Entdeckungsreise Gewässer

Kinder lieben Wasser. Sowohl zuhause in der Badewanne, als auch draussen vor der Tür. Egal ob Pfütze, Bach oder Weiher, wie viel Freude macht es, ein Schiffchen schwimmen zu lassen, den Wasserlauf zu regulieren, Steine ins Wasser zu werfen oder einfach zu plantschen. Gewässer bieten jede Menge Spass und nebenbei gibt es viel zu entdecken und zu lernen.

Erleben und leben lassen!
Nicht nur Menschen verbringen gerne ihre Zeit an Gewässern. In und an Gewässern leben eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Dabei gilt: je natürlicher die Gewässer, desto grösser die Artenvielfalt. Viele Tiere sind nämlich in jeder Lebensphase auf andere Lebensräume angewiesen. So zum Beispiel Äschen– eine in der Schweiz bedrohte Fischart. Sie wechseln im Laufe ihres Lebens mehrmals ihren Aufenthaltsraum innerhalb eines Flusses.
Ein natürliches Fliessgewässer ist ein vielfältiger Lebensraum, der sich ständig verändert: es ist ein Mosaik von Tiefen und seichten Stellen, quirligem und ruhigem Wasser, Steinen, Pflanzen, Kies und Sand.

Bedrohter Lebensraum
In der Schweiz ist der Grossteil der Gewässer verbaut. Bäche und Flüsse wurden begradigt, kanalisiert oder sogar überdeckt. Vielfalt wurde gegen Monotonie eingetauscht. Als Konsequenz sind viele Tier- und Pflanzenarten an den Gewässern gefährdet oder gar ausgestorben. Es hat sich auch erwiesen, dass Kanalisierung und Dämme kein Allheilmittel zum Schutz vor Hochwasser sind. Ein natürlicher Gewässerlauf jedoch bietet bei solchen Extremereignissen mehr Raum, so dass sich das Wasser verteilen kann.

Um den Bagger kommt man nicht herum!
Die Schweiz will ihre Gewässer fit für die Zukunft machen. Bis 2090 sollen 4000 Kilometer Fliessgewässer revitalisiert werden; eine grosse Aufgabe! Eine Revitalisierung befreit Flüsse und Bäche aus ihrer «Gefangenschaft» in Kanälen und Röhren und gibt ihnen Raum zurück. Die Gewässer bekommen so die Möglichkeit, sich natürlich zu entwickeln. Dazu werden zum Beispiel Mauern abgebrochen und Ufer abgeflacht, so dass das Wasser wieder frei fliessen kann. Oder unterirdisch in Röhren verlaufende Bäche werden wieder ans Tageslicht geholt. Manchmal ist es nötig, der Natur ein bisschen zu helfen. So werden zum Beispiel Baumstümpfe und Blocksteine ins Gewässer gelegt um mehr Strömungsvielfalt zu initiieren und Fischen Unterschlupf zu bieten.

Eine Revitalisierung ist zunächst ein grosser Eingriff in die Landschaft, führt aber längerfristig zu einem deutlichen Mehrwert für die Naturund für uns Menschen. Pflanzungen von Ufergehölz liefern Lebensräume für Vögel und spenden Schatten. Für eine Revitalisierung braucht es zunächst eine Baustelle am Gewässer: ein vorübergehender Stress für die Natur, hingegen Spass und Spannung für Kinder.

Gewässer für alle
Abwechslungsreiche und teilweise flachere Ufer, wie sie im Zuge von Revitalisierungen entstehen, ermöglichen den Menschen einen besseren Zugang ans Gewässer und laden zum Baden, Bräteln und Spielen ein. Dabei ist zu beachten, dass diese Aktivitäten den Lebensraum von Tieren und Pflanzen nicht zu stark beeinträchtigen. Die Natur braucht Bereiche, die für sie reserviert sind. Indem wir uns respektvoll verhalten, gewährleisten wir, dass sowohl Mensch als auch Natur durch revitalisierte Gewässer gewinnen.
Revitalisierungen werden in der Regel in Zusammenarbeit der kantonalen Fachstellen und der Gemeinden durchgeführt, unter Einbezug von Landeigentümern und der Bevölkerung. Erkundigen Sie sich bei der kantonalen Fachstelle oder bei Ihrer Gemeinde, wo in Ihrer Nähe Revitalisierungen durchgeführt wurden oder geplant sind.

Entdecken und Lernen
Gewässer bieten für die ganze Familie viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Nebenbei kann man viel Entdecken und Lernen!
+ Durchs Wasser waten, schwimmen, von einem Stein zum nächsten hüpfen und als Entdecker am Ufer entlang streifen und das anderfrischen Luft . Wenn das mal nicht gesund ist!
+ Becherlupe raus und los geht’s: Vom Wasser geschliffene Steine, aufkeimende Pflanzen, Kaulquappen und Fliegenlarven. Die Möglichkeiten, die Natur zu entdecken sind vielfältig. Kinder können so spielend komplexe Zusammenhänge begreifen und ein Gefühl für Prozesse in der Natur entwickeln.
+ Physikunterricht mal anders: Wie bewegt sich Wasser, wenn es von einem Stein aufgehalten wird? Welche Materialien sinken zu Boden, welche treiben auf der Wasseroberfläche? Warum gehen Wasserläufer nicht unter? Anhand dieser Fragen können spielerisch physikalische Grundsätze erlebt und verinnerlicht werden.
+ Müde und hungrig von diesen Aktivitäten kann die ganze Familie an einem ausgewählten Plätzchen picknicken, grillieren und neue Energie tanken. Bewegtes Wasser wirkt dabei beruhigend!

Mehr wissen?
www.bafu.admin.ch/renaturierung
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