Gesunder Schlaf von Anfang an

Schon wenige Tage nach der Geburt verändert sich das Leben frischgebackener Eltern massgeblich. Plötzlich scheint sich alles um den neuen Erdenbürger und seine besonderen Bedürfnisse zu drehen. Nebst der richtigen Ernährung und einer altersgerechten Entwicklung des eigenen Babys ist auch der kindliche Schlaf von Beginn an ein wichtiges Thema.

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Baby nicht genug schläft und dass es sich in seinem Bettchen möglicherweise einsam fühlen könnte. Kommen tatsächliche Schlafprobleme hinzu und schreit das Baby in der Nacht häufig, so vergrössert dies die elterliche Sorge umso mehr. Fakt ist jedoch, dass insbesondere rund um den Babyschlaf eine entspannte und vor allem verständnisvolle Einstellung das A und O ist.

Das Schlafbedürfnis bis zu einem Alter von 12 Monaten

Mit der Ankunft des Neugeborenen in seinem künftigen Zuhause beginnt auch das Zusammenwachsen der Familie. Entscheidend ist es hier, dass sich jedes Familienmitglied so wohl wie möglich fühlen und seine Bedürfnisse befriedigt wissen kann. Das Schlafbedürfnis eines Neugeborenen sorgt hierbei häufig für einige Überraschung. So wird das eigene Baby in den ersten Wochen kaum regelmässig durchschlafen, sondern seine Schlafphasen über den Tag verteilen. Bei einem Schlafbedürfnis von bis zu zwanzig Stunden täglich schläft das Baby während der ersten Wochen besonders häufig. Wie sich die einzelnen Schlafphasen dabei aufteilen, ist sehr individuell. Eltern sollten daher insbesondere in der Anfangszeit nicht auf eine strenge Einhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus pochen.


In der Anfangszeit schlafen Babys bis zu 20 Stunden täglich. (cheryholt/pixabay.com)

Erst zwischen drei und sechs Monaten ist das Baby dazu in der Lage, Tag und Nacht zu erkennen und voneinander unterscheiden zu können. Eltern können dies unterstützen, indem sie klare Grenzen zwischen Tag und Nacht schaffen, also beispielsweise für eine ruhige und dunkle Atmosphäre sorgen, sobald die Nacht beginnt. So werden sich die Schlafphasen langsam verlagern, bis das Baby hauptsächlich während der Nacht schläft. Doch auch dann schlafen nicht alle Babys durch. Es ist vollkommen normal, wenn ein Baby während der Nacht häufiger aufwacht und weint. Eltern sollten bei Wachphasen in der Nacht nicht das Licht anschalten oder mit ihrem Baby spielen. Schliesslich ist es wichtig, die Ruhe der Nachtstunden konsequent einzuhalten, um das Baby nicht zu verunsichern.

Mit einem halben Jahr kann ein Baby für gewöhnlich schon durchschlafen. Etwa elf Stunden schläft ein Grossteil der Babys in diesem Alter, wobei die Schlafphasen am Tag deutlich kürzer ausfallen. Empfohlen wird ausserdem, die Schläfchen am Mittag oder Nachmittag insgesamt nicht länger als drei Stunden ausfallen zu lassen, um den Nachtschlaf nicht zu beeinflussen. Schläft das Baby tagsüber zu viel, so ist es in der Nacht möglicherweise sehr häufig wach. Vier bis fünf Stunden vor dem abendlichen Zubettgehen sollte das Baby wach sein, damit es leichter in den Schlaf findet. Diese Zeit eignet sich perfekt, um erste Spiele zu spielen und sich aktiv mit dem Kind zu beschäftigen. Bis zu einem Alter von etwa einem Jahr hat sich der Tag-Nacht-Rhythmus des eigenen Babys dann in der Regel so weit gefestigt, dass ein Durchschlafen mit wenigen kleinen Ausnahmen möglich ist.

