Geköderte Kinder

Foodwatch stellt der Lebensmittelindustrie ein schlechtes Zeugnis aus. 90 Prozent der getesteten Kinderlebensmittel fallen durch. Die Selbstbeschränkung der Händler greift nicht.

Werden unsere Kinder zu Junkfood-Junkies?

Die deutsche Konsumentenschutzorganisation Foodwatch hat 281 Lebensmittel untersucht, deren Werbung vor allem Kinder anspricht. Das Resultat ist bedenklich: Nur gerade 29 der 281 Produkte erfüllen die WHO-Kriterien bezüglich Zusammensetzung und Ausgewogenheit der Lebensmittel. Viele der beanstandeten Produkte sind auch in der Schweiz erhältlich. Zum Beispiel die "Choco Krispies" von Kellog's, die "Cini-Minis" von Nestlé und die "Pom-Bär"-Chips von Intersnack. Sie alle genügen den WHO-Kriterien nicht, weil sie zu viel Zucker oder Salz enthalten.

Fast nur ungesunde Produkte

Die seit 2007 bestehende freiwillige Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie beim Kindermarketing ist wirkungslos, schreibt Foodwatch in einer Mitteilung. Nach wie vor würden Hersteller fast ausschliesslich ungesunde Produkte gezielt bei Kindern bewerben. "Mit wohlklingenden Selbstverpflichtungen inszeniert sich die Lebensmittelbranche als Vorreiter im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung - und vermarktet gleichzeitig tonnenweise Süssigkeiten und Junkfood gezielt an Kinder. Ein trauriges PR-Manöver, das nur von der eigenen Verantwortung ablenken soll", sagt Oliver Huizinga, Experte für Kindermarketing bei Foodwatch. Die Hersteller seien daher mitverantwortlich für die schlechte Ernährung der Kinder. In Deutschland sind 15 Prozent der Kinder übergewichtig, in der Schweiz sogar rund 19 Prozent. 

Im Rahmen einer Initiative der Europäischen Union haben zahlreiche Lebensmittelunternehmen 2007 in einer Selbstverpflichtung (dem sogenannten EU Pledge bzw. Swiss Pledge) zugesichert, Regeln für an Kinder gerichtetes Marketing einzuhalten. So sollen beispielsweise nur noch Lebensmittel, die bestimmte Nähwertanforderungen erfüllen, an Kinder unter 12 Jahren beworben werden. 

erstellt von red

Wirbt die Lebensmittelbranche mit zu viel ungesunden Produkten bei Kindern?