Natürlich gesunde Kinderzimmer – Hierauf sollten Eltern achten

Die grosse Verantwortung, die Eltern für ihre Kinder tragen zieht sich wie ein roter Faden durch das gemeinsame Leben. Nicht nur das tägliche Essen sowie ausreichend Bewegung und Körperhygiene sind wichtig, um dem eigenen Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Auch die Wohnumgebung selbst spielt bei der kindlichen Entwicklung eine besondere Rolle. Vor allem im Kinderzimmer sollten Eltern daher auf gesunde Materialien und ein angenehmes Raumklima achten.

Renovieren ohne Schadstoffe

Immer wieder sind gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe im Gespräch. Rund um Kinderbekleidung und Spielwaren, Lebensmittel und Möbel sorgt dies für eine immer grösser werdende Unsicherheit. Immerhin liegt es den meisten Eltern besonders am Herzen, ihr Kind in einer gesunden und unbelasteten Umwelt aufwachsen zu sehen. Zeigt sich dann, dass Weichmacher, Terpene, Formaldehyd und andere Chemikalien in vielen Produkten zu finden sind, ist die Angst vor gesundheitlichen Folgen umso grösser. Wer erkennt, dass im Kinderzimmer potenziell schädliche Materialien verwendet wurden, sollte an einen gross angelegten Austausch denken. Dies kann nicht nur die langfristige Gesundheit des eigenen Kindes schützen, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Schlafqualität, das Konzentrationsvermögen haben. Zudem verschwinden mit schadstoffbelasteten Möbelstücken, Teppichen und Bodenbelägen auch so manch körperliche Beschwerden wie

  • Kopfschmerzen ,
  • Antriebslosigkeit,
  • Magenbeschwerden
  • und allergische Symptome.

Bei der Neugestaltung des Kinderzimmers sollten Eltern schon den Wand- und Bodenbelag mit Bedacht auswählen. So eignen sich an den Wänden vor allen Dingen Tapeten mit atmungsaktiver Struktur. Sie fördern den Austausch von Feuchtigkeit und können der möglichen Entstehung von Schimmel im Kinderzimmer entgegenwirken. Weniger gut geeignet sind aus diesem Grund Tapeten mit Dispersionsanstrich, da Sie Schimmelbildung unter Umständen begünstigen.

Mit gesunden Böden und Wänden legen Eltern den Grundstein für ein natürliches Kinderzimmer. (Quelle: markusspiske (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Auch Wandfarben zum Streichen sollten nach Möglichkeit aus gesunden Naturmaterialien bestehen. Mit Dispersionsfarbe auf Wasserbasis und Farben mit Naturharzen stehen Eltern gleich zwei Produktgruppen zu Verfügung. Hier lohnt sich jedoch stets ein Blick auf das Kleingedruckte, um eventuell schädliche Inhaltsstoffe zu identifizieren. Grundsätzlich empfehlenswert sind Farben, die mit speziellen Siegeln ausgezeichnet und dementsprechend offiziell kontrolliert wurden.

Gleiches gilt für den Bodenbelag im Kinderzimmer. Da Holzböden und auch Korkboden besonders beliebt sind, gibt es heute einige günstige Produkte, die mit bedenklichen Inhaltsstoffen angereichert sind. So wurde entdeckt, dass auch natürlicher Korkboden bisweilen Formaldehyd ausdünstet. Eltern, die auch beim Bodenbelag auf Nummer sicher gehen wollen, sollten zu zertifizierten Varianten greifen, die nachgewiesenermassen frei von Schadstoffen sind. Und liegt ein Teppich im Kinderzimmer, so gibt es auch hier einige vertrauenswürdige Siegel, die für gesunde Materialien sprechen.

