Hausmittel gegen Verletzungen

Jede, auch die kleinste Verletzung kann eine Tetanus-Infektion bewirken. Diese Erkrankung kommt zwar selten vor, da sie jedoch in der Mehrzahl tödlich verläuft, gibt es keine Alternative zur Tetanus- Impfung. Das Erste bei jeder Verletzung ist eine Reinigung mit Calendula- Essenz, im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt.

Bei kleineren Wunden legen Sie einen Salbenverband an mit Populus- Salbe, Wund- und Brandgel oder Heilsalbe. Riss- und Platzwunden sowie große Schürfwunden müssen von einem Arzt versorgt werden.

Offene Wunden

Bei jeder Wunde muss vermieden werden, dass Keime in die Wunde eindringen. Sprechen Sie nicht über eine Wunde gebeugt, betasten oder berühren Sie die Wunde nicht unnötig.

  • Schürfwunden sehen oft gefährlicher aus als sie sind. Nur die oberste Hautschicht ist verletzt.
  • Schnittwunden haben glatte Ränder und bluten stärker. Das sieht zwar gefährlich aus, schwemmt aber die Keime besser aus. Gefährlicher sind Schnittwunden, die mit z. B. Fleischmesser oder fleischhaltigen Konservendosen in Kontakt kommen, weil Fleisch viele Keime enthält. Machen Sie den behandelnden Arzt unbedingt darauf aufmerksam, wodurch die Verletzung entstanden ist.
  • Kratzwunden und Bisswunden stammen meist von anderen Kindern oder Tieren. Sie sind praktisch immer mit Keimen verbunden und müssen besonders sorgfältig behandelt werden.

Achtung! Blutung

Ein Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Zinnkraut mit ½ Liter kochendem Wasser übergießen. Kurz ziehen lassen, abkühlen und die Wunde damit auswaschen.

Schürfwunden

Hautabschürfungen ziehen sich Kinder im Alltag immer wieder einmal zu. Achten Sie jeweils darauf, ob die Wunde verschmutzt ist und reinigen sie gegebenenfalls mit klarem Wasser. Danach bieten sich verschiedene Hausmittel zur Behandlung an.

Lauwarme Auflage mit Johanniskrautöl

Ein leicht angewärmtes Baumwolltuch mit Johanniskrautöl beträufeln und auf die wunde Stelle legen. Mit einem zweiten Tuch abdecken und umwickeln. Mehrere Stunden einwirken lassen.

Kamillenbäder

1 Esslöffel Kamillenblüten mit einer Tasse heißem, aber nicht kochendem Wasser übergießen. Etwas abkühlen lassen und die betroffene Körperstelle darin baden.

Rohe Kartoffeln

2 bis 3 rohe Kartoffeln zu einem Brei zerdrücken und mit etwas Milch verrühren. Auf ein sauberes Leintuch streichen und auf die Wunde legen. Ein trockenes Tuch darüber legen. Vor dem Austrocknen die Auflage entfernen.

Honig

Guter Bienenhonig wird fingerdick auf eine Mullbinde gestrichen und anschließend direkt auf die Wunde gelegt. Der Verband muss täglich gewechselt werden.

Achtung! Splitter

Um einen Splitter mühelos aus einer Wunde zu entfernen, legen Sie eine frisch geschnittene Zwiebel auf die betroffene Stelle und binden sie 2 bis 3 Stunden mit einer Mullbinde fest.

Allgemeine Massnahmen bei Verletzungen

Kühlung

Sofortiges Kühlen hilft bei allen Verletzungen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Nasse Tücher stehen am ehesten zur Verfügung. Mit Eisspray sollten Sie vorsichtig umgehen. Zu viel davon kann die Haut schädigen, indem es leichte Erfrierungen verursacht.

Hochlagerung

Ebenso wie die Kühlung verhindert auch die Hochlagerung, dass zu viel Blut ins verletzte Gewebe austritt. So werden Schwellungen und Schmerzen vermindert. Liegt ein Knochenbruch vor, ist es jedoch wichtiger, den Körperteil ruhig zu stellen.

Versorgung von Wunden

Die meisten Wunden bei Kindern sind kleine Quetsch-, Schürf- und Schnittwunden, die in der Regel ungefährlich sind. Um die Wundheilung zu unterstützen, sollten Sie die folgenden Regeln beachten.

Nur saubere Wunden können gut verheilen

Die beste Selbstreinigung ist das austretende Blut. Eine wenig blutende Wunde sollten Sie drücken, bis sie genügend blutet. Schmutz und Erreger werden mit dem Blut aus der Wunde befördert.

