Ein Wallfahrtsort für eine Ikone

Charlie Chaplin hat geschafft, was nur wenige erreichen: Ganze Generationen zum Lachen zu bringen. Sein Humor ist zeitlos und zieht Kinder und Erwachsene gleichermassen in seinen Bann. Nach 15 Jahren Planung hat der unvergessliche Star mit dem Schnurrbart nun sein eigenes Museum. Und zwar in der Schweiz, in Corsier sur Vevey.

Charlie Chaplin liebte unser Land. Im Dorf Corsier-sur-Vevey im Waadtland hat der Regisseur und Schauspieler das letzte Vierteljahrhundert seines Lebens verbracht. Pläne, zu seinen Ehren und zur «Konservierung» der vielen Erinnerungen an Chaplin hier ein Museum einzurichten, gab es schon lange. Das Projekt zog sich aber in die Länge, mehrmals drohte sogar das vorzeitige Ende der Idee. Dass Michael Chaplin, der Sohn des grossen Komikers, in diesem Frühling dann doch die Eröffnung des Museums vollziehen konnte, ist deshalb umso erfreulicher. Die Sammlung, die Leben und Werk von Charlie Chaplin vorstellt, befindet sich in seinem letzten Wohnhaus, das liebevoll restauriert wurde. Dort sieht man, wie Chaplin gelebt hat. In weiteren Räumen erhält man Einblick in das filmische Schaffen des fleissigen Ausnahmekünstlers.

Der Besuch des Museums ist eine Zeitreise. Drei Räume des Wohnhauses sind den 70er-Jahren nachempfunden, in denen Chaplin hier gelebt hat. Im Studio wiederum ist ein Kino eingerichtet, umrahmt von diversen Filmdekors. Nach dem Rundgang durch Wohnhaus und Studio kann man sich in einem Restaurant verpflegen, das ebenfalls auf dem Gelände des einstigen Gutshofs untergebracht ist. Die Besucher durchstreifen eine Parkanlage, in der einst auch Charlie Chaplin seine Spaziergänge machte und die Gedanken wandern liess.

Die Initianten des Museums streiten nicht ab, dass die Anlage auch als Kultstätte für die echten Chaplin-Fans und für leidenschaftliche Cineasten gedacht ist – aber nicht nur. Charlie Chaplin war weit mehr als ein einfacher «Komiker», er verpackte grosse gesellschaftliche Probleme und politische Fragen in seine Werke, und dennoch sprach er stets auch «einfache» Leute mit seinen Filmen an und unterhielt sie abseits von bedeutsamen Botschaften. Dass ihm das auf unvergleichliche Weise gelungen ist, zeigt die Tatsache, dass seinen Namen noch heute fast jedes Kind kennt – und das fast 40 Jahre nach seinem Tod, am Weihnachtstag 1977.

Rund ums Jahr offen

«Chaplin’s World» ist ganzjährig täglich geöffnet, ausser am 2. Januar und 25. Dezember. Das Museum ist mit allen Verkehrsmitteln einfach erreichbar. Ein Besuch ist auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut möglich. Eine eigene Smartphone-App bietet zusätzliche Informationen beim Rundgang durchs Museum.

Weitere Informationen unter www.chaplinsworld.com.