Kind helfen wird, wieder zu gesunden. Es gibt auch sogenannte „Haus- oder Notfallapotheken“ mit diversen homöopathischen Mitteln. Da diese allerdings nur eine kleine Auswahl an Arzneien umfassen, ist es am sichersten, den erfahrenen Homöopathen zu konsultieren. Er empfiehlt Ihnen nach dem Behandlungsgespräch, welches Mittel das angezeigte resp. beste für das kranke Kind ist. Der Homöopath kann auch abschätzen, in welcher Dosierung das Mittel am besten gegeben wird. Wenn Ihr Kind in einer Konstitutionsbehandlung ist, sollten keine homöopathischen Arzneien ohne Rückfrage beim behandelnden Homöopathen verabreicht werden.

Um einen schnellen Heilungsverlauf zu unterstützen, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Sorgen Sie für die nötige Schonung: Bettruhe, keine Schule/ Kindergarten wenn das Kind Fieber hat. Es bleibt mindestens noch einen Tag fieberfrei zu Hause. Schonung bedeutet auch, den Fernsehkonsum zu meiden.
  • Leicht verdauliche Kost anbieten, bei Verschleimungen im Bereich von Nase, Hals, Bronchien Milchprodukte, Süsses und Bananen meiden.
  • Achten sie auf eine regelmässige Verdauung – Giftstoffe sollten regelmässig ausgeschieden werden. Wenn nötig, können Glyzerin-Zäpfchen verabreicht werden.
  • Keine Bäder (brauchen zuviel Energie), aber gerne warme Fussbäder anbieten.
  • Fieber ist die „Müllverbrennungsanlage“ des Körpers und sollte nicht behandelt werden, wenn nicht unbedingt nötig. Kalte Füsse dürfen mit aufsteigenden Fussbädern erwärmt werden.
  • Pflege, Reinigung und Befeuchtung der Atemwege durch Inhalationen mit z.B. Thymian, Basensalz und Nasensprays/ -dusche mit Meersalzlösung.
  • Anwendung von Wickeln und Umschlägen bei Ohren-, Hals-, Nasennebenhöhlenbeschwerden, Husten, Entzündungen: entsprechend den Beschwerden und Bedürfnissen des Kindes mit kalten oder warmen Zusätzen (z.B. Zwiebel, Kartoffel, Quark, Zitrone, Leinsamen).
  • Pflanzliche Mittel zur Unterstützung der Beschwerden nutzen.

erstellt von Petra Schmid