Desinfektion

Desinfektion ist kein Ersatz für die Reinigung einer verschmutzten Wunde! Ist eine Wunde unverschmutzt oder bereits mit Wasser gereinigt, können Desinfektionsmittel verwendet werden. Desinfektionsmittel verringern die Zahl der Erreger, die in eine Wunde gelangt sind.

Alkoholische Desinfektionsmittel besitzen zwar die wenigsten Nebenwirkungen und sind gut verträglich, brennen jedoch stark und sind für Kinder daher ungeeignet.

Pflaster und Co

Um Wunden vor Verunreinigung zu schützen, gibt es unterschiedliche Verbandsmittel. Sie befinden sich übrigens alle im Kfz-Verbandskasten.

Wundschnellverband (Pflaster)

Eine Abdeckung mit einem Pflaster schützt vor Berührung, erneuter Verschmutzung oder Reizung der Wunde durch aufliegende Kleidung. Am besten heilen Wunden aber immer noch an der Luft, daher können manche Pflaster abends entfernt und morgens zum Schutz wieder angebracht werden. Die meisten Kinder lieben Pflaster, besonders wenn sie bunt und mit lustigen Motiven darauf sind.

Kompresse

Zellstoffmullkompressen dienen zur keimfreien Abdeckung größerer Wunden, da es für diesen Zweck keinen ausreichend großen Wundschnellverband gibt. Sie werden mit Heftpflasterstreifen oder einer Mullbinde befestigt.

Verbandstuch

Verbandstücher sind fusselfreie, sterile Tücher zur Abdeckung von großen Wunden und Verbrennungen.

Hinweis: Kontrollieren Sie Ihren Kfz-Verbandskasten, ob das Haltbarkeitsdatum der Verbandstücher abgelaufen ist. Die Sterilität ist bei Überschreitung des Haltbarkeitsdatums nicht mehr gewährleistet. Im Notfall können sie jedoch verwendet werden.

Klammerpflaster – Kleben statt Nähen

Für Kinder kann das Nähen einer Wunde zu einer höchst traumatischen Angelegenheit werden. Als Alternative dazu können die Wundränder auch mit Hilfe so genannter Klammerpflaster zusammengeklebt werden. Die Wundränder der sauberen Wunde werden zusammen geschoben, an mehrere Klammerpflaster im rechten Winkel zum Verlauf der Wunde aufgeklebt.

Grundsätzlich ist das Nähen und Kleben eine ärztliche Maßnahme, aber es gibt Situationen, wo ein Arztbesuch nicht möglich ist.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Der Wundstarrkrampf ist eine schwere, durch Wunden verursachte Infektion. Die Impfung verhindert die lebensgefährliche Erkrankung des Nervensystems. Die Überlebenschancen bei Tetanus wurden durch die Einführung von Antibiotika besser, allerdings liegen sie immer noch bei nur rund 50 %.

Tetanuserreger

Der Wundstarrkrampf wird durch das Gift des Tetanusbazillus hervorgerufen. Die Erreger haben ihren Ursprung vor allem im Pferdedarm. Daher finden sich die Bazillen besonders in Pferdemist sowie in Garten- und Blumenerde. Auch im Straßenstaub, an rostigen Metallteilen und an Holzsplittern kommen die Erreger gehäuft vor.

Besonders gefährliche Wunden

Erhöhte Infektionsgefahr besteht besonders bei Stichverletzungen durch Nägel, Nadeln und Dornen sowie bei Wunden, die unter Luftabschluss (scheinbar) heilen. Die Tetanuserreger vermehren sich nur unter Luftabschluss. Dieser kann bei tiefen Wunden entstehen, wenn sich durch oberflächliches Verheilen in der Tiefe eine Wundtasche bildet.

Kinder sollten, sobald sie laufen können, einen Tetanusschutz besitzen. Insgesamt sind für die aktive Impfung 3 Injektionen notwendig.

Wunderheilung: Urin

Es gibt Situationen, da passiert etwas und Sie haben überhaupt nichts an brauchbarem Erste-Hilfe-Material dabei. Dann müssen Sie improvisieren. Ein uraltes Mittel ist der eigene Urin.

Urin besitzt eine desinfizierende, eiweißgerinnende Wirkung. Außerdem ist er, man glaubt es kaum, nahezu steril.

Urin ist ein altes Heilmittel bei Hauterkrankungen. Wer sich nicht ekelt, kann Urin erfolgreich bei Behandlung von Ekzemen, Warzen und sogar Neurodermitis einsetzen.

Quelle: www.swissfamily.ch