Entdeckungsreise durch die Geschichte des Fussballs

Mit einer spielerischen und emotionalen Erlebniswelt zeigt das FIFA World Football Museum den Besuchern im Herzen der Stadt Zürich die Faszination der beliebtesten Mannschaftssportart der Welt auf.

Zürich ist um eine Attraktion reicher. Das vor knapp zwei Jahren eröffnete FIFA World Football Museum am Tessinerplatz direkt beim Bahnhof Enge ist Treffpunkt für alle Fussball- und Sportfans aus der ganzen Welt. In der Ausstellung erfahren und lernen sie mehr über den Fussball und seine bewegende und spannende Geschichte. Eine einmalige Erlebniswelt zeigt auf, wie der Fussball die Menschen berührt und inspiriert, Grenzen überwindet und die Welt verbindet. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt rund 3000 Quadratmeter und erstreckt sich über drei ­Etagen. Präsentiert werden 500 Videos auf 60 Bildschirmen, rund 1400 Fotos und über 1000 einzigartige Objekte. Die Spiele, Filme und künstlerischen Inhalte sprechen alle Altersgruppen und Geschlechter an.

Mit Augmented Reality

Multimedia und Interaktion bilden das Schwergewicht der modernen Ausstellungsgestaltung des Museums. Mithilfe einer zum kostenlosen Download angebotenen App können sich die Besucher über einen Audio Guide führen lassen oder vertiefende Informationen abrufen. Damit aber nicht genug: Die App überrascht zusätzlich mit sogenannten Augmented-Reality-Inhalten. So kann man sich beispielsweise direkt beim Eingang durch Xherdan Shaqiri virtuell begrüssen lassen, und Kinder können sich auf eine vergnügliche Schatzsuche durch das Museum begeben – wer diese erfolgreich absolviert, erhält am Ende ein kleines Geschenk. Jede der drei Ausstellungsebenen verfügt über ihre eigenen Highlights. Im Eingangsbereich «Planet Football» erwartet die Besucher eine eindrückliche Medieninszenierung: Die bis zu acht Meter hohen Bildschirme mit einer ­Gesamtfläche von über 130 Quadratmetern nehmen das Publikum mit auf eine Reise über alle Kontinente. Die stimmungsvollen Bilder zeigen, wie auf der ganzen Welt Frauen, Amateure und Hobby-Kicker – egal unter welchen Bedingungen – mit der gleichen Begeisterung Fussball spielen wie die Stars in den grossen Stadien. Der «Rainbow» zeigt die Trikots aller 211 FIFA-Mitgliedsverbände und ist damit Symbol für die weltumspannende Bedeutung des Fussballs.

Exklusive Exponate

Im Untergeschoss befindet sich das eigentliche Herz der Ausstellung: die «FIFA World Cup™ Gallery». Jedem bis­herigen Turnier der Frauen und Männer sind Schaukästen mit exklusiven Exponaten gewidmet. Die Objekte sollen eine spannende Geschichte erzählen, und gewisse Museumsschätze bieten in der Tat einzigartige Geschichten: so beispielsweise der Sockel der ersten Weltmeisterschafts­trophäe, dem Jules-Rimet-Pokal, der zufällig im Archiv der FIFA gefunden wurde, oder die Schuhe des Brasilianers Ademir, dem Torschützenkönig der WM 1950, der schon damals seinen Namen mit einer Nadel in den Schuh ­gestochen hat. Oder auch die Brille des italienischen Weltmeister-Coaches Marcello Lippi, die der aufmerksame ­Besucher im Film wiedererkennen kann.

Die letzte Ebene des Museums nennt sich «Fields of Play». Zentrales Element bilden hier die «Encounters» – fünf Themeninseln, die die Besucher zu eindrücklichen Begegnungen mit Menschen aus allen Winkeln der Erde einladen. Die «Encounters» zeigen vor allem eines: Fussball kann das Leben verändern, beeinflusst die Welt und hat die einzigartige Kraft, Menschen zu verbinden und ihre Perspektiven zu erweitern. Das Highlight auf dieser Ebene ist sicherlich der «Pinball», ein riesiger begehbarer Flipperkasten, auf dem alle ihr fussballerisches Geschick testen können.

Führungen und ein Bistro

Das neue Zuhause der Fussballgeschichte ist aber mehr als bloss ein Museum. Es versteht sich als Kulturinstitution, Forschungszentrum und Begegnungsstätte. Spannende Debatten und Diskussionsrunden finden im Rahmen des Kulturprogramms des Museums ebenso ihren Platz wie Lesungen, Filmabende und Sonderausstellungen sowie ­regelmässige öffentliche Führungen und wöchentliche ­Literaturberatungen. Neben der Ausstellung verfügt das Museum über ein Bistro, eine Café-Bar und einen Shop – alle diese Bereiche sind auch ohne Eintrittskarte zugänglich. Das Gleiche gilt für die Bibliothek mit ihren rund 7.000 fussballbezogenen Büchern, in der man auf wissenschaftlicher Basis rund um das Thema Fussball recher­chieren kann.

Ein neues Lernprogramm sorgt zudem dafür, dass selbst die Jüngsten nach der durchschnittlichen Besucherzeit von rund zweieinhalb Stunden nicht nur mit strahlenden ­Gesichtern, sondern auch mit einer grossen Portion zusätzlichem Wissen wieder den Heimweg antreten. Die ­Formel lautet: Bildung und Vermittlung durch spielerisches Gestalten. Für Kinder bietet sich auf diesem Weg im Museum eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Fussballgeschichte zu erleben – und aus ihr zu lernen. Für Familien, Vereine, Schulklassen und andere Gruppen werden kul­turelle und soziale Themen mittels Fussball durch Workshops und Themenführungen auf unterhaltsame und ­lehrreiche Weise nähergebracht.

Prominente Besucher

Mit etwas Glück trifft man sogar die ganz grossen Namen der Fussballwelt. So gingen sowohl die niederländische ­Legende Johan Neeskens als auch der deutsche Weltmeister-Trainer Joachim Löw im vergangenen Monat auf eine Tour durch die Ausstellung. «Das Museum hat mir auf den ­ersten Blick sehr gut gefallen. Man sieht viele Dinge aus der Vergangenheit und welchen Stellenwert der Fussball auf der ganzen Welt hat», so Löw: «Ein solches Museum ist schon etwas Besonderes. Man wünscht sich, viel Zeit zu haben, um die ganze Historie durchzugehen. Wenn man all die Trikots und die Legenden noch einmal sieht, die die WM hervorgebracht hat, ist das ein echtes Gänsehautgefühl.»

Begeistert von ihrem Besuch waren im Jahr 2017 auch die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft, die mit ihrem kompletten Kader kurz vor dem Beginn der EM das ­Museum besuchten, sowie Weltmeister wie der Franzose Christian Karembeu, der Brasilianer Paulo Sergio und die Deutschen Pierre Littbarski, Guido Buchwald, Shkodran Mustafi und Christoph Kramer. Auch grosse Trainer wie Ottmar Hitzfeld, Fabio Capello, Winnie Schäfer und der Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic schauten ­vorbei.

Die Events des Zuhauses der Fussballgeschichte im Jahr 2018 stehen ganz im Zeichen eines Turniers. Während die bevorstehende und mit Spannung erwartete Weltmeisterschaft in Russland immer näher rückt, bereitet sich das Museum auf eine Sonderausgabe des Kulturprogramms rund um das grösste und wichtigste Fussballturnier des Globus vor. Im kommenden Sommer werden rund um die WM zahlreiche Veranstaltungen und Public Viewings angeboten, die das Herz jedes Fans höherschlagen lassen.