Eine sichere Schlafumgebung

Der Ort, an dem das Baby schlafen soll, sollte vor allen Dingen sicher und kindgerecht gestaltet werden. Eltern haben hierbei grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. So kann das Baby von Beginn an in sein eigenes Bettchen gelegt werden. Um die Grösse des Bettchens ein wenig an den kleinen Körper anzupassen, kann ein Stillkissen im Kopfbereich des Bettes sicher befestigt werden, sodass das Baby sich geborgen fühlen kann. Keinesfalls sollten im Babybett viele lose Kuscheltiere, Decken oder Kissen liegen, da diese sich im schlimmsten Fall auf das Gesicht des Babys legen und für Sauerstoffmangel sorgen könnten. Empfehlenswert ist es daher, das Babybettchen frei von Kissen und Decken zu halten und das Baby in einem sicheren Schlafsack schlafen zu legen. Der Schlafsack sollte je nach Witterung entweder etwas dünner oder auch dicker ausfallen, wobei die optimale Schlaftemperatur im Zimmer zwischen 16 und 18 Grad liegt.

Eine Alternative zum Schlafen im eigenen Bettchen ist das sogenannte Familienbett. Hier ist allerdings besondere Vorsicht geboten. Eltern sollten ihr Baby nicht einfach so in ihr Ehebett legen, da sonst die Gefahr besteht, es in der Nacht zu erdrücken. Auch die Bettdecke kann unter Umständen über das Gesicht des Kindes rutschen, was die Erstickungsgefahr stark erhöht. Wünschen sich Eltern dennoch ein Familienbett, weil das Baby in ihrer Nähe ruhiger schläft, so kann ein kleines Beistellbettchen sinnvoll sein. Ein solches Bettchen wird am Rand des elterlichen Ehebettes aufgestellt und ergänzt es durch eine kleine Liegefläche. Das Baby liegt dabei zwar in seinem eigenen Schlafbereich, ist aber dennoch dicht an der Seite seiner Eltern. Dies kann vor allem das nächtliche Stillen erleichtern.

Schlafprobleme nicht mit Druck lösen

Trotz aller Sorgfalt bei der Einhaltung eines sinnvollen Tag-Nacht-Rhythmus kommt es immer wieder zu kleinen und grossen Schlafproblemen. Eltern, deren Baby einfach nicht schlafen möchte und am Abend mit herzzerreissendem Weinen auf sich aufmerksam macht, sollten es auf keinen Fall schreien lassen. Diese Methode wurde lange Zeit als Lösungsweg angepriesen, kann die kindliche Psyche jedoch schon im jungen Alter schädigen.


Ein festes Einschlafritual sorgt für entspannte Nächte. (PublicDomainPictures / pixabay.com)

Eine Lösungsmöglichkeit, die das abendliche Einschlafen erleichtern kann, sind Einschlaf-Rituale. Eltern, die sich vor dem Zubettgehen ihres Babys mit bestimmten Tätigkeiten wie Baden, einer Babymassage oder dem Abspielen einer Spieluhr beschäftigen, erleichtern dem Kind das Erkennen der Schlafenszeit. Dieses Ritual sollte, sobald es einmal festgelegt ist, laut baby-walz.ch dauerhafte Gültigkeit behalten, auch wenn das Baby in einer fremden Umgebung schläft, oder wenn gerade Besuch kommt.

Schläft das Kind in der Nacht schlecht, so kann dies auch für einen Mangel an körperlicher Nähe sprechen. Viele Eltern berichten, dass das tägliche Tragen des Babys in einem hierfür vorgesehenen Tragetuch dicht am Körper der Mutter für einen verbesserten Schlaf sorgt. Das Bedürfnis des eigenen Babys nach der Nähe seiner Mutter wird so gestillt und es entsteht eine entspanntere Atmosphäre. Dieser Effekt lässt sich unter Umständen bewahren, wenn das Baby am Abend „gepuckt“ wird. Hierdurch erfährt das Baby auch in seinem Bettchen das Gefühl körperlicher Enge, das es auch aus dem Mutterleib kennt. Wie diese spezielle Wickeltechnik funktioniert, wird im Video gezeigt.