Nur Fliegen ist schöner!

Greifvögel aus nächster Nähe beobachten, sich von Lamas, Maultieren und Alpakas begleiten lassen und zusammen mit den Sprösslingen Vögel und Wildtiere im Naturpark oder im Zoo erforschen – das ist im Tessin ein Vergnügen der besonderen Art.

Falconeria Locarno© André Boss

Die Kunst der Falknerei wurde von den Karawanen in Persien bis nach Arabien gebracht. Dort wurde die Technik, mit Falken zu jagen, weiterentwickelt und perfektioniert, und sie wird auch noch heute so ausgeübt. Erfolgreich und bedeutend für die Falknerei war Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen. Er amtete als Herrscher über das Germanische Reich, Italien und Jerusalem und brachte das Wissen, welches er über die Falknerei auf seinen Reisen nach Arabien erlangte, nach Europa. Sein Buch «De Arte Venandi Cum Avibus» – die Kunst mit Vögeln zu jagen» – ist bis heute ein bedeutendes Werk für die Falknerei, das fundamentales Wissen über die Greifvögel vermittelt. In Locarno kann die faszinierende Welt der Greifvögel hautnah erlebt werden. Bei spektakulären Vorführungen in einer natürlich angelegten Umgebung dürfen die Falken, Adler, Eulen, Geier, Marabus, Waldrappen und Störche im freien Flug von ganz nahe beobachtet und auch fotografiert werden. Mit etwas Glück und Können sind einzigartige Fotos von einer Vielzahl von Greifvogelarten möglich. Nebst den Adlern werden auch seltene Vögel wie der Andenkondor oder der Sekretär vorgestellt. Ein unvergessliches Erlebnis! Tipp: Auch Feste und Kindergeburtstage können in der Falconeria gefeiert werden.
www.falconeria.ch

Mit Lamas über Stock und Stein

«Das Wetter ist perfekt. Kinder, lasst uns wandern gehen!» Wenn Eltern einen solchen Vorschlag machen, ernten sie normalerweise – Ausnahmen bestätigen die Regel – von den Sprösslingen eher Unlust. «Oh, nein, wie langweilig!», tönt es dann zurück. Da hilft nur eins – eine Prise Abenteuer und tierische Begleiter wie beispielsweise die sieben Lamas, die Familien auf Halb- bis Ganztagstouren oder auch mehrtägige Trekkings im Gebiet des Projektes Nationalpark Locarnese begleiten. Die Ausgangspunkte sind jeweils von Mai bis Oktober Monte Comino im Centovalli und von Oktober bis Mai Monte Novella in Losone-Arcegno. Während der Wanderungen tragen die Lamas das Gepäck. Dank ihrem gutmütigen Charakter und ihrer Anpassungsfähigkeit geniessen Jung und Alt das Trekking. Das Beste: Die Kinder beklagen sich nicht über die Strapazen der Wanderung, im Gegenteil: Am Ende sind sie traurig, ihre neu gewonnenen Freunde, die Lamas, wieder verlassen zu müssen.
www.lamatrekkingticino.ch

Mit dem Boot in die Bolle di Magadino

Einst erstreckte sich in der gesamten Magadinoebene ein riesiges Auenwaldgebiet von enormem Artenreichtum. Doch auch diesem Paradies hat der Mensch durch Bautätigkeiten den Garaus gemacht – bis auf einen letzten Rest im Hochwassergebiet im Delta des Flusses Ticino. Zum Glück wurde das Areal 1974 unter Naturschutz gestellt und der WWF initiierte ein aufwendiges Renaturierungsprojekt. Die Bolle di Magadino gehören zu den beeindruckendsten Naturjuwelen der Schweiz. Erreichbar ist das Gebiet von Gordola und von Magadino aus auf markierten Pfaden, die nicht verlassen werden dürfen. Alle Jahreszeiten eignen sich für einen Besuch, der Frühling jedoch speziell zur Vogelbeobachtung. Bis zu 300 Vogelarten nutzen die Gegend als Rastplatz auf ihrer Durchreise. Im Sommer können die Bolle di Magadino auch bei einer Bootsfahrt erkundet werden. Marco Nussbaum hat als einer der wenigen die Bewilligung, mit seinem Holzboot die Bolle zu befahren. Auf der rund 45-minütigen Fahrt erzählt der Tessiner viel Wissenswertes über die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Die Tour bietet Platz für sieben Personen und wird von Ascona- Locarno Turismo im Juli und August jeweils Montag- und Donnerstagvormittag kostenfrei angeboten.
www.ascona-locarno.com

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