Auch beim Möbelkauf auf umweltbewusste Produkte achten

Ist das Kinderzimmer nach der Renovierung ganz auf Natürlichkeit eingestellt, braucht es Möbel, die dies aufrechterhalten. Da Möbelstücke wie Schreibtisch, Kleiderschrank, Kinderbett und Kommoden einen nicht geringen Anteil der Fläche des Kinderzimmers einnehmen, sollte jedes Einzelteil möglichst frei von bedenklichen Stoffen sein.

 Möbel ohne Schadstoffe sind von Beginn an wichtig. (Quelle:  dewanr2 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Vor allem das Bett, in dem ein Kind jede Nacht gesund und ruhig schlafen soll, spielt bei der Erschaffung eines gesunden Zimmers eine bedeutende Rolle. Die grosse Auswahl an Kinderbetten, die Eltern heute zur Verfügung steht, erschwert die Entscheidung und das Zurechtfinden. Auch hier lohnt es sich daher, nach Herstellern mit umweltbewusster Philosophie zu suchen und ein Kinderbett mit entsprechenden Siegeln und Zertifikaten zu kaufen. Hochwertige und natürliche Kinderbetten bestehen in aller Regel aus Massivholz und verfügen über eine weitestgehend unbehandelte Oberfläche. Statt lackierter Bettrahmen eignen sich geölte und gewachste Varianten auch dann, wenn Babys und Kleinkinder ihre Welt noch mit dem Mund erkunden.

Damit der positive Effekt eines gesunden Bettrahmens nicht durch eine belastete Matratze zerstört wird, sollten Eltern auf Modelle mit entsprechenden Gütezeichen setzen und die Matratze vor der ersten Verwendung für einige Stunden an der frischen Luft ausdünsten lassen. Welche Matratze sich indes am besten für das eigene Kind eignet, ist eine individuelle Frage, die sich nur durch probeweises Liegen und Schlafen beantworten lässt. Als Grundregel gilt hier jedoch, dass Kinder und Babys nicht zu tief in die Matratzenfläche einsinken sollten, um ein angenehmes und sicheres Schlafklima zu gewährleisten.

Auch die Bettwäsche, die Vorhänge und das Spielzeug, das im Kinderzimmer aufbewahrt wird, sollten aus gesunden und natürlichen Materialien bestehen. Vor allem Spielwaren aus Kunststoff und besonders billige Textilien werden diesen Anforderungen jedoch meist nicht gerecht. Spielwaren und Textilien, die möglichst frei von belastenden Stoffen sind, kosten in der Regel etwas mehr, erhalten jedoch das gesunde Klima. Eltern sollten daher beim Kauf solcher Waren auf Qualität setzen und die Quantität hinten anstellen.

Das gesunde Raumklima täglich unterstützen

Mit einem rundum natürlich eingerichteten Kinderzimmer können sowohl Kinder als auch Erwachsene aufatmen. Schadstoffe spielen dann nur noch eine untergeordnete Rolle und beim Spielen, Lernen und Schlafen steht ausreichend unbelastete Luft zur Verfügung. Doch gesunde Materialien und natürliche Rohstoffe sind nicht die einzigen Punkte, die Eltern auf dem Weg zu einem guten Klima im Kinderzimmer berücksichtigen sollten. Auch regelmässiges Lüften spielt hier eine entscheidende Rolle.

Regelmässiges Lüften reichert das Raumklima mit frischem Sauerstoff an. (Quelle:  Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

So sollte das Kinderzimmer täglich gleich nach dem Aufwachen am Morgen gründlich gelüftet werden. Das Kippen der Fenster ist hierbei nicht ausreichend, da nur durch die weite Öffnung ein angemessener Luftaustausch ermöglicht werden kann. Am besten ist es, wenn im gegenüberliegenden Raum zur gleichen Zeit gelüftet wird. Dann nämlich entsteht ein Luftzug, der den Effekt des Lüftens noch vergrössert. Dieses Stosslüften sollten Eltern dann am Mittag und am Abend vor dem Zubettgehen wiederholen. Weitere Tipps zum richtigen Lüften und Heizen hat die Umweltberatung Luzern in einer Broschüre zusammengestellt