Kontaktlinsen: für Kinder tabu?

Kinder mit dicken Brillengläsern werden ausgelacht, die Bügel drücken an den Ohren und das Gestell geht sowieso ständig kaputt – das Tragen einer Brille ist für den Nachwuchs immer noch häufig ein Problem. Aber Kontaktlinsen kommen als praktische Lösung natürlich nicht in Frage, richtig? So einfach ist die Antwort dann doch nicht.

Erwachsene mit einer Sehschwäche greifen häufig auf Kontaktlinsen als Alternative zur Brille oder Laseroperation zurück, denn die medizinischen und praktischen Vorteile sind offensichtlich: eine geringere Verletzungsgefahr beim Sport, eine bessere Rundumsicht und beschlagenen Gläser bei Dampf oder im Winter sind nur drei davon. Es gibt aber auch Risiken, die Menschen mit Sehschwäche bedenken sollten: So sollten sie auf günstige Kontaktlinsen aus dem Supermarkt oder der Drogerie verzichten, da diese aufgrund minderwertigen Materials und falscher Form zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Bindehautentzündungen oder chronischen Augenerkrankungen führen können. Eine präzise Anpassung und ausführliche Beratung bei einem Augenarzt sollten deshalb jedem Kauf vorausgehen. Dieser kann die Dioptrien-Werte genau bestimmen und Auskunft über eine Hornhautverkrümmung oder eine eventuelle Fehlstellung der Augen geben. Hat man diese Informationen vorliegen, spricht nichts dagegen, die Kontaktlinsen bei einem günstigen Online-Anbieter zu bestellen.

Unbegründete Angst

Darüber hinaus gibt es noch weitere häufige Fehler im Umgang mit Kontaktlinsen, etwa mangelnde Hygiene. Solch offenkundige Risiken gehören vielleicht zu den Gründen, warum Bedenken und Ablehnung gegenüber dem frühen Tragen von Kontaktlinsen weit verbreitet sind. Dabei wäre alles so einfach: Kontaktlinsen können beim Spielen und Baden getragen werden und eignen sich vor allem für Kinder, die sich vehement dem Tragen einer Brille verweigern. Aber das kindliche Auge muss sich erst noch entwickeln, was etwa bis zum sechsten Lebensjahr dauern kann. In diesem Zeitraum könnte sein gesundes Wachstum durch Entzündungen oder andere Komplikationen beeinträchtigt werden, so die Sorge vieler Eltern. Doch dieser Fakt dürfte viele überraschen: Tatsächlich gibt es kein empfohlenes Mindestalter für das Tragen von Kontaktlinsen. Die gesundheitlichen Risiken bei Kindern sind ungefähr genauso hoch wie bei Erwachsenen: Komplikationen treten nur bei 5% der Kontaktlinsenträger pro Jahr auf. Entscheidend sind bei der Entscheidung also weniger medizinische Argumente, sondern vielmehr die Persönlichkeit Ihres Kindes.

Voraussetzung: Selbstdisziplin

Natürlich muss am Anfang immer eine professionelle Beratung beim Augenarzt oder Optiker stehen. Stellt dieser fest, dass eine Behandlung mit Kontaktlinsen für die Sehschwäche Ihres Kindes geeignet ist, müssen die Linsen exakt angepasst werden, regelmässige Nachuntersuchungen sind ebenfalls Pflicht. Im Anschluss kommt es auf Ihren Sprössling an: Hat dieser die nötige Selbstdisziplin, die Linsen regelmässig herauszunehmen, gründlich zu reinigen und verantwortungsbewusst zu pflegen? Wenn Sie diese Fragen guten Gewissens mit "Ja" beantworten können, steht dem Unterfangen nichts mehr im Wege. Eltern dabei darauf achten, dass der Junior zunächst gut verträgliche, weiche Silikon-Hydrogel-Linsen erhält, an die sich Kinder schneller gewöhnen können. Inzwischen werden davon auch spezielle Varianten für 6-18-Jährige hergestellt. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, als Elternteil die Augengesundheit Ihres Kindes weiter im Blick zu behalten. Es kann nämlich sein, dass es zu den unglücklichen 10% gehört, für die Kontaktlinsen aufgrund einer Unverträglichkeit nicht infrage kommen: Warnzeichen dafür sind trockene, juckende Augen, Rötungen und ein Fremdkörpergefühl, aber auch andere Symptome wie häufige Kopfschmerzen und Augenmuskelkater. Dann muss man wohl oder übel auf die herkömmliche Brille zurückgreifen, über die aber auch jeder Kontaktlinsenträger verfügen sollte, damit sich die Augen hin und wieder entspannen können. Achten Sie auch hier auf relevante Kriterien, denn nur eine fachgerecht an die individuelle Physiognomie angepasste, perfekt zentrierte Brille garantiert optimale Sehqualität. 


Bildrechte: Flickr Elijah Randen Pederson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten