Eltern sein - glücklich sein

Eltern können einiges dazu beitragen, damit das Glück zu zweit auch nach der Geburt der Kinder anhält: Partnerschaftspflege bedeutet aktiv zu werden und an der Beziehung zu arbeiten. Dies ist nicht in jedem Fall angenehm, es kann zu Konflikten und Diskussionen führen. Werden diese jedoch angemessen gelöst, führen sie zur positiven Weiterentwicklung der Partnerschaft.

Eltern sein - glücklich sein!

Ein Kind bereitet eine Menge Freude, ist eine Bereicherung und gibt der Partnerschaft durch das Elternsein eine neue Bedeutung. Und dennoch steht man als Eltern im Alltag mit Kindern immer wieder vor neuen Aufgaben und Herausforderungen. Oft bedeutet dies Hektik und Stress und es fehlt an Zeit füreinander.

Im Folgenden sind einige Punkte beschrieben, welche helfen, damit Sie trotz des Alltagsstresses langfristig glücklich und zufrieden miteinander bleiben.

Zeit zu zweit
Wenn die Zeit, welche gemeinsam verbracht wird, knapp wird, weil die Erziehung viel Zeit und Energie abverlangt, kann es zwischen den Partnern bald einmal zu einer Entfremdung kommen und das Zusammengehörigkeitsgefühl nimmt ab. Um dies zu vermeiden, sollte die gemeinsame Zeit gepflegt werden. Am besten legt man diese „Zeit zu zweit“ im Terminplan fest. Konfliktträchtige Themen werden während dieser Zeit nicht angesprochen, sondern auf eine andere Gesprächsgelegenheit verschoben. Die Momente sollen genutzt werden, um zusammen etwas Schönes zu erleben, aber auch um sich füreinander zu öffnen und zu erzählen, was einen bewegt. Die gemeinsame Liebe kann so wie eine feine Pflanze gepflegt werden und einer Entfremdung wird vorgebeugt.

Fairness
Gerade in einer Familie mit einem oder mehreren Kindern, in der Eltern jeden Tag eine Menge Aufgaben zu bewältigen haben, ist das Gefühl unfair behandelt zu werden eine häufige Quelle für Stress und Konflikte. Ein Rezept, wie in einer Partnerschaft Fairness hergestellt werden kann, gibt es jedoch nicht. Jeder Partner hat ein anderes Verständnis davon und schätzt für sich selber ein, ob er/sie gerecht oder ungerecht behandelt wird. Damit in einer Partnerschaft ein Gefühl der Gleichberechtigung und Fairness entstehen kann, ist es von grosser Wichtigkeit, dass die Partner miteinander reden und sich gegenseitig ihre Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse mitteilen.

Eine liebevolle Umgangs- und Kommunikationsweise
Man kann nicht oft genug sagen, wie wichtig einem der Partner, die Partnerin ist. Auch mit Komplimenten sollte nicht gespart werden und mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten können Liebe und Zuneigung gezeigt werden. Zu einer positiven Kommunikation gehört, dass man dem Partner zuhört und nachfragt, weil man ihn oder sie besser verstehen möchte. Vorwürfe, zynische Bemerkungen, Aggressionen und abfällige Bemerkungen sollten möglichst vermieden werden.

Probleme angehen, Konflikte lösen
T
hemen wie neue Erziehungsfragen und Einteilung der Hausarbeit führen oftmals zu Konflikten. Paare stehen dadurch vor der Herausforderung, gemeinsam ein Problem anzugehen und zu bewältigen. Wichtig ist, die Probleme zu erkennen und anzusprechen. Werden schwierige Themen unter den Teppich gekehrt, werden sie mit der Zeit immer grösser und es wird immer schwieriger eine Lösung zu finden. Gelingt die Problemlösung jedoch auf eine wirksame Weise, bleibt eine Menge Stress erspart und ein eskalierender Streit kann vermieden werden.

Sich selber Sorge tragen
Ständig auf Hochtouren, kaum noch Zeit abzuschalten und aufzutanken, ein andauerndes Gefühl der Überforderung und nicht mehr wissen, wie den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Das sind Anzeichen von starkem Stress, der sich negativ auf die Gesundheit, die  Partnerschaft und die Kinder auswirken kann.

Gegen Stress kann man jedoch etwas unternehmen. Manchmal ist es sinnvoll den Tages- oder Wochenablauf anders zu gestalten. Vielleicht ist es nötig und möglich, Aufgaben abzugeben oder einen Babysitter einzustellen. In Ratgebern, Kursen oder Workshops kann zudem gezielt gelernt werden, wie Stress angegangen werden kann. Und oft helfen altbewährte Strategien wie Spaziergänge, Musikhören, Entspannungsübungen, Sport oder ein Gespräch mit Freunden, um wieder Ruhe zu finden. Neben den vielfältigen Aufgaben, welche Eltern täglich zu erledigen haben, sollten also auch Momente Platz haben, welche sie für sich allein geniessen können.

Text: Fabienne Mauron,  Psychologin und paarlife-Trainerin, Universität Zürich, Psychologisches Institut mit Schwerpunkt Kinder/ Jugendliche und Paare/ Familien), Kontakt: paarlifepsychologie.uzh.REMOVE-THIS.ch

Stresspräventionstraining für Paare: www.paarlife.ch

erstellt von Christina Bösiger